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„Wer weiß wie wann was war?“: Hosen-Gate, Stoßburg, Pommes-Pizza – ein Abend mit Raabarbara

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Da soll noch einer sagen, die Zeiten des TV-Lagerfeuers seien vorbei. Bei ihrem ersten Mal gaben Stefan Raab und Barbara Schöneberger alles – wohl nicht zum letzten Mal.

Unglaublich, aber wahr: Zwei der erfahrensten Schlachtrösser im deutschen Fernsehen haben es noch nie miteinander gemacht – bis zu diesem Tag jedenfalls. Um Missverständnissen vorzubeugen, gerade weil in ihrer ersten gemeinsamen Show Nüsse klackern und Keuschheitsgürtel klappern: Es geht ums Moderieren, um Primetime-Entertainment, um die klassische Samstagabendsause. 

Dass sich im Laufe der Jahre bei Stefan Raab und Barbara Schöneberger einiges angestaut zu haben schien, war nicht zu übersehen: Was als übersichtliches Liederraten begann, entwickelte sich über drei Stunden zu einem vogelwilden Feuerwerk mit Perücken und Pimmelwitzen, Schlagern und Charaden, Karaoke und kultigen Werbeclips.

Paten und Teams in Altersgruppen

Ein „Treffen der Generationen“ war angekündigt, prominente Paten im Alter von 20 bis 39, von 40 bis 59 Jahren und Ü60 traten gemeinsam mit dem Publikum an, um ihr Wissen aus der Welt des Fernsehens, der Musik und rund um gesellschaftlich prägende Ereignisse zu testen. Ingolf Lück und Christine Neubauer vertraten die Silberrücken, Özcan Cosar und Frank Rosin die Best-Ager in der Mitte, Max Giesinger und Ricarda Lang die jüngere Generation. Dem cleversten Zuschauerblock winkte am Ende eine Gewinnsumme von bis zu 100.000 Euro.

Der Wahnsinn, der sich hier entwickelte, war früh schon zu ahnen – auch, wenn nicht alles cringe-befreit daherkam, aber auch das gehört wohl zum Rezept der Sendung. Stefan Raab als George Michael, Barbara Schöneberger als Tina Turner und Abrissbirnen-Miley, mittendrin DJ Bobo, Madonna und das Gebiss von Freddie Mercury, das Frau Schöneberger sich mit derart viel Kukident in den Gaumen geschraubt hatte, dass sie es kaum wieder herausbekam – und da war noch nicht mal eine halbe Stunde vorbei. 

Bei „Wer weiß wie wann was war?“ drohte Atemnot

Wer bei diesem Vorspiel schon Atemnot bekam, brauchte für den weiteren Verlauf der Sendung wohl eine Sauerstoffflasche, denn Schlag auf Schlag ging es weiter, es folgte eine Mischung aus Ehemaligentreffen und Dia-Abend, Fasching, Abtanzball und Junggesellen-Abschied, eine Erinnerungsgala mit „Dalli Dalli“ und „Düffeldoffel“, Boris Becker und Willy Brandt, McDonald's und Miracoli, Tic Tac Toe und Toast Hawaii, Mettigel, Pommes-Pizza und Porno-Klassikern, ganz ehrlich: Wer bei „Die Stoßburg – wenn nachts die Keuschheitsgürtel klappern“ und „Auf Schloss Bums klackern die Nüsse“ nicht umgehend nachschaut, ob er nicht noch irgendwo seinen Clubausweis von ‚Video Peter‘ findet, dem ist wohl nicht mal mit einem Gläschen Frauengold zu helfen.

In Kategorien wie Politik, TV-Momente, Kommunikation und Werbung ging es quer durch die Geschichte. Da fiel die Mauer, es zeigte Karsten Spengemann in einer alten „Bravo“ sein bestes Stück, ein paar Seiten weiter geisterte Barbara Schöneberger als knutschender Teenager durch den Fotoroman. Wie sagte sie doch so treffend an einer Stelle der Show: „Wenn man mir was in den Mund steckt, werd' ich gierig“.

Stefan Raab reißt das Glitzerhöschen

Doch ob Bum-Bum-Babs, Bum-Bum-Boris oder Bum-Bum-Eis am Stiel, Väter mit schlüpfrigen Buchstaben-Nudeln auf der Zunge oder Grünen-Politiker mit Sauerkraut-Bart, Nostalgie-Naschkram oder Fanta-Vier-Wiedersehen – den Höhepunkt hostete Joachim Llambi, der nicht nur einen Hauch „Let’s Dance“ in die Show brachte, sondern gleich einen ganzen Wirbelwind: Wie Stefan Raab samt künstlichem Brusthaar die bombastisch gewandete Schöneberger zur Hebefigur stemmte, um sie ächzend aufs Parkett fallen zu lassen – während ihm das Glitzerhöschen dort riss, wo es am meisten Spaß macht, am Hinterteil nämlich – das war spätestens der Moment, um sich eine Notenkelle zu basteln und – frei nach „Spinal Tap“ – eine 11 draufzukritzeln.

Bei derart fulminantem Frontalunterricht ging es fast unter, dass Ricarda Lang Tokio-Hotel-Fan und Ingolf Lück der älteste „Let’s Dance“-Sieger der Welt ist, Özcan Cosar über echte Breakdance-Skills verfügt und Max Giesinger nicht ganz über die Tonhöhe von Helene Fischer verfügt – am kommenden Samstag sind Hella von Sinnen, Hugo Egon Balder, Jan Ullrich, Hans Sigl, Edin Hasanović und Sophia Thomalla zu Gast, sie werden sich ins Zeug legen müssen. Gewonnen wurde auch, am Ende hatte das Team 40 bis 59 die Nase vorn, Andy Brehmes Siegtreffer zum WM-Titel 1990 verhalf auch ihnen zum Triumph, die Gewinnsumme: 60.400 Euro, das sind in Schilling …

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