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Mehr Sprengköpfe: Macron will atomare Abschreckung stärken – mit Deutschland proben

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Frankreich ist die einzige Atommacht der EU. Um glaubhaft zu bleiben, will Emmanuel Macron mehr Sprengköpfe anschaffen – und ihren Einsatz mit Deutschland üben.

Frankreich erhöht angesichts wachsender globaler Bedrohungen die Zahl seiner Atomsprengköpfe. Das habe er angeordnet, sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Anders als bisher werde Frankreich nicht mehr über die Zahl seiner Atomwaffen informieren. „Wer frei sein will, muss gefürchtet sein. Wer gefürchtet sein will, muss stark sein.“

Außerdem hat Macron gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland angekündigt. „Deutschland ist ein Schlüsselpartner“, sagte Macron zur Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung. „Die ersten Schritte der Zusammenarbeit werden noch in diesem Jahr beginnen, sie können Besuche strategischer Standorte sowie gemeinsame Übungen umfassen“, sagte Macron am Montag in einer Rede auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest.

In der EU ist Frankreich seit dem Austritt Großbritanniens 2020 die einzig verbliebene Atommacht. Laut dem Friedensforschungsinstitut Sipri besitzt das Land 290 der weltweit etwa 12.200 Atomwaffen und ist damit nach Russland, den USA und China die viertgrößte Atommacht.

„Abschreckung muss glaubhaft bleiben“

Das Land verfügt über vier Atom-U-Boote, von denen Raketen mit Atomsprengköpfen mit einer Reichweite von etwa 10.000 Kilometern abgefeuert werden können. Auch aus der Luft kann Frankreich Atomwaffen einsetzen. Seine Rafale-Kampfjets können die gut 50 Marschflugkörper des Landes mit Nuklearsprengköpfen abschießen. Diese haben offiziell eine Reichweite von etwa 500 Kilometern.

Macron betonte, er schulde es Frankreich, sicherzustellen, dass die Abschreckung glaubhaft bleibe. Ein größeres Atomarsenal sei unabdingbar. Allerdings solle dies kein Einstieg in einen atomaren Rüstungswettlauf werden. 

Macron sieht wachsende nukleare Bedrohung in der Welt

Macron verwies zur Begründung auf wachsende nukleare Bedrohungen weltweit. Die Bedrohung vermische sich und die Verteidigung möglicher Gegner werde stärker. Konkret nannte Macron eine wachsende atomare Rüstung Chinas, die explosive Lage im Nahen Osten sowie die Bedrohung durch Russland.

Zum Ausbau von Frankreichs nuklearem Waffenarsenal sagte Macron, bis 2036 werde ein neues Atom-U-Boot gebaut.