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Iran-Krieg: Trump tobt – und sitzt in der Falle

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Die Folgen des Iran-Kriegs für die Weltwirtschaft sind verheerend. Zudem scheint Donald Trump andere Kriegsziele zu verfolgen als Benjamin Netanjahu. Wie einig sind sich die USA und Israel noch? Wann ist der Krieg vorbei? Und welche Kriegsziele möchten die USA und Israel überhaupt erreichen? Das sind wohl die dominierenden Fragen, die sich Beobachter aktuell mit Blick auf den Iran-Krieg stellen. Auch die europäischen Staats- und Regierungschefs hoffen auf mehr Transparenz und einen Plan, den US-Präsident Donald Trump seinen Verbündeten bislang noch nicht vorgelegt hat. Wer auf Aufklärung gehofft hat, der wurde auch an diesem Donnerstag enttäuscht. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gab eine Pressekonferenz, doch er blieb erneut vage. Er nannte keinen Zeitrahmen für ein Ende des Krieges. Die Amerikaner seien im Zeitplan, so Hegseth. Es werde die Entscheidung des US-Präsidenten sein, zu erklären, dass die USA ihre Ziele erreicht hätten. Aber welchen Plan und welche Ziele haben sie? Dazu sendet Trumps Verteidigungsminister unterschiedliche Signale. Ziel sei weiterhin die Zerstörung der iranischen Raketenabschussrampen, der Rüstungsindustrie und der Marine, sagte Hegseth. Zudem solle verhindert werden, dass der Iran jemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Die Demokratisierung des Iran sei weiterhin nicht der Plan, trotzdem deutete Hegseth einen Regimewechsel an. Schließlich sei das iranische Regime eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und die gesamte Welt. Das Chaos wächst weiter, denn der Krieg verursacht immer größere Rohstoffengpässe – mit verheerenden Folgen für die Weltwirtschaft. Trump wütet, droht vor allem dem Iran. Doch es ist unklar, ob er und Israels Premier Benjamin Netanjahu sich in allen Fragen mit Blick auf diesen Krieg einig sind. Iran-Krieg und China : Trump zieht die Notbremse USA drohen mit Nato-Austritt: Trump erzählt Unsinn Iranisches Regime schlägt zurück Wie weit das iranische Regime von einem Kollaps entfernt ist, lässt sich von außen schwer beurteilen. Fest steht aber nach nun knapp drei Kriegswochen: Teheran hat sich nach dem Zwölftagekrieg im Juni 2025 auf eine derartige Situation vorbereitet. Die Kommandostrukturen brechen nicht zusammen, auch wenn führende Funktionäre durch amerikanisch-israelische Luftangriffe getötet werden. Das iranische Regime weiß, dass es militärisch keine Chance hat und führt diesen Krieg deshalb asymmetrisch. Das Ziel der Iraner ist, die Länder der Golfregion mit Raketen und Drohnen zu beschießen, damit sich die Energiekrise immer weiter verschärft. Dann würde – so wahrscheinlich die Annahme in Teheran – der Druck auf Trump so massiv werden, dass er sich zurückziehen muss. Das Ergebnis wäre ein strategischer Sieg des iranischen Regimes. Dieser Kriegsplan hat sogar Aussicht auf Erfolg, wie sich aktuell zeigt. Denn bislang schaffen es die USA und Israel nicht nachhaltig, iranische Angriffe mit Drohnen und Raketen zu verhindern. Zwar können Produktionsfabriken für Rüstungsgüter zerstört werden, aber Experten rechnen damit, dass der Iran weiterhin über ein großes Arsenal an Shahed-Drohnen und Kurzstreckenraketen verfügt. Das Regime hat weiterhin Eskalationspotenzial – und das nutzt es auch. Im Fadenkreuz der Angriffe beider Seiten stehen wiederholt Raffinerien, Gasfelder und Pipelines. Zudem ist der Seehandelsweg durch die Straße von Hormus durch den Iran weiterhin faktisch blockiert. Die Folge: Auch in dieser Woche steigen die Preise für Öl- und Gas weltweit. Die Energiekrise erreicht eine neue Eskalationsstufe – und das setzt Trump sichtlich unter Druck. Energiekrieg eskaliert Der US-Präsident versucht am Donnerstag, das Chaos einzudämmen. Nach iranischen Angriffen auf Flüssiggasanlagen in Katar drohte Trump mit Vergeltung. Das US-Militär werde das bedeutende Gasfeld "South Pars" massiv attackieren, sollte der Iran weiter Katars Gasindustrie angreifen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social . Der Preis für europäisches Erdgas stieg daraufhin in der Spitze um mehr als 30 Prozent. Newsblog zum Krieg in Nahost: Die aktuellsten Entwicklungen Israel hatte "South Pars", das vom Iran und Katar ausgebeutet wird, bereits am Mittwoch angegriffen – laut Trump ohne sein Wissen und seine Genehmigung. US-Medienberichte legten am Donnerstag aber nahe, dass der US-Präsident sehr wohl eingeweiht war. Trump habe den Angriff demnach ausdrücklich gebilligt, um den Druck auf den Iran zu erhöhen, die für den Ölmarkt bedeutende Straße von Hormus freizugeben. Trump schrieb, Israel habe das Gasfeld "aus Wut über die Ereignisse im Nahen Osten" angegriffen. In Versalien äußerte er, es werde keine weiteren israelischen Angriffe auf dieses "äußerst wichtige und wertvolle" Gasfeld geben – es sei denn, "der Iran beschließt unklugerweise, einen völlig Unschuldigen anzugreifen, in diesem Fall Katar". Ebendieses kommunikative Durcheinander zeigt, wie groß der Druck auf Washington derzeit sein muss. Die USA und Israel hofften wahrscheinlich auf einen Kollaps des Regimes, nachdem sie gleich am ersten Kriegstag den obersten Führer des Iran, Ali Chamenei, getötet hatten. Doch dieser Kollaps blieb aus. Da eine Kapitulation Teherans nicht in Sicht ist, braucht der US-Präsident für ein Kriegsende etwas, das er als Sieg verkaufen kann. Hoffnung auf den Kollaps des iranischen Regimes Während die Luftangriffe auf Ziele im Iran weitergehen, läuft die Suche nach einem Plan B. Unklar ist, ob sich Trump und Netanjahu dabei weiterhin einig sind. Denn die Angriffe auf die Rohstoffproduktion offenbaren innerhalb der Allianz unterschiedliche Prioritäten. Netanjahu sieht es als sein Lebenswerk an, das iranische Regime zu beseitigen. Es geht ihm eben nicht nur um das iranische Atom- oder Raketenprogramm. Sondern er zielt auf einen Regimewechsel in Teheran und nimmt dafür auch eine Erschütterung der Weltwirtschaft in Kauf. Für Netanjahu geht es in dem Krieg auch um sein politisches Überleben, denn in diesem Jahr wird in Israel gewählt. Und Trump? Für ihn ist es im Prinzip umgekehrt. Der Krieg ist in den USA unbeliebt und der US-Präsident kann sich auch aufgrund der Zwischenwahlen in den USA im November keine größeren Wirtschaftskrisen leisten. Außerdem wird dem US-Präsidenten nachgesagt, dass er militärische Interventionen eigentlich in einem zeitlich begrenzten Rahmen halten will. Aber ob das mit Blick auf die gegenwärtige militärische Lage gelingt, ist mehr als fraglich. Fest steht: Je mehr US-Soldaten am Golf sterben und je größer die wirtschaftlichen Schäden für die USA sind, desto größer ist der Erfolgsdruck für Trump. Da der US-Präsident keine Bodentruppen schicken möchte und allein die Vorbereitung einer US-Invasion laut Experten Monate dauern würde, sitzt Trump in einer selbstgebauten Falle. Er bleibt darauf angewiesen, dass das iranische Regime irgendwann nachgibt. Aber das ist bislang nicht in Sicht.