ru24.pro
World News
Март
2026
1 2 3 4 5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Einbruch: So sichern Sie Schmuck und Gold richtig ab

0
Alle sechs Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Nicht immer zahlt die Hausratversicherung dann, was die Geschädigten erwarten. Bösen Überraschungen lässt sich aber vorbeugen. Verona Pooth streitet sich derzeit vor Gericht mit ihrem Versicherungsmakler. 2021 waren Einbrecher in die Meerbuscher Villa der Moderatorin und Werbe-Ikone eingestiegen und hatten reichlich Beute gemacht. Laut Pooth stahlen die bislang unbekannten Täter Schmuck im Wert von über einer Million Euro. Ein Schaden, den die Versicherung Pooths offenbar nicht vollumfänglich rückerstattete. Ein Problem, mit dem auch Menschen ohne Promistatus konfrontiert sein können. 90.000 Einbrüche zählten die deutschen Versicherer 2024. Das entspricht statistisch einem Einbruch alle sechs Minuten. Dabei haben die Täter es in der Regel auf Wertsachen abgesehen. Zwar zahlt die Hausratversicherung prinzipiell auch für Uhren, Schmuck und andere Kostbarkeiten. Allerdings gelten für Wertsachen stets sogenannte Entschädigungsgrenzen, die viele Versicherte oft nicht kennen. Was sind Wertsachen? Zu Wertsachen gehören neben Schmuck auch Edelsteine, Perlen, Kunstwerke, Briefmarken, Münzen, Antiquitäten (keine Möbel), Pelze sowie alle Gegenstände aus Silber , Gold und Platin. Auch Bargeld, Geldkarten, Urkunden, Sparbücher und Wertpapiere zählen die Versicherer dazu. Was zahlt die Hausratversicherung? Die Leistungen der Hausratversicherung bemessen sich für Wertsachen an der Gesamtversicherungssumme. In vielen Tarifen zahlt die Versicherung zwischen 20 und 25 Prozent. Was bedeutet das? Ein Beispiel: Bei einer Gesamtversicherungssumme von 60.000 Euro sind bei einer Entschädigungsgrenze von 20 Prozent Wertsachen in Höhe von 12.000 Euro versichert. Erbeuten die Diebe also Schmuck im Wert von 15.000 Euro, bleibt der Versicherungsnehmer auf einem Teil des Schadens sitzen. Zudem ist die maximale Entschädigungssumme in der Regel gedeckelt. Für Wertsachen, die nicht in einem Tresor gelagert werden, gelten – abhängig vom jeweiligen Versicherungstarif – meist folgende Grenzen: Bargeld, Geldkarten: etwa 1.000 bis 3.500 Euro Urkunden, Sparbücher, Wertpapiere: etwa 1.000 bis 10.000 Euro Schmuck, Briefmarken, Gold: etwa 20.000 Euro Wichtig zu wissen: Die Hausratversicherung zahlt nur bei Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm, Überspannung und Einbruch. Wer Schmuck, Kunst und Geld auch gegen Überschwemmung und andere Elementargefahren absichern möchte, benötigt den sogenannten Elementar-Zusatzbaustein zu seiner Hausratversicherung. Versicherungsschutz anpassen Die Entschädigungsgrenze ist von Tarif zu Tarif unterschiedlich. Neuere sowie bessere Tarife enthalten teils deutlich höhere Erstattungsgrenzen von bis zu 50 Prozent. Ein Wechsel der Hausratversicherung kann sich folglich lohnen. Alternativ kann mit dem bestehenden Versicherer auch vereinbart werden, die bestehende Entschädigungsgrenze zu erhöhen. Die maximalen Entschädigungsgrenzen lassen sich außerdem steigern, wenn die Wertsachen in einem Safe gelagert werden. Doch nicht jeder Tresor ist gleich gut. Dieser muss jedoch – je nach Versicherer – bestimmte Mindestkriterien erfüllen. Entscheidende Bedeutung haben dabei die Sicherheitsstufe und der Widerstandsgrad des Safes. Vereinfach gesagt: Je höher der Widerstandsgrad des Tresors ausfällt, desto höher können die Entschädigungsgrenzen ausfallen. Stufe/ Widerstand Versicherungssumme (Richtwert) Sicherheitsstufe S1 bis zu 5.000 Euro Sicherheitsstufe S2 bis zu 30.000 Euro Widerstand N/O bis zu 40.000 Euro Widerstand 1 bis zu 65.000 Euro Widerstand 2 bis zu 100.000 Euro Widerstand 3 bis zu 200.000 Euro Widerstand 4 bis zu 400.000 Euro Widerstand 5 über 400.000 Euro Diese Werte stellen jedoch nur Richtwerte dar. Die Höhe der endgültigen Versicherung ist stets mit dem jeweiligen Versicherer zu vereinbaren. Manche Versicherer bestehen zudem auf einem Tresor mit Zahlenschloss sowie einer Verankerung des Geldschranks im Boden beziehungsweise an einer Wand. Auch der Einbau einer Einbruchmeldeanlage kann für die Erhöhung der Wertschutzgrenzen förderlich sein. Nicht vergessen: Insbesondere bei teuren Anschaffungen sollte die Gesamtversicherungssumme angepasst werden. Sonst droht im schlimmsten Fall eine Unterversicherung. Spezialversicherung für echte Schätze Wer besonders teure Schätze zu Hause hortet, kann für diese zudem eine spezielle Wertsachenversicherung abschließen. Hier leistet der Versicherer deutlich mehr, zudem ist auch der Versicherungsschutz breiter gefasst. Ob diese spezielle Versicherung jedoch wirklich gebraucht wird, muss individuell geprüft werden. Beweise entscheidend Nach einem Einbruch kann man vieles behaupten – die Versicherer wollen jedoch Beweise. Entsprechend gilt es, den eigenen Besitz stets gut zu dokumentieren. Insbesondere bei Wertsachen sollten deren Besitzer den Inhalt ihres Tresors nachweisen können. Verbraucherschützer raten dazu, die eigenen Habseligkeiten schon vor einem etwaigen Einbruch aufzulisten, zu fotografieren und Belege, Quittungen und Zertifikate aufzubewahren. Die eigene Dokumentation sollte dabei stets so aktuell wie möglich gehalten werden. Das heißt: Neuanschaffungen und etwaige Verkäufe zeitnah vermerken. Eine möglichst detaillierte Liste der Wertgegenstände hilft zudem der Polizei. Kann diese die Täter dingfest machen und die Beute sicherstellen, fällt eine Identifizierung der Besitzer leichter. Die Polizei bietet dafür eine kostenlose Vorlage an.