Olympia 2026: Marius Lindvik schiebt Philipp Raimund Schuld zu – "traurig"
Marius Lindvik und Philipp Raimund waren einst befreundet. Seit dem Anzugskandal der Norweger ist das nicht mehr so. Lindvik sieht im Deutschen den Übeltäter. Aus Predazzo berichtet Melanie Muschong Am Montagabend kürte sich DSV-Adler Philipp Raimund zum Olympiasieger von der Normalschanze. Im Anschluss sprach er auf der Pressekonferenz auch über seine zerbrochene Freundschaft mit dem norwegischen Skispringer Marius Lindvik aufgrund des Anzugskandals bei der Skisprung-WM in Trondheim im vergangenen Jahr. t-online sprach Lindvik am Dienstag nach dessen Silber-Gewinn mit dem Mixed-Team auf der Pressekonferenz darauf an. Der 27-Jährige erklärte, dass er die Schuld für die zerbrochene Freundschaft beim deutschen Leistungsträger sehe. "Wir waren enge Freunde und spielten Videospiele. Nach letzter Saison hat er den Mund in den Medien ein bisschen zu weit aufgemacht. Danach wollte ich nicht mehr so eng mit ihm befreundet sein. Es ist auf jeden Fall traurig." Olympiasieger Raimund: "Mein ganzer Körper tut immer noch weh" "Da sitze ich jetzt drin": Skispringer geht Medaillenwette ein – und muss sie nun einlösen Schon am Vortag meinte Raimund: "Ich hatte ihn wirklich als Freund betrachtet. Aber nach dem Vorfall in Trondheim fühlte es sich wie ein Verrat an, wie ein Schlag ins Gesicht." Lindvik hatte bei der Weltmeisterschaft die Silbermedaille aberkannt bekommen, weil ein Video aufgetaucht war, in dem zu sehen war, dass die Norweger ihre Anzüge manipulierten. Bis heute behauptet der norwegische Skisprung-Star, dass er nichts davon gewusst habe. "Ich habe nie eine Entschuldigung bekommen" Raimund fügte am Montagabend nach seinem Goldgewinn in Bezug auf Lindvik an: "Wir waren ziemlich gut befreundet, bevor das alles passiert ist. Wir haben zusammen Videospiele gespielt und zusammen live gestreamt", schlug er ähnliche Töne wie der Norweger an. "Aber ich habe nie eine Entschuldigung oder Ähnliches bekommen. Das macht mich aus menschlicher Sicht etwas traurig." Der deutsche Skisprung-Star erklärte zudem, dass Fehler vorkommen könnten. "Wenn einer von ihnen zu mir käme und sagen würde: 'Hey, es tut mir wirklich leid, dass das passiert ist', dann würde ich ihnen wahrscheinlich verzeihen und sagen: 'Hey, wisst ihr was, wir sind auch nur Menschen, so etwas passiert eben. Wir konzentrieren uns einfach gemeinsam auf die Zukunft.'" So ein Satz sei jedoch nie gefallen, weshalb Raimund enttäuscht sei. Es scheint, dass es Lindvik genauso geht.
