Deutschlands Wirtschaft: Ministerin Reiche senkt Wachstumsprognose
Zuletzt kamen positive Signale aus Deutschlands Wirtschaft. Nun überrascht Wirtschaftsministerin Katherina Reiche mit ihrer Konjunktureinschätzung. Die Bundesregierung rechnet für das laufende Jahr mit einem geringeren Wirtschaftswachstum als im Herbst angenommen. Im Entwurf des Jahreswirtschaftsberichts nehme das Wirtschaftsministerium die Wachstumserwartung für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2026 auf 1,0 Prozent zurück, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag von einem Insider. Das sind 0,3 Punkte weniger, als noch im vorigen Jahr in der Herbstprojektion von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) angenommen. Für das kommende Jahr 2027 gehe die Regierung laut dem Entwurf von einem BIP-Wachstum um 1,3 Prozent aus. Das Ministerium lehnte eine Stellungnahme ab. Die Ministerin will den Bericht am 28. Januar dem Kabinett vorlegen. Zuletzt waren die Prognosen deutlich freundlich ausgefallen. So hatten IWF und OECD mit einem höheren Wachstum für Deutschland gerechnet. ZEW-Präsident Achim Wambach hatte bei der Vorlage des Konjunkturberichts des Forschungsinstituts zu Wochenbeginn gar von 2026 als "Wendepunkt" gesprochen. Bei der Preissteigerung rechnet die Regierung dem Insider zufolge für 2026 mit einem Plus von 2,1 Prozent. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder gewachsen. Das BIP stieg um 0,2 Prozent. Die neue Regierungsprognose von 1,0 Prozent für das laufende Jahr deckt sich mit den Erwartungen von Ökonomen. Diese trauen der deutschen Wirtschaft ein ähnliches Wachstum zu, das von einer höheren Zahl an Arbeitstagen sowie steigenden staatlichen Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur begünstigt werden dürfte.
