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Ali Chamenei ist tot: Der kläglich gescheiterte Ajatollah

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36 Jahre lang regierte Ajatollah die Islamische Republik Iran. Unter ihm sollte sie zur Vormacht im Nahen Osten aufsteigen, um Israel einzukreisen und zu vernichten. Nun könnte sogar die Herrschaft der Mullahs enden. Ali Chamenei wirkte immer wie entrückt. Sorgfältig gestutzt der Vollbart, rund die Intellektuellenbrille, schwarz der Turban, der rechte Arm nach einem Attentat beeinträchtigt, trat er nur in Erscheinung, wenn es um wesentliche Dinge ging; der Alltagskram blieb dem Präsidenten überlassen, den er ernannte. Das Alter vergrößerte noch die Distanz, die er um sich legte. Auf die gottähnliche Aura kommt es an, wenn jemand Oberster Führer des Iran ist, politisches und religiöses Oberhaupt und Rechtsgelehrter obendrein. Seit 46 Jahren existiert die Islamische Republik, die nur zwei Anführer kennt: den Gründer Ruhollah Khomeini, der zehn Jahre lang regierte, und Ali Chamenei, der 36 Jahre lang regierte. Beide Ajatollahs haben im Gleichklang einen repressiven Staatsapparat aufgebaut, der brutal zuschlägt, wenn er seine Machtstellung bedroht sieht. Sobald sich in den Straßen Widerstand regte, wie nach dem Mord an Mahsa Amini im September 2022, dann schlugen die Basidsch-Miliz, die Revolutionsgarden und die Polizei bedenkenlos zu. Danach trat Chamenei auf und machte routiniert ausländische Drahtzieher hinter den Unruhen aus – den "kleinen Teufel" in Israel und den "großen Teufel" in den USA . Iran-Krieg: Trump bestätigt Tod Chameneis Krieg im Nahen Osten: Alle Entwicklungen im Newsblog Israel war für Chamenei der Erzfeind Die Schuld an Aufständen exportieren Diktatoren notorisch, sobald ihre Legitimation in Zweifel gezogen wird. Iran ist eine Theokratie. Der Oberste Führer ist ausgestattet mit absoluter Macht. Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und ihm obliegt es, über Krieg und Frieden zu bestimmen. Am Ende wird er daran gemessen, wie er sein Land zurücklässt. Die Ära des Ali Chamenei fällt nicht besonders erfreulich aus. Mit ihm ist der Anspruch auf Hegemonie im Nahen Osten verbunden. Israel spielte dabei die entscheidende Rolle, denn das eigentliche Ziel war und ist die "Zerschlagung und Vernichtung des zionistischen Staates". In Chameneis Weltbild waren Juden wie Tiere und das Land ein "Krebsgeschwür". Der Holocaust war in seiner autoritativen Auslegung "ein Märchen". Die Leugnung der Shoah ist instrumentell folgerichtig, weil Iran dem Land Israel das Existenzrecht abspricht. Israel war für Chamenei der Erzfeind. Ein Fremdkörper in dieser Region, der eingekreist werden sollte. Und da Israel Atomwaffen besaß, wollte der Ajatollah ebenfalls Atomwaffen besitzen. Iran legte einen Feuerring um Israel. Er bestand aus der hochgerüsteten Hisbollah im Libanon , der nicht ganz so hochgerüsteten Hamas im Gaza und seit Kurzem auch aus den jemenitischen Huthis. Dazu bauten vor allem die Revolutionsgarden ihren Einfluss auf Syrien und den Irak systematisch aus. Der Ring aus Feuer ist allerdings ziemlich erloschen; er kokelt nur noch. Die Hisbollah-Führung: ausgeschaltet. Baschar al-Assad : geflohen. Die Hamas: zerschlagen. Am Ende seines Lebens lag die Welt, die Ali Chamenei errichten wollte, um Israel zu vernichten und den Nahen Osten zu dominieren, in Trümmern. Iran wurde wieder auf sich zurückgeworfen. Die Elite war dezimiert. Die Islamische Republik brauchte eine Pause zur Regeneration, die sie aber nicht bekam. Chamenei musste noch erleben, wie zerfiel, was er aufgebaut hatte Der Krieg war nur noch eine Frage der Zeit, das wurde mit den Drohungen Donald Trumps in den vergangenen Wochen immer deutlicher. Der US-Präsident stand allerdings noch in Verhandlungen mit dem Iran. Ein neues Abkommen über die Entschleunigung des iranischen Atomprogramms schien im Bereich des Möglichen zu liegen. Daran glaubte zumindest die iranische Führung. Krieg gegen Iran: Marschiert Trump mit Bodentruppen ein? US-Krieg gegen den Iran: Dann gebührt Trump Respekt – ein Kommentar Und dann doch Krieg. Und die Aussicht auf Wechsel des Regimes. Die Androhung, dass der Ajatollah ermordet werden könnte. Vermutlich hatte sich Benjamin Netanjahu , dessen Maß an Indiskretion berüchtigt ist, erneut vor Donald Trump damit gebrüstet, wenn er wolle, könne er sogar den Ajatollah eliminieren. Chamenei kam schließlich bei massiven Luftangriffen ums Leben , wie Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärte. "Chamenei, einer der bösesten Menschen in der Geschichte, ist tot", schrieb der US-Präsident. Er habe sich den hochspezialisierten Geheimdiensten nicht entziehen können. Chamenei musste noch erleben, wie zerfiel, was er aufgebaut hatte. Wer auch immer nach ihm folgt, muss sich nun vor allem dem inneren Aufbau des geschundenen Landes widmen. Die Hegemonie im Nahen Osten aber fällt an das kriegerische Israel, das erst wieder lernen muss, wie es Frieden schließen kann.