Irans Trainer: Frühere Einreise für letztes Gruppenspiel
Für Spiele in den USA dürfen Irans Fußballer nur knapp vorher anreisen und müssen im Anschluss schnell wieder außer Landes. Für das letzte Gruppenspiel in Seattle soll es besser werden. Iran darf nach Angaben von Cheftrainer Amir Ghalenoei für das dritte Gruppenspiel gegen Ägypten in Seattle früher als bislang in die USA reisen. "Für das letzte Spiel haben sie uns erlaubt, selbst zu entscheiden bei den Reiseplänen. Für die beiden ersten Spiele haben andere diese Entscheidungen und Pläne für uns gemacht", sagte Ghalenoei einen Tag vor dem Duell mit Belgien im Los-Angeles-Stadion am Sonntag (21.00 Uhr MESZ). Die iranische Fußball-Nationalmannschaft war für dieses Spiel erneut, wie schon zum Auftakt gegen Neuseeland, am Tag vor der Partie vom Teamquartier in Mexiko in die USA gereist. Er verstehe nicht, warum eine frühere Anreise nicht schon für diese Spiele möglich gewesen sei, sagte Ghalenoei. "Wir hätten 24 Stunden gebraucht (in Los Angeles , Anm.) aber sie haben uns weniger als 16 Stunden gegeben, deswegen haben wir unser Training nach der Hälfte verlassen müssen", sagte der Trainer. "Diese Einschränkungen haben es sehr schwierig gemacht für uns." Ghalenoei sagte, er hätte sich mehr Unterstützung von anderen Nationaltrainern gewünscht. "Ich habe 47 anderen Trainern eine Frage gestellt und keiner hat mir geantwortet", sagte er. "Ich bin sicher, die sind alle beschäftigt und bereiten ihre eigenen Teams vor und ich erwarte keine Reaktion. Aber wenn ich gesehen hätte, dass ein anderes Team so behandelt wird wie wir, ich würde etwas sagen." Ghalenoei: Hat keine formelle Beschwerde bei der FIFA gegeben Ursprünglich war vorgesehen gewesen, dass das Team sogar erst am Spieltag selbst anreisen darf. Hintergrund ist der Iran-Krieg, in dem zuletzt ein Rahmenabkommen vereinbart worden war. Diese Regelung war vor dem ersten Gruppenspiel bei der WM gelockert worden. Abreisen musste die Mannschaft aber noch am Abend des Spiels. Wegen der An- und Abreiseregelungen hatte Irans Verband eine Beschwerde beim Weltverband FIFA angekündigt. Die Beschränkungen für das eigene Team seien nicht vereinbar mit den Grundsätzen zur Schaffung gleicher Bedingungen für die teilnehmenden Teams, schrieb der Verband in einer Stellungnahme. Ghalenoei relativierte die Pläne und sprach davon, es habe keine formelle Beschwerde gegeben. Man habe lediglich auf die Missstände hingewiesen. FIFA-Präsident Gianni Infantino tue sein möglichstes, um die Umstände zu verbessern. "Ich habe nicht gesagt, er hat uns geholfen. Aber er hat sein Möglichstes getan, um die Hürden zu entfernen. Sie versuchen, die Probleme zu minimieren", sagte Ghalenoei. Wegen der seinen Angaben zufolge unklaren Kommunikation habe sein Team eine Trainingseinheit aber um die Hälfte verkürzt, um dann am Flughafen lange zu warten. In den USA sei man dann zügig abgefertigt und zum Hotel begleitet worden. "Dafür will ich mich bedanken", sagte der Trainer. Iran hatte das erste Gruppenspiel gegen Neuseeland ebenfalls im Los-Angeles-Stadion absolviert und 2:2 gespielt. Gruppenfavorit Belgien war zum Auftakt gegen Ägypten nicht über ein 1:1 hinaus gekommen.
