Leisnig: Fliesenfabrik stellt nach Panariagroup-Insolvenz Produktion ein
Neue Eigentümer, aber kein Neustart für die Belegschaft: Die Panariagroup Deutschland in Leisnig fährt die Produktion herunter. 165 Mitarbeiter verlieren ihre Stellen. Deutschlands größte Fliesenfabrik in Leisnig hat neue Eigentümer – doch die Produktion wird trotzdem eingestellt. Für die 165 Beschäftigten des insolventen Werks gibt es keinen Weiterbeschäftigungsplan, wie die "Bild" berichtet. Das Werk im sächsischen Leisnig ist das größte seiner Art in Deutschland: Auf einem 16 Hektar großen Gelände wurden zuletzt bis zu 6,2 Millionen Quadratmeter Fliesen pro Jahr hergestellt. Im April hatte der Betreiber, die Panariagroup Deutschland, Insolvenz angemeldet. Als Grund für die Einstellung nennt Meta-Wolf-Vorstand André Schütz fehlende Energiepreisabsicherungen über den 30. Juni hinaus. Ohne solche Verträge, bei denen der Strom- und Gaspreis für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben wird, sei eine wettbewerbsfähige Produktion ab Juli nicht möglich. Bekannt für ihre Ingwer-Shots: Saft-Gigant rettet Firma aus der Insolvenz Streichliste soll kursieren: 15.000 Audi-Mitarbeiter bangen um ihre Jobs Zwar haben die singapurische Investmentgesellschaft TWO Family Office und die deutsche Meta-Wolf-Gruppe aus Kranichfeld in Thüringen das Grundstück mit der Fabrik inzwischen erworben. Doch der vorläufige Insolvenzverwalter Christian Heintze stellt klar: Eine Übernahme des laufenden Geschäftsbetriebs werde es nicht geben. Die Brennöfen werden gesichert, damit eine spätere Wiederaufnahme der Produktion technisch möglich bleibt. Der Verkauf von Fliesen aus den bestehenden Vorräten läuft derweil weiter. 2027 soll es weitergehen Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind über das staatliche Insolvenzgeld bis Ende Juni abgesichert. Der Insolvenzverwalter verhandelt derzeit mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich, der die Folgen der Umstrukturierung für die Mitarbeiter regeln soll. Einigen wenigen Beschäftigten wurden Stellen an anderen Standorten der Meta-Wolf-Gruppe angeboten. Schütz erklärte, man hoffe, viele Mitarbeiter aus Leisnig und der Umgebung nach dem Neustart einstellen zu können – bevorzugt solche mit Berufserfahrung. Die neuen Eigentümer planen, die Produktion im Jahr 2027 wieder aufzunehmen. Bis dahin soll im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in die Modernisierung des Werks investiert werden – unter anderem in Solarsysteme, Robotik und Künstliche Intelligenz. Mit dem Neustart sollen mindestens 100 Arbeitsplätze entstehen; nach Angaben von Meta Wolf sind 130 Stellen sogar wahrscheinlicher. Der Standort hatte bereits zuvor eine Insolvenz durchlaufen und war 2024 von der italienischen Panariagroup übernommen worden. Anhaltend schwache Nachfrage im Baubereich und hohe Energiekosten hatten das Unternehmen erneut in die Krise geführt.
