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Amprion: Grünstrom-Erzeuger sollen bei Netzausbau mitzahlen

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Nach welchen Regeln sollen künftig Wind- und Solaranlagen ans Stromnetz angeschlossen werden? Einem bestimmten Vorschlag aus dem Energieministerium kann Amprion-Chef Müller viel abgewinnen. Grünstrom-Erzeuger sollen sich nach Ansicht des Übertragungsnetzbetreibers Amprion künftig an den Kosten für den Stromnetzausbau beteiligen. Amprion-Chef Christoph Müller sprach sich am Montagabend bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf für die Einführung eines Baukostenzuschusses aus, der etwa beim Anschluss von neuen Wind- und Solaranlagen fällig wird. Hintergrund ist die Debatte um neue gesetzliche Regeln für den Anschluss von Erzeugungs- und Verbrauchsanlagen an das Stromnetz. Anfang Februar war ein Referentenentwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium für ein sogenanntes Netzpaket bekanntgeworden. Die Verpflichtung von Betreibern von Erneuerbaren-Energien-Anlagen, sich an den Kosten des Netzausbaus und der Netzverstärkung zu beteiligen, könne für einen sparsameren Umgang mit knappen Anschlusskapazitäten sorgen, hieß es darin. Amprion ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland neben Tennet, 50Hertz und TransnetBW. Die Unternehmen kümmern sich in vier Zuständigkeitsregionen ausschließlich um das Höchstspannungsnetz, also die Überlandleitungen mit Spannungen von 220.000 Volt und mehr. Eine zentrale Aufgabe ist der Netzausbau für den Transport von immer mehr klimaneutral erzeugtem Strom. Müller: Auch Einspeiser nutzen Netzinfrastruktur Ein Baukostenzuschuss sei ein etabliertes Instrument, erklärte Müller. Er sei bisher immer nur von Strom-Entnehmern gezahlt worden. Er bilde ab, dass man etwa beim Anschluss eines Hauses oder einer Industrieanlage die schon aufgebaute Netzinfrastruktur mitnutzen könne. Doch auch Anlagen, die in das Netz einspeisten, nutzten diese Infrastruktur. Es sei auch ein guter Ansatz, den Baukostenzuschuss regional zu differenzieren, so Müller weiter. Er könne anzeigen, dass Stromerzeugung im südlichen Teil Deutschlands einen höheren Wert fürs Gesamtsystem habe. Müller räumte ein, dass ein Baukostenzuschuss Belastungen für den Anlagenbetreiber bedeute. "Das tut auch weh, das sehe ich auch." Auf der anderen Seite würden die Zahlungen aber auch für eine Senkung des Netzentgelts sorgen und damit für eine Entlastung der Kunden. Müller plädiert für "energiewirtschaftlichen Konsens" Müller nahm die Debatten über die Ausgestaltung der Energiewende zum Anlass, für einen "Energiekonsens" zu plädieren. Es sei wichtig, sich in Diskussionen mehr zu vertrauen. "Nicht jeder, dem Klimaneutralität wichtig ist, will dafür auch die deutsche Wirtschaft ruinieren. Und nicht jeder, der die deutsche Wirtschaft in seinen Sorgen an erster Stelle hat, will dafür auch das Klima über die Wupper gehen lassen." Eine positive Absichtsvermutung des Gegenübers anzunehmen und sich um einen energiewirtschaftlichen Konsens zu bemühen, wäre wichtig für die Debatten.