«Hochintensive Spannung» bei Bayern gegen Wolfsburg
Die Meisterschaftsfeier auf dem Münchner Rathaus-Balkon können die Bayern-Frauen fast schon einplanen. Auf das Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg schaut trotzdem die ganze Liga. Den Begriff Wachablösung können sie bei den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg schon seit Jahren nicht mehr hören. "Ich hasse dieses Wort", sagte Alexandra Popp mal. Aber an diesem Wochenende könnte sie auch der Statistik nach praktisch vollzogen werden: Wenn der FC Bayern das Bundesliga-Spitzenspiel gegen den Dauerrivalen gewinnt, wird den Münchnerinnen um die DFB-Stars Giulia Gwinn und Klara Bühl die achte deutsche Meisterschaft kaum noch zu nehmen sein. Bayern-Frauen in dieser Saison noch ungeschlagen Sieben Titel haben die beiden dominierenden Teams bisher jeweils gesammelt, München zuletzt dreimal. Die Bayern-Frauen haben ihre Dominanz vor dem Duell am Sonntag (16.20 Uhr/ZDF, MagentaSport und DAZN) immer mehr ausgebaut. Die letzte Niederlage in der Liga kassierte das Ensemble um Gwinn, Bühl, Englands Europameisterin Georgia Stanway, Dänen-Star Pernille Harder und Kapitänin Glodis Viggosdottir im Oktober 2024 - beim 0:2 in Wolfsburg. "Die Spiele haben immer hochintensive Spannung und deswegen schauen wir da einfach mit großer Vorfreude drauf", sagte Bayerns österreichische Nationalspielerin Barbara Dunst. "Wir haben jetzt vielleicht ein paar Punkte voraus. Aber trotzdem muss man sagen, sind es zwei Teams, die wirklich in den letzten Jahren immer sich sehr auf engem Raum bewegt haben, die da immer bei jedem Spiel jeden Punkt fast abgekämpft haben." "Können bis zum Mond kommen" In dieser Saison weist der Kader von Trainer José Barcala auch noch ein Torverhältnis von 67:5 aus. Wenn man in der Lage sei, mit einem klaren Plan vor diese Spielerinnen zu treten, "dann können sie mit der Qualität, die sie haben, bis zum Mond kommen", sagte der Spanier. Der Vorsprung der Münchnerinnen beträgt elf Punkte, auch wenn Wolfsburg ein Spiel weniger hat. Schon das Hinspiel (1:3) und Supercup-Finale (2:4) zuletzt gegen die Bayern-Frauen verloren. Umso wichtiger war für die "Wölfinnen", dass sie am Donnerstagabend durch einen 2:0-Sieg beim italienischen Meister Juventus Turin das Viertelfinale der Champions League erreichten. "Wir haben Großes geleistet", sagte Trainer Stephan Lerch. "Ich habe der Mannschaft gesagt: Das ist nicht selbstverständlich. Jeder weiß, in welcher Situation wir uns im Sommer befanden mit dem sehr großen und verhältnismäßig außergewöhnlichen Umbruch beim VfL Wolfsburg." Alexandra Popps Einsatz fraglich Zwölf Spielerinnen kamen, sechzehn gingen vor dieser Saison. "Und jetzt haben wir es geschafft, wieder die Top 8 in Europa zu erreichen. Nicht jeder hat uns das zugetraut", sagte Lerch, der möglicherweise auch am Wochenende auf die erkrankte ehemalige DFB-Kapitänin Popp verzichten muss. Der 41-Jährige glaubt: Das gesamte Abschneiden der deutschen Clubs in den internationalen Wettbewerben spricht für die Bundesliga . Bayern und Wolfsburg stehen im Viertelfinale der Champions League. Eintracht Frankfurt hat sogar schon das Halbfinale des Europa Cups erreicht. "Die Ergebnisse sprechen für sich. Ich finde das sehr positiv. Das ist erfreulich für den deutschen Frauenfußball", sagte Lerch. "Dadurch haben wir europaweit eine Plattform und eine Sichtbarkeit. Sich da durchzusetzen, ist eine Qualität." Wiedersehen mit Lea Schüller und Jule Brand Für den VfL geht es nun allerdings in der Königsklasse am 24. März und am 2. April gegen Rekordsieger Olympique Lyon mit der früheren Wolfsburgerin Jule Brand. Der FC Bayern tritt am 25. März bei Manchester United mit seiner Ex-Torjägerin Lea Schüller an, für das Rückspiel am 1. April ziehen die Fußballerinnen in die Allianz Arena. Der erstmalige Champions-League-Triumph ist ein großes Ziel der Münchnerinnen - zumal der vierte Titel nacheinander in der Liga nur noch als Formsache gilt.
