Wird ein Krieg zwischen USA und dem Iran wahrscheinlicher?
Die jüngsten Atomgespräche zwischen Washington und Teheran brachten erneut keine Lösung. Nun gibt es Befürchtungen, dass US-Präsident Trump seine Drohung mit einem Angriff wahr machen könnte. Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden Krieg. Angesprochen auf Abwägungen von US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen militärischen Vorgehen gegen den Iran sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt, es gebe viele Argumente, die man für einen Angriff anbringen könnte. Zugleich bekräftigte sie aber, dass Diplomatie immer die erste Wahl Trumps sei. Für den Iran wäre es "sehr klug", ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu treffen, sagte Leavitt. Berichte über möglichen Kriegsbeginn Der US-Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf den Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen. Das Weiße Haus wäge derzeit die "Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung" ab, berichtete der Sender. Das US-Nachrichtenportal "Axios" zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem großen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Er könne schon "sehr bald" beginnen und würde "dramatische Auswirkungen" auf die gesamte Region haben, hieß es. Auch in israelischen Medien wird über eine mögliche militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran spekuliert, die demnach schon in den nächsten Tagen beginnen könne und wohl mehrere Wochen dauern würde. Skepsis nach Verhandlungen bleibt groß Am Dienstag hatte es in Genf eine zweite Runde an Verhandlungen zwischen Washington und Teheran unter anderem über Irans umstrittenes Atomprogramm gegeben. Der Iran dämpfte danach die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch. Außenminister Abbas Araghtschi sagte, der Weg zu einer Einigung habe begonnen. Aus US-Regierungskreisen hieß es, es seien zwar Fortschritte erzielt worden, es gebe aber noch viele Details zu klären. Ein ranghoher US-Beamter sagte, die iranische Seite wolle in den kommenden zwei Wochen mit "detaillierten Vorschlägen zurückkommen, um einige der offenen Differenzen zwischen unseren Positionen zu klären". Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie eine Begrenzung seines Raketenprogramms schließt Teheran bislang aus. Bericht: Auch der Iran bereitet sich auf möglichen Krieg vor Die iranische Führung strebe ein Atomabkommen mit den USA an, bereite sich jedoch gleichzeitig eilig auf einen Krieg vor, falls die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern scheitern sollten, berichtete das "Wall Street Journal". Teheran verstärke das Militär, diversifiziere Entscheidungsbefugnisse, befestige die Atomanlagen und gehe verstärkt gegen Abweichler im eigenen Land vor. Die Maßnahmen spiegelten die Überzeugung der iranischen Führung wider, dass das Überleben des Machtapparates selbst auf dem Spiel steht, hieß es. Die USA haben in den vergangenen Wochen ihre militärische Präsenz im Nahen Osten unter anderem mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" deutlich verstärkt. Inzwischen wurde ein zweiter Flugzeugträger in die Region entsandt. Auch weitere Kriegsschiffe, Luftabwehrsysteme und Jagdgeschwader befinden sich nach Informationen der US-Zeitung "Wall Street Journal" bereits in der Golfregion. Laut "Axios" transportierte das US-Militär auf mehr als 150 Flügen Waffensysteme und Munition in den Nahen Osten. Zudem seien alleine in den vergangenen 24 Stunden weitere 50 Kampfflugzeuge dorthin aufgebrochen. Sollte es zum Krieg kommen, dürften die USA wieder gemeinsam mit dem Verbündeten Israel vorgehen, zitierten "Axios" und der US-Sender CNN informierte Quellen. Ein militärisches Vorgehen würde dabei umfangreicher sein als der von Israel geführte zwölftägige Krieg gegen den Erzfeind im Juni 2025, dem sich die USA angeschlossen hatten, hieß es. Israels Angriff erfolgte damals nur einen Tag vor einer geplanten Runde weiterer Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über Irans Atomprogramm. Das US-Militär schloss sich knapp eine Woche später Israel an und bombardierte Irans Atomanlagen. Bericht: Israel erhöht Alarmbereitschaft Der Iran reagierte damals mit massivem Raketenbeschuss israelischer Städte, darunter auch Tel Aviv . Israel habe jetzt erneut seine Alarmbereitschaft erhöht und verstärke seine militärischen Vorbereitungen angesichts zunehmender Anzeichen für einen möglichen gemeinsamen Angriff der USA und Israels auf den Iran in den kommenden Tagen, zitierte CNN zwei israelische Quellen. Sollte es wirklich dazu kommen, könnte es die folgenreichste US-Militärintervention im Nahen Osten seit mindestens einem Jahrzehnt sein, schrieb "Axios". Rubio nächste Woche in Israel erwartet US-Außenminister Marco Rubio will am 28. Februar zu Gesprächen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu nach Israel reisen, teilte ein ranghoher US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur mit. Details zu den geplanten Gesprächsinhalten wurden zunächst nicht genannt. Erst vergangene Woche hatte sich Netanjahu mit US-Präsident Trump in Washington getroffen. Trump hatte dabei nach eigenen Worten darauf "bestanden", dass die Verhandlungen mit Teheran weitergeführt werden, um herauszufinden, ob ein Deal möglich sei. Israel warnt jedoch schon seit langem vor einem Abkommen mit dem Iran, das sich nur auf das Atomprogramm des Landes beschränkt. Der jüdische Staat fordert, dass der Erzfeind auch das Arsenal ballistischer Raketen und die Unterstützung seiner Verbündeten in der Region herunterfährt. Israels Präsident hofft auf Machtwechsel im Iran Aus Sicht Israels bedroht der Iran mit seinen möglichen Plänen, atomare Waffen herzustellen, die Existenz des jüdischen Staates. Teheran bestreitet, solche Ziele zu verfolgen. Israels Präsident Izchak Herzog hofft nach eigenen Worten auf ein Ende der gegenwärtigen Führung der Islamischen Republik und ihrer Verbündeten. Dazu zählen die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen , die Hisbollah-Miliz im Libanon und die Huthi-Miliz im Jemen . "Ich hoffe und bete aufrichtig, dass diese Herrschaft des Terrors endet und wir eine andere Ära im Nahen Osten erleben werden – eine, in der all diese Stellvertreter verschwunden sind und es eine andere Zukunft für die Kinder des Nahen Ostens gibt", sagte Israels Präsident nach Angaben seines Büros.
