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Spin-off der Dutton-Saga: Blutleer trotz Blutspur: Warum "Marshals" das "Yellowstone"-Erbe mit Füßen tritt

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Spin-off der Dutton-Saga: Der eigentlich ziemlich nette Dutton-Sohn Kayce entdeckt in "Marshals: A Yellowstone Story" seinen Killerinstinkt.

Statt epischer Breite gibt es Episodenware: Mit "Marshals: A Yellowstone Story", das am 2. März beim Streaminganbieter Paramount+ startet, schrumpft das einst opulente "Yellowstone"-Universum von Taylor Sheridan auf das Maß einer routinierten Network-Krimiserie. Das ist nicht verwunderlich: In den USA läuft die 13-teilige Serie bei CBS, dem Heimatsender von "Navy CIS" und "CSI: Vegas".

Es ist durchaus ernüchternd, dieses erste Spin-off nach dem Ende von "Yellowstone". Während Taylor Sheridan in seiner Ranch-Oper und den Ablegern "1883" und "1923" mit großer Geste folgenübergreifend von Macht, Land und Blut erzählte, gibt es in den ersten drei Episoden, die zur Sichtung bereitgestellt wurden, eine Art CSI mit Cowboyhut, in der jede Woche ein neuer Fall gelöst wird – Verfolgungsjagd, Schießerei und abschließender Barbesuch inklusive.

Dabei knüpft "Marshals" an die Ereignisse aus "Yellowstone" an. Montanas größte Ranch ist verkauft, das Broken-Rock-Reservat trägt jetzt Verantwortung. Doch die Duttons haben in mehr als 100 Jahren Spuren hinterlassen – in der (gewohnt grandios fotografierten) Landschaft und bei den Menschen.

Der kleine Dutton entdeckt sein Killerinstinkt wieder

Einer, der sich immer mal wieder von seiner Familie distanzieren wollte, steht nun im Mittelpunkt: Kayce Dutton (wieder von Luke Grimes gespielt), will eigentlich nur ein Stück Land bewirtschaften und dem Fluch seiner Familie entkommen. Doch ein alter Navy-SEAL-Kamerad, Calvin (Logan Marshall-Green), holt ihn in sein Team von US-Marshals.

Fortan ist er hin- und hergerissen zwischen zwei Welten: der ersehnten Ruhe auf seiner kleinen Ranch und dem Einsatz bei den Marshals – was das Publikum übrigens leicht an seiner Kopfbedeckung erkennen kann. Wenn Kayce einen Cowboyhut trägt, arbeitet er auf seiner Ranch und kümmert sich um persönliche Angelegenheiten. Wenn er eine Baseballkappe mit amerikanischer Flagge aufsetzt, ist er im Marshal-Modus.

Kayce kennt das Land und die Leute, er hat einen starken Gerechtigkeitssinn und einen lange unterdrückten Killerinstinkt: "Bei all den Wölfen da draußen brauchen wir gute Schäferhunde", heißt es einmal. Kayce ist dieser Hüter der Unschuldigen und jagt mit Calvin, Belle Skinner (Arielle Kebbel), Miles Kittle (Tatanka Means) und Andrea Cruz (Ash Santos) Gangster und Terroristen.

Blutleer und beliebig

Gleich bei seinem ersten Einsatz wird Kayce Zeuge eines Bombenattentats, bei dem Thomas Rainwater (bekannt aus der Originalserie: Gil Birmingham) schwer verletzt wird. Der Anschlag steht im Zusammenhang mit einer geplanten Mine für seltene Erden am Fluss durch Broken Rock: Die Bewohner fürchten verseuchtes Wasser und einen Anstieg an Krebsfällen - und sie wehren sich.

Dieser Konflikt dient als übergreifender Spannungsbogen und ist einer der unzähligen Verweise auf Ereignisse aus der Hauptserie, wie das ominöse "Dutton-Gen", das Gewalt anzieht und Gesetze beugt. Für mehr als ein paar bedeutungsschwangere Einzeiler über Familie und Ehre reicht es dann aber nicht. "Marshals" ist nicht nur als Cop-Show beliebig, sondern als Dutton-Serie ziemlich blutleer. Auch wenn das Blut in Strömen fließt.

Vor allem irritiert nämlich, wie radikal "Marshals" die Hauptfigur umkrempelt. In "Yellowstone" war Kayce derjenige, der in der Regel gegen das Erbe der Gewalt ankämpfte. Hier schießt er wieder ohne Zögern: Die Leichen könnten schon in den ersten drei Episoden locker einen ganzen Friedhof füllen. Für "Yellowstone"-Fans dürfte "Marshals" jedenfalls eine ziemlich harte Umstellung werden.