ru24.pro
World News
Март
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Hausnotrufsysteme: Pflegekasse unterstützt bei den Kosten

0
Der Hausnotruf bietet hilfsbedürftigen Menschen schnelle Hilfe im Notfall. Die Technik ist simpel, der Nutzen groß. Finanzielle Unterstützung gibt es obendrein. Die Hilfe kommt per Knopfdruck: Mit zunehmenden körperlichen Beschwerden fühlen sich viele Menschen im Alter zu Hause unsicher. Dennoch möchten sie möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen. Hausnotrufsysteme können älteren, erkrankten oder sturzgefährdeten Menschen zusätzliche Sicherheit verschaffen. Gleichzeitig werden auch deren Angehörige entlastet. Laut dem Bundesverband Hausnotruf nutzen 1,2 Millionen Menschen hierzulande den Hausnotruf bereits. 11.000 Notrufe werden jeden Tag entgegengenommen. Doch wie funktioniert er, für wen ist er sinnvoll und welche Kosten trägt die Pflegekasse? Was ist der Hausnotruf? Der Hausnotruf ist ein elektronisches Meldesystem. Er besteht aus drei Komponenten: Ein wasserdichter Notfallknopf, der per Funk mit einer Basisstation verbunden ist Die Basisstation, die eine Verbindung zur Hausnotrufzentrale herstellt Die Hausnotrufzentrale, die ausgelöste Notrufe zuordnet, einordnet und für die passende Hilfe sorgt Bei gesundheitlichen Problemen, einem Sturz oder einer anderen problematischen Situation, drückt der Nutzer einen Notrufknopf, den er um den Hals, als Armband oder am Körper trägt. Der Knopfdruck aktiviert die sogenannte Basisstation, die über Fest- oder Mobilnetz automatisch die Notrufzentrale kontaktiert. Diese nimmt dann Kontakt zur Hilfe suchenden Person auf, beispielsweise über die Freisprecheinrichtung des Hausnotrufsystems. Die Hausnotrufzentrale verfügt über detaillierte Informationen über den Nutzer. Dazu zählen: Adresse und Zugang zur Wohnung Gesundheitszustand und Vorerkrankungen Kontaktdaten von Angehörigen und Bezugspersonen Verordnete Medikamente Individuell vereinbarte Hilfepläne Aus dem Gespräch mit dem Hilfesuchenden können die Mitarbeiter der Hausnotrufzentrale die Art des Notfalls erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten. So werden – je nach Notlage – Angehörige, der Rettungsdienst oder der Notarzt informiert. Für wen eignen sich Hausnotrufsysteme? Hausnotrufsysteme eignen sich besonders für Personen, die ihre Selbstständigkeit zu Hause bewahren möchten, aber durch Behinderungen, chronische Erkrankungen oder altersbedingte Einschränkungen in Notfällen das Telefon nicht mehr rechtzeitig erreichen können. Vor allem für Senioren, die häufig alleine zu Hause sind, kann ein Hausnotrufsystem sinnvoll sein. Bei der Einschätzung der Sinnhaftigkeit bieten folgende Fragen Orientierung: Leben Sie alleine in Ihrer Wohnung und fühlen sich unsicher? Haben Sie Schwierigkeiten beim Gehen, zum Beispiel durch Schwindel, Schwächeanfälle oder Gleichgewichtsstörungen? Leiden Sie an chronischen Krankheiten, die Sie im Alltag einschränken? Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall ? Sind Sie in Ihrer Wohnung schon einmal gestürzt? Werden Ihre Augen oder Ihr Gehör immer schlechter? Können Sie eine oder mehrere Fragen bejahen, lohnt es sich, über die Anschaffung eines Hausnotrufsystems nachzudenken. Für Menschen mit Demenz sind Hausnotrufgeräte jedoch häufig keine Option. Sie erkennen oft nicht, wann echte Hilfe nötig ist, und betätigen den Notknopf unkontrolliert oder zu häufig. Was zahlt die Pflegeversicherung? Der Hausnotruf ist ein sogenanntes Pflegehilfsmittel. Die gesetzliche Pflegeversicherung kann hierfür die Kosten übernehmen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Zu diesen gehören: Die Person muss über einen Pflegegrad verfügen (mindestens Pflegegrad 1) Eine Notsituation muss jederzeit aufgrund einer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit möglich sein Die Person lebt alleine oder zusammen mit Menschen, die einen Notruf nicht selbstständig absetzen können Die Pflegeversicherung erstattet auf Antrag Kosten von bis zu 25,50 Euro im Monat. Damit lässt sich bei den meisten Hausnotrufanbietern der sogenannte Basistarif abschließen. Dieser umfasst in der Regel die Bereitstellung und Installation der Geräte sowie eine Einweisung. Auch die Verfügbarkeit einer rund um die Uhr besetzten Hausnotrufzentrale ist in der Regel eingeschlossen. Überdies bieten Anbieter eine Vielzahl an zusätzlichen Leistungen. Dazu gehören: Schlüsselhinterlegung und Hintergrunddienst: Ein Wohnungsschlüssel wird beim Hausnotrufanbieter oder in einem nahen Schlüsseltresor hinterlegt. Kann die hilfsbedürftige Person beispielsweise nicht mehr selbstständig aufstehen, kann ein Mitarbeiter des Hintergrunddienstes per Schlüssel in die Wohnung gelangen und Hilfe leisten. In medizinischen Notfällen sperren Mitarbeiter des Hintergrunddienstes dem Rettungsdienst die Tür auf, sodass diese nicht aufgebrochen werden muss – das spart wertvolle Zeit. Sturzerkennung: Ein spezieller Sensor im Notfallknopf kann Stürze selbstständig erkennen. Die Notrufzentrale wird automatisch verständigt. Mobiler Notruf : Der mobile Notruf funktioniert auch unterwegs. Diese Funktion richtet sich vorwiegend an Personen, die noch aktiver sind und ihr Zuhause häufiger verlassen. Mittels GPS lässt sich der genaue Standort der hilfsbedürftigen Person bestimmen. Mir-geht-es-gut-Taste: Der Pflegebedürftige muss einmal am Tag per Knopfdruck bestätigen, dass es ihm gut geht. Bleibt die Meldung aus, ruft die Notrufzentrale an und prüft, ob alles in Ordnung ist. Viele dieser Zusatzleistungen sind sinnvoll, jedoch mit weiteren Kosten verbunden. Diese werden nicht von der Pflegeversicherung übernommen, sondern müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Den richtigen Anbieter finden Zahlreiche Anbieter tummeln sich am Markt. Neben bekannten Wohlfahrtsverbänden wie dem Arbeiter-Samariter-Bund, den Johannitern, Maltesern und dem Deutschen Roten Kreuz gibt es zahlreiche spezialisierte Anbieter. Bevor Sie einen Vertrag mit einem Anbieter abschließen, sollten Sie sich genau über die Vertragsdetails informieren. Wichtig sind etwa Fragen zur Vertragslaufzeit und zum Vertragsende. Gute Verträge enden, wenn der Kunde den Vertrag nicht mehr benötigt, sollte er beispielsweise in ein Pflegeheim ziehen. Wer Zusatzleistungen wünscht, sollte zudem die Preise der Anbieter vergleichen. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist ein maßgebliches Kriterium zudem die Nähe des Anbieters zur Wohnung des Kunden: Je schneller Mitarbeiter im Ernstfall die Wohnung aufsperren und Rettungskräften Zugang verschaffen können, desto besser.