Insolvenz: Manroland Sheetfed ist insolvent: 748 Jobs in Gefahr
Der Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed hat ein Schutzschirmverfahren beantragt. Am Standort Offenbach bangen 748 Beschäftigte um ihre Arbeitsplätze. Der Offenbacher Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Der Antrag wurde Ende Februar beim Amtsgericht Offenbach gestellt, wie unter anderem die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) und die "Offenbach Post" berichteten. Für die rund 748 Beschäftigten am Standort Offenbach ist die Zukunft derzeit ungewiss. Das Unternehmen produziert sogenannte Bogenoffsetdruckmaschinen. Mit ihnen werden weltweit unter anderem Verpackungen, Werbedrucke, Magazine und teilweise auch Zeitungen hergestellt. Manroland zählt zu den traditionsreichsten Herstellern dieser Maschinen. Emirate fordern Milliarden : Benko-Stiftung meldet Insolvenz an Elektrische Fluggesellschaft: Britische Airline EcoJet ist insolvent Nach Angaben des Unternehmens summierten sich die Verluste im Geschäftsjahr 2025 auf 43,2 Millionen Euro. Gleichzeitig steht die gesamte Druckmaschinenindustrie seit Jahren unter Druck. Digitalisierung, sinkende Druckauflagen und intensiver Wettbewerb lassen die Nachfrage nach neuen Maschinen weltweit schrumpfen. China-Geschäft bricht ein Besonders schwer wiegt der Einbruch des chinesischen Marktes. Über viele Jahre entfielen rund 40 Prozent der Neumaschinenverkäufe auf China . Dieser Absatzmarkt sei inzwischen "praktisch weggebrochen", zitierte die "Offenbach Post" den Betriebsratsvorsitzenden Alexander Roth. Nach Einschätzung des Betriebsrats habe sich das Problem über Jahre aufgebaut. Das Unternehmen habe sich stark auf China konzentriert und andere Märkte wie Indien zu wenig erschlossen. Gleichzeitig befinde sich das Kerngeschäft der Bogenoffsetmaschinen weltweit im Strukturwandel. Stellenabbau wahrscheinlich Geschäftsführer Mirko Kern stellte die Belegschaft bereits auf harte Einschnitte ein. Es sei bedauerlich, "dass sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen werden", erklärte er laut HNA. Ziel sei es, das Unternehmen "in deutlich reduziertem Umfang" wieder in die Gewinnzone zu führen. Unterstützt wird die Geschäftsführung von den Restrukturierungsexperten Arndt Geiwitz von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz und dem Juristen Peter Fissenewert. In den kommenden Monaten sollen sie gemeinsam mit dem Management einen Sanierungsplan erarbeiten. Für die Beschäftigten kommt die Entwicklung nicht völlig überraschend. Nach Angaben des Betriebsrats kämpft das Unternehmen seit Jahren mit sinkenden Umsätzen. Seit Dezember 2024 befindet sich ein Großteil der Belegschaft zudem in Kurzarbeit. Viele Mitarbeiter erinnern sich demnach an eine frühere Krise des Unternehmens. Die damalige Manroland AG hatte im November 2011 Insolvenz angemeldet. In der Folge wurde das Geschäft aufgespalten. Der Bereich für Bogenoffsetmaschinen wurde 2012 als Manroland Sheetfed neu aufgestellt und von der britischen Industrieholding Langley Holdings übernommen. Der Mutterkonzern unterstützte den Standort Offenbach über Jahre finanziell. Zuletzt erwirtschaftete Langley Holdings zwar einen Gewinn von mehr als 150 Millionen Euro vor Steuern , wollte die Verluste der Drucksparte jedoch nicht dauerhaft ausgleichen. Auch die IG Metall zeigt sich besorgt. Der Offenbacher Gewerkschaftsvertreter Manuel Schmidt erklärte laut "Offenbach Post", zunächst müsse geklärt werden, wie viele Arbeitsplätze erhalten bleiben können. Entscheidend sei nun ein tragfähiges Zukunftskonzept für das Werk. Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) bot dem Unternehmen Unterstützung der Stadt an. Die erneute Insolvenz sei für die Beschäftigten eine "extrem belastende Nachricht", sagte er nach Angaben der HNA. Manroland wurde 1871 gegründet. Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 1500 Menschen und betreibt Vertriebs- und Serviceniederlassungen in mehr als 40 Ländern.
