Diese fünf Werke führen durchs Versuchslabor der Moderne: oben kybernetische Superintelligenz, unten rechte Subkulturen, dazwischen verflossene DDR-Verlage, Boulevard-Sadismus und ein Knigge für naturfromme Wanderer
1. Anspruchsvoll, aber lohnend: „Kybernetik und Kritik“
Kybernetik war seit den 1950ern das große Versprechen zur Lösung aller Probleme durch friktionsfreie Abläufe – in Technik, Wirtschaft, Politik bis hin zum Seelenleben. Ausgehend von den Kybernetikprojektionen und -projekten der Jüngstzeit – etwa von Elon Musks Phrase, seine Plattform X sei eine „kybernetische Superintelligenz“, von autoritär-libertären Ideologien der Ideologielosigkeit bis hin zum überwachungstechnischen chinesischen Sozialkreditsystem – untersucht Anna-Verena Nosthoff die Genealogie einer geradezu Pan-Kybernetisierung, im Wechselspiel von einschlägigen Theorien und ihrer Kritik.
Unter der Perspektive des von Foucault initiierten Gouvernem