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FC Bayern: Macht TSG 1899 Hoffenheim die Bundesliga wieder spannend?

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Im Klub regiert momentan das Chaos. Hoffenheim entwickelt sich trotzdem vom Fast-Absteiger zum Überraschungsteam der Bundesliga. Das soll auch der FC Bayern zu spüren bekommen. Im Sommer musste die TSG Hoffenheim noch den Spott der Konkurrenz über sich ergehen lassen. Als etwa Bayern Münchens Ehrenpräsident den deutschen Rekordmeister als Außenseiter im höchsten europäischen Wettbewerb darstellen wollte, sprach er von seiner Mannschaft als dem "Hoffenheim der Champions League". Gefährlicher Trend bei Bayern: Plötzlich verwundbar "Er ist auf einem guten Weg": Wird er Goretzkas Nachfolger bei Bayern? So mancher – darunter auch Bayern-Profi Jonathan Tah – wertete diese Einschätzung damals als "respektlos" . In Hoffenheim ließ man sich von dieser Aussage aber nicht aus der Ruhe bringen, wie Co-Trainer Moritz Volz im Gespräch mit t-online verrät: "Für mich als ganz frischen Hoffenheimer, der sowieso sehr gelassen mit vielem umgeht, hatte das wenig Einfluss", sagt er über Hoeneß’ Hoffenheim-Spruch. "Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sich hier intern meine neuen Kollegen in irgendeiner Art und Weise angegriffen oder beleidigt gefühlt haben, sondern dass alle das einzuschätzen wussten." Sie haben es Hoeneß gezeigt Möglicherweise diente Hoeneß’ verbale Spitze den Hoffenheimern sogar als Ansporn. Nach 20 Spieltagen ist die TSG jedenfalls das Überraschungsteam der Bundesliga . Man kann sagen: Bis hierhin haben sie es Hoeneß gezeigt. Im direkten Duell mit den Bayern wollen die Hoffenheimer dahinter nun ein großes Ausrufezeichen setzen. Wer hätte gedacht, dass der Fast-Absteiger und Tabellenfünfzehnte der vergangenen Saison diesen Sonntag (ab 17.30 Uhr im t-online-Liveticker) zu einem echten Topspiel in München antreten würde? Mit einem Sieg könnte der Tabellendritte (42 Punkte) bis auf sechs Punkte an Ligaprimus Bayern (51 Punkte) heranrücken. Zuzutrauen ist das den Hoffenheimern allemal. Als einziges Team haben sie schließlich alle fünf Ligaspiele im laufenden Kalenderjahr gewonnen und reisen dementsprechend mit viel Selbstvertrauen im Gepäck an. "Hoffenheim ist für mich die positivste Überraschung der Saison", sagte Sky-Experte Lothar Matthäus : "Ihre Ergebnisse sind kein Zufall, sondern das Produkt von harter Arbeit, Leistung und Qualität. Sie spielen einen offensiven, mutigen Fußball, bei dem das Zuschauen Spaß macht. Das erinnert mich an ihre Aufstiegssaison." Die formstarken Kraichgauer sind der wohl unangenehmste Gegner, auf den die Bayern momentan in der Liga überhaupt treffen könnten. "Sie haben eine klare Idee, was sie machen wollen – das wird kein einfaches Spiel", sagte auch Bayerns Abwehrchef Jonathan Tah. Sollte es Hoffenheim tatsächlich gelingen, in München zu punkten, wäre spätestens damit der Kampf um die Meisterschaft wieder eröffnet. Hoffenheim als Hoffnung der Bundesliga Denn damit würden sie Borussia Dortmund , das den Rückstand auf Bayern zuletzt bereits von elf auf nur noch sechs Punkte verkürzen konnte, willkommene Schützenhilfe liefern. So wird ausgerechnet Hoffenheim nun zur großen Hoffnung der Bundesliga, die noch in der Hinrunde von der Dominanz der Bayern nahezu erdrückt wurde. Die TSG würde gleichzeitig ihren Champions-League-Platz, den sie momentan belegt, weiter festigen. Will die TSG etwa das "echte" Hoffenheim der Champions League werden? Dieser Gedanke ist im Klub, zumindest offiziell, kein Thema. "Wir wollen vor allem unsere Spiele gewinnen", sagte Volz. Auch Kapitän Oliver Baumann sprach über den Blick auf die Tabelle bislang nur von einer "schönen Momentaufnahme". Er und sein Team dürfen sich aber dennoch längst bereits realistische Chancen auf die Teilnahme an der europäischen Königsklasse ausrechnen. Hoffenheim-Star spielt jetzt bei Bayern vor Der erfahrene 35-Jährige ist seit 2014 im Klub und mittlerweile eine zentrale Säule für den Erfolg der Mannschaft. Auch Bundestrainer Julian Nagelsmann vertraut momentan und womöglich auch bei der Weltmeisterschaft im Sommer auf ihn als Nummer eins. Der Torwart überzeugte zuletzt mit starken Leistungen im Klub sowie in der DFB-Elf. Für Volz ist Baumann "einer der konstantesten Torhüter Deutschlands". Es sei für ihn "überhaupt nicht verwunderlich, dass er in der Nationalmannschaft die gleichen Leistungen abruft wie bei uns." Volz erklärte mit Nachdruck: "Es freut mich riesig. Er ist das Aushängeschild für unseren Verein – und das lebt er auch." Hoffenheim hat in seinen Reihen weitere erfahrene Leistungsträger wie Andrej Kramarić, der in dieser Saison schon auf neun Tore und sechs Vorlagen kommt. Aber auch einige interessante junge Spieler, die sich mit starken Leistungen in den Fokus gespielt haben. Tim Lemperle und Fisnik Asllani, beide erst 23 Jahre alt, gehören zu den Senkrechtstartern der bisherigen Saison. Lemperle erzielte bereits sechs Tore, Asllani gelangen sogar schon sieben Treffer sowie sechs Vorlagen. Auch der 19 Jahre alte Bazoumana Touré (zwei Tore, sieben Vorlagen) oder Max Moerstedt (vier Tore) haben ihren Anteil am Überraschungserfolg der TSG. Asllani hat mit seinen starken Auftritten bereits das Interesse einiger Topklubs auf sich gezogen, auch der FC Bayern sowie der BVB verfolgen seine Entwicklung genau. Im direkten Duell spielt er jetzt auch in München vor. Das sagt Hoffenheims Co-Trainer zum Bayern-Interesse an Asllani Darauf angesprochen, sagte Volz: "Fisnik ist ein toller Typ und ein richtig geiler Kicker. Es macht Spaß, das nicht nur in den Spielen zu sehen, sondern auch im Training." Nun gelte es aber "für ihn zunächst einmal, sich komplett im Bundesliga- und internationalen Fußball zu etablieren. Dann wird man sehen", so Volz weiter. "Unser Fokus liegt darauf, weiterhin mit 'Fis' an seinen Potenzialen zu arbeiten. Da ist schon eine Menge sichtbar, aufgrund seines Alters ist vieles weiterhin entwicklungs- und ausbaufähig." Für Hoffenheim ist er schon jetzt zweifellos ein Schlüsselspieler und ein essenzieller Faktor des Höhenflugs. Was sonst noch hinter dem aktuellen Erfolg der Mannschaft steckt? "Erfolg ist in der Regel kein Geheimnis. Man kann jedes unserer Spiele anschauen und Einblicke bekommen", so Volz. "Unser Spiel spricht die Sprache: Es ist ein sehr fleißiges, ein gemeinschaftliches Spiel. Ich würde den Erfolg auf Intensität und Gemeinschaft herunterbrechen. Das wollen wir so weiterführen." Bemerkenswert ist, dass das Team den vielen Schlagzeilen und dem Führungschaos in und um den Klub bislang erfolgreich trotzt und sich davon nicht von seinem Weg abbringen lässt. Im Klub tobt nach wie vor ein Machtkampf, in den auch Mäzen Dietmar Hopp involviert ist. Nach t-online-Informationen soll dabei auf der Führungsebene ein brisantes Zitat gefallen sein und ein Verantwortlicher konkret in Richtung des 85 Jahre alten Hopp gesagt haben: "Der Alte hat hier gar nichts mehr zu melden." Personalbeben erschüttert Hoffenheim Nach der Trennung von Markus Schütz und Frank Briel als Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH trat auch der Vereinsvorsitzende Jörg Albrecht Ende 2025 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Diese Woche musste nun auch Marketing- und Vertriebsgeschäftsführer Tim Jost den Verein verlassen. Auslöser für das Personalbeben war die seit langer Zeit anhaltende Auseinandersetzung mit Spielerberater Roger Wittmann, die in einem Stadion- und Hausverbot für Wittmann gipfelte. Wittmann ist ein enger Vertrauter von Hopp. Inmitten der Führungsturbulenzen entschied sich Sportchef Andreas Schicker vor dem Jahreswechsel etwas überraschend zu bleiben. Der Österreicher erteilte den Avancen des Ligakonkurrenten VfL Wolfsburg eine Absage. Nun soll aber auch Schicker dem Vernehmen nach vor dem Aus stehen. Für Montag soll Christoph Henssler, der 29 Jahre alte Interimsklubchef des Muttervereins mit Ultra-Vergangenheit, eine Gesellschafterversammlung einberufen haben. Spekuliert wird, dass Schicker als Geschäftsführer abberufen und zum Sportchef degradiert werden könnte. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der 39 Jahre alte Österreicher das mitmacht. Damit steuert das Führungschaos in Hoffenheim auf den nächsten vorläufigen Höhepunkt zu. Gleichwohl will die Mannschaft die Bundesliga weiter überraschen. Man darf gespannt sein, ob ihr das auch in München gelingen wird.