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Ikea bietet neuen Stromtarif "Svea Strom" an: Lohnt sich das?

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Mit einem neuen dynamischen Stromtarif betritt Ikea gemeinsam mit Svea Solar den Energiemarkt. Der Tarif verspricht flexiblen Ökostrom für Nutzer von E-Autos und Wärmepumpen. Können Kunden wirklich sparen? Ikea bietet jetzt auch Strom an. Zusammen mit seinem Partnerunternehmen Svea Solar bringt der schwedische Möbelhersteller einen dynamischen Stromtarif auf den Markt. Der Name: "Svea Strom". Er richtet sich vor allem an Verbraucher, die eine Wärmepumpe oder ein E-Auto besitzen, und ist nach Angaben von Ikea und Svea Solar zu 100 Prozent aus Ökostrom. Dynamischer Stromtarif – was ist das? Im Gegensatz zu den üblichen Standardtarifen zahlen Kunden bei einem dynamischen Stromtarif keinen vertraglich festgelegten Arbeitspreis und somit Strompreis . Stattdessen richtet sich der Arbeitspreis – der bis zu 40 Prozent des Strompreises ausmacht – nach dem Einkaufspreis an der Strombörse. Das bedeutet, dass der Strompreis je nach Uhrzeit höher oder günstiger als der Durchschnittspreis oder ein vertraglich festgelegter Strompreis sein kann. Gründe für die Schwankungen sind etwa sonnen- oder windintensive Tage. In der Zeit produzieren die Photovoltaik- und Windkraftanlagen viel günstigen Strom, weshalb er zu einem niedrigeren Preis angeboten werden kann. In den Abend- und Nachtstunden oder auch im Winter ist die Stromproduktion durch die Erneuerbaren jedoch sehr gering, Gaskraftwerke oder andere teure Stromproduzenten müssen einspringen . Auch der Strombedarf steigt zu bestimmten Zeiten. Der Strom wird teurer. Für Kunden kann das bedeuten: Strom wird dann besonders preiswert, wenn viele ihn nicht dringend brauchen oder viel vorhanden ist – und teuer, wenn die Nachfrage hoch und wenig günstiger Strom verfügbar ist. Das wiederum führt zu typischen Preisspitzen – meist morgens und abends, da viele Menschen gleichzeitig kochen, heizen oder Geräte nutzen. Voraussetzungen für den Tarif Um einen dynamischen Stromtarif nutzen zu können, müssen Kunden ein intelligentes Messsystem ("Smart Meter", kurz: iMSys) besitzen. Dieser kann die Verbräuche genau erfassen und somit den Strom minutengenau abrechnen. Bislang hat allerdings nicht jeder Haushalt einen Smart Meter. Erst 2032 soll dieses Messsystem für jeden verpflichtend vorhanden sein. Allerdings haben Verbraucher schon vorher das Recht, den Einbau des Systems zu verlangen. Dabei ist jedoch auf die Einbaukosten zu achten. Neben dem Smart Meter ist auch eine Energiemanagement-App für das Smartphone nötig. Bei dem Ikea-Modell handelt es sich hierbei um die Svea Solar App. Sie zeigt die aktuellen Preise an und soll helfen, günstige Zeitfenster zu erkennen. Wer zusätzlich kompatible Geräte wie eine Wallbox, einen Stromspeicher oder ein Energiemanagementsystem nutzt, kann die Steuerung teilweise automatisieren. Zwar ist der Tarif grundsätzlich auch ohne Smart Meter abschließbar, doch ohne die passende Messtechnik kann das Sparpotenzial des dynamischen Preises, mit dem Ikea wirbt, kaum genutzt werden. Denn nur wenn der Verbrauch zeitlich genau erfasst wird, kann der günstige Preis auch tatsächlich dem richtigen Zeitraum zugeordnet werden. In diesem Fall multipliziert der Stromanbieter den geschätzten Stromverbrauch mit den gültigen Börsenstrompreisen (zzgl. Steuern und Abgaben), um den erwarteten Monatspreis und Abschlag zu ermitteln. Diese Kosten fallen an Die Grundgebühr liegt bei 6,99 Euro/Monat. Ikea Family Mitglieder zahlen 5,95 Euro pro Monat. Für die ersten sechs Monate kann die Grundgebühr entfallen, wenn Kunden Ikea-Mitglied sind und den Vertrag bis zum 1. Februar 2026 abschließen. Nach Ablauf der Rabatt-Zeit fällt die Grundgebühr dann wieder an. Auf die Grundgebühr addiert sich noch der Arbeitspreis. Dieser richtet sich nach dem Verbrauch und wird pro Kilowattstunde berechnet. Eine Mindestvertragslaufzeit gibt es nicht. Die Kündigungsfrist beträgt vier Wochen. Lohnt sich der Tarif? Ob sich das Ikea-Angebot lohnt oder nicht, hängt sowohl von der App-Nutzung als auch von der Möglichkeit, seinen Stromverbrauch flexibel zu gestalten, ab. Je einfacher Kunden ihren Stromverbrauch auf Randzeiten verschieben können, desto größer ist das Sparpotenzial. Allerdings werden nicht viele Haushalte im Alltag jede Stunde manuell nach Strompreisen planen wollen. Verbraucherschützer warnen jedoch, dass ein dynamischer Stromtarif auch schnell zur Kostenfalle werden kann. Denn gerade in der Heizsaison sind die Nachfrage und der Strompreis an der Börse eher hoch. Wer dann viel Strom benötigt, etwa für Heizung oder Warmwasser, spürt Preisspitzen stärker. Zwar gibt es im Sommer durchaus andere Zeiten, dennoch können diese die Stromspitzen im Winter nicht immer ausgleichen. Wer tagsüber nicht zu Hause ist und somit keine großen Verbräuche hat, profitiert oft weniger. In diesen Fällen kann ein klassischer Tarif mit festem Preis am Ende sogar günstiger sein – weil er Preisschwankungen abfedert. Ikea setzt auf einen dynamischen Stromtarif und nicht auf einen festen, da sich das Angebot besser in das bereits vorhandene Energiesortiment – etwa die Wärmepumpe – einbinden lässt. Verbraucher sollten – wie bei jedem Stromtarif und vor allem beim dynamischen Stromtarif – genau hinschauen, ob sie die Voraussetzungen erfüllen und einhalten können. Wer hingegen vor allem zu klassischen Spitzenzeiten Strom benötigt oder keine Möglichkeit hat, Lasten zu verschieben, ist mit einem festen Tarif unter Umständen günstiger dran. Wer oder was ist Svea Solar? Das Unternehmen wurde 2014 von Erik Martinson und Björn Lind in Stockholm gegründet. Neben Balkonkraftwerken, Batteriespeichern und Wallboxen bietet es auch Stromtarife und Energiemanagementsysteme an. Die Kundenmeinungen sind überwiegend positiv. Teilweise wird jedoch bemängelt, dass es zu Lieferverzögerungen kommt oder der Kundenservice bei Problemen nicht weiterhilft oder gar nicht erreichbar ist.