König Charles III.: "Diese Offenheit ist neu"
Inzwischen ist Charles seit fast dreieinhalb Jahren König – und von Anfang an mit Problemen konfrontiert. Wie schlägt sich der britische Monarch? Was zeichnet ihn aus? Die Königin ist tot, Charles ist König, hieß es am 8. September 2022. Als der heute 77-Jährige den Thron bestieg, stand er vor großen Herausforderungen. Viele weitere kamen innerhalb seiner bisher kurzen Regierungszeit hinzu – gesundheitliche und die Familie betreffende. Doch ein Thema hat sich wie von selbst erledigt. Die "Sunday Times" schrieb 2022 kurz nach dem Tod der Queen: "Als König muss Charles lernen, sich weiterzuentwickeln und die Monarchie im Einklang mit den Erfordernissen der Zeit neu zu gestalten." Wie Königshausexpertin Julia Melchior im Gespräch mit t-online befindet, ist ihm das gelungen. Sie erklärt: " Charles wurde früher oft als tragische Figur dargestellt. Doch der Übergang war erstaunlich nahtlos. Kaum einer konnte sich die Monarchie ohne die Queen vorstellen." Elizabeth II. war bis zu ihrem Tod am 8. September 2022 mit 96 Jahren mehr als sieben Jahrzehnte Königin, schon mit 25 Jahren hatte sie am 6. Februar 1952 den Thron bestiegen. Charles wurde mit drei Jahren Thronfolger. Als er schließlich König wurde, war er 73 und damit der bei Amtsantritt älteste König der britischen Geschichte. Für Julia Melchior kein Hindernis, sie sagt: "Charles gelang es von Anfang an, das Erbe seiner Mutter fortzusetzen und seiner Herrschaft seine eigene Handschrift zu geben." Was genau Charles III. als britischen Monarchen auszeichnet, erklärt Julia Melchior so: " Er genießt großen Respekt – vor allem auch international. Bei Staatsbesuchen zeigt sich, dass er als Staatsoberhaupt ernst genommen wird." Auch traue sich der König, "gesellschaftlich relevante Themen wie Klimaschutz, Glaubensvielfalt oder die koloniale Vergangenheit offen anzusprechen. Vor allem die Umwelt ist ja ein Thema, dem er sich jahrzehntelang schon als Prinz konsequent verschrieben hatte." In diesem Jahr erscheint die Dokumentation "Finding Harmony: A King's Vision" bei Prime Video, die sich um Charles' lebenslanges Engagement für die Umwelt dreht. Krise im Königshaus: "Auch das ist eine direkte Folge der Affäre" "Tür komplett zu": Erbschaftsverlust für Beatrice und Eugenie Was ihn auch ausmacht: Anders als seine Mutter, Königin Elizabeth II., hält Charles mit seinen Gefühlen in der Öffentlichkeit nicht hinter dem Berg. Bei der Trauerfeier für die verstorbene Königin kamen dem heutigen Monarchen die Tränen und er zeigte sich sichtbar ergriffen. Julia Melchior sagt, dass sich Charles "nahbar, menschlich, auch durch den offenen Umgang mit seiner Krankheit" zeige. "Damit signalisiert er: Ich bin da, ich bin König, aber auch nur ein Mensch. Diese Offenheit ist neu und wird von vielen positiv wahrgenommen." König Charles III. hatte Anfang 2024 öffentlich gemacht, dass er an Krebs erkrankt ist. An welcher Krebsform er leidet, wurde nicht mitgeteilt und ist weiterhin unklar. Bestätigt wurde lediglich, dass es sich nicht um Prostatakrebs handelt. Seit seiner Diagnose war Charles in ambulanter Behandlung. Im Dezember 2025 sagte er in einer Videobotschaft für eine Kampagne zur Krebsvorsorge: "Ich kann heute die gute Nachricht verkünden, dass mein eigener Behandlungsplan dank Früherkennung, effektiver Intervention und Befolgung ärztlicher Anordnungen im neuen Jahr reduziert werden kann." Schon vor seiner Krebsdiagnose hatte der König seine Bekanntheit genutzt, um für Prostata-Vorsorgeuntersuchungen zu werben. Dies zeigte tatsächlich Erfolg: Viele Männer informierten sich darüber, wie die Zugriffszahlen auf der Webseite des britischen Gesundheitsdiensts NHS zeigten. An eine solche Offenheit bezüglich gesundheitlicher Diagnosen war während der Regentschaft von Queen Elizabeth II. nicht zu denken. Kreis der arbeitenden Royals ist kleiner geworden Was die "Sunday Times" nach dem Tod der Queen noch schrieb: "Charles hat bereits angedeutet, dass er beabsichtigt, die 'Firma' zu verschlanken – ihren Kern auf die direkte Erbfolge zu reduzieren. Dies ist zu begrüßen." Dafür hat Charles nicht einmal etwas unternehmen müssen. Charles und Harry: Das ist nur die Spitze des royalen Eisbergs Durch den Weggang von Prinz Harry und Herzogin Meghan noch zu Lebzeiten der Queen und die Verwicklung von Charles' jüngerem Bruder Andrew Mountbatten-Windsor in den Epstein-Skandal, der dessen Ausschluss mit sich brachte, ist der Kreis der arbeitenden Royals ohne große offizielle Anpassungen kleiner geworden. Derzeit nehmen insbesondere Charles und seine Frau, Königin Camilla , Thronfolger Prinz William und Prinzessin Kate sowie Charles' jüngerer Bruder Prinz Edwards mit Ehefrau Sophie und die Schwester des Königs, Prinzessin Anne , Termine für das Königshaus wahr. Klar ist aber auch: Harrys Weggang und der Skandal um Andrew ziehen "Konsequenzen für die nächste Generation Königskinder" nach sich, so Julia Melchior. Davon betroffen wären dann Prinzessin Charlotte und Prinz Louis , die jüngeren Kinder von William und Kate.
