Champions League: Verkehrschaos und eine rätselhafte Botschaft: BVB nimmt Kurs aufs Achtelfinale
Borussia Dortmund belohnt sich im Play-Off-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo für eine reife Vorstellung. Torjäger Guirassy lässt die Zuschauer rätseln.
Borussia Dortmund hat dank Torjäger Serhou Guirassy die Tür zum Achtelfinale der Champions League weit aufgestoßen. Beim 2:0 (2:0) im Play-Off-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo traf der Stürmer in der 3. Minute zur Führung und bereitete den zweiten Treffer durch Maximilian Beier (42.) mustergültig vor.
Mit dem verdienten Erfolg vor 76.900 Zuschauern hat sich der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel bei den Norditalienern am Mittwoch nächster Woche verschafft. Bei einem Weiterkommen trifft der BVB im Achtelfinale auf Englands Tabellenführer FC Arsenal oder den FC Bayern München.
Verspäteter Beginn und Dortmunder Blitzstart
Die härteste Geduldsprobe mussten die BVB-Profis vor dem Anpfiff bestehen. Weil Star-Sänger Herbert Grönemeyer fast zeitgleich in der benachbarten Westfalenhalle auftrat, brach rund um die Arena ein Verkehrschaos aus. Mittendrin auch der Dortmunder Mannschaftsbus, der deshalb viel später als geplant ins Stadion rollte. Die Folge: Der Spielbeginn wurde um eine Viertelstunde nach hinten verschoben.
Als es endlich losging, war der BVB sofort auf Betriebstemperatur. Nach nur 125 Sekunden traf Guirassy per Kopf zur frühen Führung. Die Flanke kam von Julian Ryerson, der schon beim 4:0 gegen den FSV Mainz 05 am vergangenen Freitag alle vier Treffer vorbereitet hatte.
Guirassy, der nach monatelangem Formtief nun in vier aufeinanderfolgenden Pflichtspielen gleich sechsmal getroffen hat, zeigte anschließend eine emotionale Botschaft. Der Nationalspieler aus Guinea hatte auf ein Shirt unter seinem Trikot in Französisch geschrieben: „Möge er sie in seinem großen Paradies willkommen heißen.“ Wer damit gemeint war, blieb zunächst unklar.
Champions-League-Playoffs: BVB schlägt kurz vor der Pause erneut zu
Danach hatte Dortmund alles im Griff. Erst nach gut 20 Minuten geriet die BVB-Abwehr, in der mit Nationalspieler Nico Schlotterbeck, Niklas Süle, Emre Can und Filippo Mane gleich vier Innenverteidiger verletzt fehlten, erstmals in Gefahr. Nicola Zalewski passte quer vor das Tor, wo Mario Pasalic den Ball nur knapp verpasste.
In der Folge intensivierten die Gäste ihre Offensivbemühungen, konnten sich aber keine Chancen erarbeiten. BVB-Torwart Gregor Kobel wurde in der ersten Halbzeit kein einziges Mal ernsthaft geprüft. Allerdings taten sich auch die Dortmunder im Angriff schwer, sodass sich das Geschehen weitgehend zwischen den Strafräumen abspielte.
Doch dann startete Guirassy nach einem langen Ball von Felix Nmecha kurz vor der Pause auf dem linken Flügel plötzlich durch. Ein kurzer Blick, eine genaue Hereingabe - und Beier musste aus drei Metern nur noch den Fuß dranhalten.
Nach dem Wechsel kontrollierten die Hausherren die Partie und hätten bei etwas mehr Konsequenz vor dem gegnerischen Tor den Vorsprung sogar ausbauen können. Das gelang zwar nicht, doch der Sieg geriet nie in Gefahr.
