Russland kritisiert Nato-Truppenstationierung auf Grönland scharf
Russland kritisiert die Stationierung von Nato-Soldaten in Grönland und befürchtet eine Eskalation. Die Allianz will damit die regionale Sicherheit stärken. Russland äußerte sich am Donnerstag "besorgt" angesichts der Nato-Präsenz in Grönland . "Die Entwicklung in den hohen Breitengraden bereitet uns große Sorge", erklärte die russische Botschaft in Belgien. Die westliche Militärallianz verstärke ihre Präsenz dort "unter dem falschen Vorwand einer zunehmenden Bedrohung durch Moskau und Peking". Russland warf der Nato vor, so die Spannungen in der Region anzuheizen. Vor dem Hintergrund der US-Drohungen zur Übernahme Grönlands beginnt am Donnerstag auf der Arktik-Insel eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder, darunter Deutschland. In einer Pressemitteilung erklärte das Verteidigungsministerium, dass sich 13 Bundeswehrsoldaten an der Mission "Operation Arctic Endurance" beteiligen würden. Pistorius warnt Russland: "Die Nato wird das nicht zulassen" Klare Ablehnung für militärische Lösung: Nur jeder fünfte US-Amerikaner unterstützt Trumps Grönland-Pläne Den Angaben zufolge sollen sie dort die "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" erkunden. Dabei gehe es etwa um Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung. Auch die Nato-Länder Frankreich , Schweden und Norwegen kündigten ihre Beteiligung an der Mission an. Frankreich: "Diplomatie wird fortgesetzt" Der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d'Arvor, erklärte dem Sender France Info, dass bereits etwa 15 französische Soldaten in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eingetroffen seien. Der französische Botschafter Poivre d'Arvor erklärte: "Das ist ein starkes politisches Signal." Ziel sei es, "den USA zu zeigen, dass die Nato in Grönland präsent ist", so Poivre d'Arvor. Zugleich gebe es weitere Gespräche mit den USA, betonte er. "Die Diplomatie wird fortgesetzt, wir werden eine Einigung auf diplomatischem Weg finden", so der Botschafter. Letztlich stelle Russland die einzige Bedrohung für die arktische Region und das Baltikum dar. Am Morgen trat im Élysée-Palast zudem ein kurzfristig einberufener nationaler Verteidigungsrat zusammen. Treffen im Weißen Haus ergebnislos Ein Krisentreffen von den USA, Dänemark und Grönland in Washington war am Mittwoch ergebnislos zu Ende gegangen. US-Präsident Donald Trump hält nach dänischen Angaben an seinen Plänen zur Aneignung von Grönland fest. Es werde erwartet, "dass ab heute und in den kommenden Tagen mehr Nato-Soldaten in Grönland präsent sein werden", sagte Grönlands Vizeregierungschef Mute Egede am Mittwoch zu Journalisten. Es werde unter anderem "mit mehr Flugzeugen und Schiffen gerechnet". Er fügte hinzu, es würden "Übungen" abgehalten. Der Konflikt um Grönland droht die Nato zu spalten. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen sagte nach einem Treffen hochrangiger Vertreter Grönlands, Dänemarks und der USA in Washington, Trump wolle Grönland weiterhin "erobern". Rasmussen äußerte sich an der Seite seiner grönländischen Kollegin Vivian Motzfeldt, beide hatten zuvor mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio auf dem Gelände des Weißen Hauses beraten. Trump schlägt versöhnliche Töne an Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen betonte am Donnerstag, es bestehe weiter eine "grundlegende Meinungsverschiedenheit, da die Ambitionen der USA, Grönland zu übernehmen, nach wie vor bestehen". Die Situation sei ernst. Trump selbst war bei dem Treffen im Weißen Haus nicht dabei. Allerdings äußerte er sich nach dem Spitzengespräch ungewohnt versöhnlich. Die USA hätten "eine sehr gute Beziehung zu Dänemark", sagte er Journalisten im Oval Office. "Ich glaube, es wird sich etwas ergeben." Sorge bei Nato-Partnern Kurz zuvor hatte er seine Forderungen nach einer Übernahme der Insel nochmals bekräftigt. Die USA müssten Grönland kontrollieren, alles andere sei "inakzeptabel", betonte der US-Präsident. Die riesige Arktis-Insel sei für den Aufbau des US-Raketenabwehrschirms "Golden Dome" von entscheidender Bedeutung, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social . Trump hatte seinen Anspruch in den vergangenen Tagen auch geopolitisch begründet: "Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen", sagte er. Der US-Präsident schloss dabei auch militärische Mittel nicht aus. Bei den europäischen Nato-Partnern löste dies massive Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der Nato ist. Eigene Streitkräfte hat die Arktis-Insel nicht.
