Abfahrt in Crans-Montana: Vonn stürzt schwer – Monsen abtransportiert
Die Abfahrt in Crans-Montana muss abgebrochen werden. Zuvor ist es auf der Strecke zu mehreren heftigen Stürzen gekommen. Auch Lindsey Vonn hat es erwischt. Die US-amerikanische Skirennläuferin Lindsey Vonn ist in Crans-Montana bei der letzten Weltcup-Abfahrt vor den Olympischen Winterspielen (6. bis 22. Februar in Mailand und Cortina d’Ampezzo) schwer gestürzt. Nach dem Verlust des Gleichgewichts beim ersten Sprung geriet die Speed-Spezialistin in Rückenlage und landete unsanft im Fangnetz. Das Rennen wurde anschließend wegen schlechter Sicht und zunehmendem Schneefall abgebrochen. Zunächst war Vonn nach ihrem Sturz schwer atmend im Schnee liegen geblieben, konnte sich aber wenig später aufrichten. Nach kurzer Behandlung fuhr die 41-Jährige selbstständig ins Tal, wobei sie mehrfach anhielt und ihr linkes Knie hielt. Die Teilprothese, die ihr das erfolgreiche Comeback ermöglichte, trägt sie rechts. Im Zielbereich winkte Vonn dann ins Publikum, bevor sie im Untersuchungszelt verschwand. Später wurde sie dann per Helikopter abgeholt und in ein Krankenhaus geflogen. Auch Ortlieb und Monsen stürzen schwer Vor der mit Startnummer fünf gestarteten Vonn waren bereits zwei weitere Athletinnen auf der Piste schwer gestürzt. Die Österreicherin Nina Ortlieb kam mit einem "blauen Fleck am Kinn" davon, wie sie berichtete. Die Norwegerin Marte Monsen musste mit einem Rettungsschlitten abtransportiert werden. Bei ihrem Sturz hatte sie neben ihren Skiern auch noch Helm und Brille verloren. DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier sagte im ZDF : "Crans-Montana war schon immer eine schwierige Abfahrt, die ein gewisses Limit von den Frauen fordert." Die Präparation der Strecke sei "nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmäßig, das ist eine extreme Herausforderung". Die Stürze führte Maier auf "individuelle skifahrerische Fehler" zurück. Athletinnen reagieren mit Unverständnis auf Abbruch Die Athletinnen im Startbereich, darunter die Deutschen Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann, reagierten mit Unverständnis auf den Abbruch und diskutierten die Entscheidung aufgebracht untereinander. "Es hat sich nicht wie irgendetwas Verrücktes angefühlt", sagte Jacqueline Wiles (USA), die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag und Vonn nach deren Unfallfahrt im Ziel getröstet hatte. Wiles zeigte aber auch Verständnis für die Rennjury: "Es ist ein harter Tag. Man sollte jede schützen." Ortlieb ergänzte: "Wenn die beste Skifahrerin, Lindsey Vonn, auch scheitert, dann zeigt das schon, dass die Piste aktuell sehr anspruchsvoll ist."
