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Bruder von Charles III.: Andrew Mountbatten-Windsor nach Festnahme wieder frei

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Andrew Mountbatten-Windsor ist wieder auf freiem Fuß. Zuvor hatte die Polizei ihn in Gewahrsam gekommen. Auf seinem Landsitz gab es einen Einsatz.

Ausgerechnet an seinem 66. Geburtstag hatte die britische Polizei Andrew Mountbatten-Windsor festgenommen. Nach zwölf Stunden ist der frühere Prinz wieder frei, bestätigte die Polizei von Thames Valley. Mehrere britische Medien veröffentlichten Fotos, die den Bruder von König Charles III. beim Verlassen des Polizeireviers zeigten. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei hatte zuvor einen Einsatz in Berkshire und Norfolk bestätigt, wo sich der Landsitz des früheren Prinzen befindet. Man habe einen „Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen“, erklärten die Beamten. „Gemäß den nationalen Richtlinien werden wir den Namen des Festgenommenen nicht nennen.“ Es werde nun weiter ermittelt.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die britische Polizei Vorwürfen nachgeht, laut denen Andrew Mountbatten-Windsor vertrauliche Berichte an den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergeleitet haben soll. Nun hat die Polizei den 66-Jährigen laut BBC wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen.

Andrew Mountbatten-Windsor wurde von Polizisten in Sandringham abgeholt
© Peter Nicholls

Andrew Mountbatten-Windsor soll vertrauliche Informationen weitergeben haben

The Telegraph“ veröffentlichte zur Berichterstattung auch Fotos, die zeigen, wie mehrere Autos auf dem Anwesen in Sandringham vorfahren. Demnach sollen acht Polizisten in sechs Zivilfahrzeugen um kurz nach acht Uhr am Wohnsitz des Ex-Royals angekommen sein. 30 Minuten später seien drei Fahrzeuge wieder abgefahren. In einem davon sollen sich die Sicherheitsleute von Andrew Mountbatten-Windsor befunden haben.

Mittlerweile hat sich der König auch geäußert. Er habe die Festnahme seines jüngeren Bruders Andrew „mit größter Besorgnis” zur Kenntnis genommen. „Lassen Sie mich klarstellen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen”, teilte der König in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Gegen den früheren Prinzen gibt es zahlreiche Vorwürfe im Kontext seiner Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Durch die Epstein-Akten kamen jüngst neue Details ans Licht, die eine weitere Dimension in dem Skandal rund um den Ex-Prinzen enthüllen. Britische Medien haben in den Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew als früherer Handelsbeauftragter der britischen Regierung seinem Bekannten Epstein vertrauliche Dokumente weiterleitete. Unter anderem soll es sich dabei um Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur handeln. Die Vorwürfe hatten das Königshaus erneut schwer getroffen. König Charles III. hatte angekündigt, die Polizei bei etwaigen Ermittlungen gegen seinen jüngeren Bruder zu unterstützen. 

Dal Babu, ehemaliger Chief Superintendent der Metropolitan Police, sagte gegenüber der BBC, dass die Polizei durch die Verhaftung von Andrew „Zugriff auf Computergeräte, Dateien, Fotos und alle anderen Beweismittel“ erhalten werde. Er betonte außerdem, dass die Beamten „alle ihm gehörenden oder von ihm bewohnten Räumlichkeiten sowie alle anderen von ihm kontrollierten Räumlichkeiten durchsuchen können.“ Wie die BBC berichtet, herrsche vor Ort reges Treiben. Zahlreiche uniformierte Polizisten bewachen das Anwesen, während Durchsuchungen durchgeführt werden.

Er hatte weiterhin Kontakt zu Epstein

Der Schriftverkehr zwischen Andrew und Jeffrey Epstein datiert auf Dezember 2010 und Anfang 2011. Der Ex-Prinz hatte behauptet, zu dem Zeitpunkt keinen Kontakt mehr zu Epstein zu unterhalten. Der US-Multimillionär war damals bereits wegen der Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden. Dass der ehemalige Royal sich damals bereits von ihm distanziert habe, ist durch die aktuelle Beweislage widerlegt. Gordon Brown, ehemaliger Premierminister des Vereinigten Königreichs, teilte der BBC mit, er habe einen fünfseitigen Brief an mehrere britische Polizeibehörden geschickt, in dem er neue und zusätzliche Informationen aus den Epstein-Akten liefere.

 

Der Skandal um Andrew ist eng verknüpft mit dem wohl bekanntesten Epstein-Opfer, Virginia Giuffre. Epstein soll sie mehrmals zu sexuellen Handlungen mit Andrew gezwungen haben, wobei sie erst 17 Jahre alt war. Eine Zivilklage von Virginia Giuffre, die ihm sexuellen Missbrauch als Minderjährige vorgeworfen hatte, legte der Ex-Royal mit einem Vergleich bei. Die Familie der inzwischen verstorbenen Giuffre zeigt sich erleichtert von der Festnahme Andrews: „Endlich, heute wurden unsere gebrochenen Herzen durch die Nachricht getröstet, dass niemand über dem Gesetz steht, nicht einmal die Königsfamilie“, teilten die Geschwister des Opfers Medien mit. Andrew sei „nie ein Prinz“ gewesen, heißt es darin weiter.

Andrew hat die Vorwürfe stets bestritten, durch seine Verbindungen zu Epstein aber im Laufe der Zeit seine Rolle als offizieller Vertreter des Königshauses, wie auch alle Ränge und Titel verloren. 

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel wurde nach seiner Erstveröffentlichung um weitere Informationen ergänzt.

Quellen: BBC, „Daily Mail“, „The Telegraph“, Tagesschau, Thames Valley Police