Olympia 2026: Kommentator verliert Job nach Fehlern bei Eröffnungsfeier
Zu Beginn der Spiele brachte der Journalist Paolo Petrecca reihenweise Prominente durcheinander. Auch im eigenen Haus war von einer "Blamage" die Rede. Die hat nun Konsequenzen. Wegen einer ganzen Reihe von Fehlern bei der Live-Übertragung der Olympia-Eröffnungsfeier in Mailand hat der Sportchef des italienischen Fernsehsenders Rai, Paolo Petrecca, seinen Posten verloren. Petrecca habe sich "von seinem Posten zurückgezogen und wird nach den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo ausscheiden", teilte eine Quelle beim staatlichen Sender der Nachrichtenagentur AFP mit. Der 61-Jährige hatte nicht nur US-Popdiva Mariah Carey mit der italienischen Schauspielerin Matilda De Angelis verwechselt. Er hielt auch die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry, die auf der Ehrentribüne neben Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella saß, für dessen Tochter. Alkohol-Auftritt bei Olympia : TV-Reporterin entschuldigt sich Als dann die Nationen einliefen, arbeitete er mit zahlreichen Klischees. Die Spanierinnen und Spanier seien wie stets ziemlich "caliente" (deutsch: heiß), und das chinesische Team betrete das große Stadion "natürlich" mit Smartphones in den Händen. Im eigenen Sender hatte die Gewerkschaft der Sportjournalisten nach der Sendung vor zwei Wochen von einer "Blamage" gesprochen. Zudem drohten sie mit Streik. Die Stimmung in der Redaktion galt seither als vergiftet. Der viel kritisierte Petrecca reichte daher seinen Rücktritt ein. Kurz danach stellte der bisherige Sportchef auf seiner Instagram-Seite ein Gemälde vom Apostel Matthäus ins Internet. Dazu verwies er auf einen Jesus während des letzten Abendmahls zugeschriebenen Satz aus dem Matthäus-Evangelium: "Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten." Aus dem Eintrag geht nicht genauer hervor, wen er damit meint. Die Abschlussfeier kommentiert ein anderer Journalist Petrecca hatte den eigentlich vorgesehenen Kommentator wegen einer angeblichen Indiskretion nicht ans Mikrofon gelassen und dessen Position selbst übernommen. Früher leitete er den Nachrichtenkanal Rai24. Politisch wird er im Lager von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verortet. Die Opposition wirft der rechten Regierung bereits seit Langem vor, Einfluss auf den öffentlich-rechtlichen Sender zu nehmen. Sie nennt Rai "Telemeloni". Mehrere bekannte Journalisten haben den Sender seit Melonis Amtsantritt verlassen. In Italien war es allerdings auch früher schon nicht ungewöhnlich, dass sich Parteien bei dem Sender einmischen. Auch Regierungen anderer Couleur nahmen Einfluss auf die Besetzung wichtiger Posten. Die Abschlussfeier am Sonntagabend in Verona wird nun ein anderer Journalist für Rai kommentieren.
