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Iran: Einzige westliche Journalistin im Schatten des Regimes

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Phoebe Gaa ist eine der wenigen westlichen Journalisten, die aus dem Iran berichten. Wie ist die Arbeit in einem Land, dessen Regime brutal gegen Protestierende vorgeht? Die Lage im Iran hält die Welt in Atem, und das, obwohl – oder gerade weil – das Regime kaum etwas nach außen dringen lassen will. Die Umstände für den Journalismus sind also denkbar schlecht. Wie kommt es also, dass Phoebe Gaa "wohl die einzige westliche Journalistin" ist, "die aktuell aus dem Iran berichtet"? So beschreibt es ihr Arbeitgeber, das ZDF . Gaa erklärte dem Deutschlandfunk am Donnerstag dazu: "Wir als ZDF haben eine dauerhafte Arbeitsgenehmigung. Das heißt, auch ich kann zumindest einreisen, und dann können wir hier vor Ort arbeiten." Genau das habe die Leiterin der ZDF-Korrespondentenstelle in Istanbul getan, als sie merkte, dass die Proteste im Iran anhalten. Alles zu den jüngsten Entwicklungen im Iran finden Sie in unserem Newsblog . Freie Berichterstattung sei jedoch schon in normalen Zeiten schwierig, erklärt die Reporterin. "Das ist auch jetzt so. Zum Beispiel wurde uns sehr klar kommuniziert, dass wir nicht bei den eigentlichen Protesten drehen dürfen." Trotz der allgemeinen Drehgenehmigung, die Gaa und ihre Kollegen haben, beobachte sie, "dass, wenn wir mit der Kamera auftauchen, die Sicherheitskräfte und Polizisten sehr viel schneller auf uns zukommen und unsere Papiere überprüfen". Zukunft des Iran: Davon wird sich das Mullah-Regime nicht erholen US-Angriff auf den Iran? Trump holt zum Schlag aus Journalismus ohne Draht zur Außenwelt Auslandskorrespondenten sind wichtig für eine funktionierende Presse. Ohne sie wäre eine unabhängige Berichterstattung nicht möglich, die sich nicht auf Regierungsangaben verlassen muss. Zwar teilen Betroffene ihre Geschichten oft auf Social Media . Auch die Proteste im Iran waren in ihren Anfängen auf Instagram, X und Co. präsent, sie sind aber abhängig vom Internet. Dieses kappte das Mullah-Regime kurzerhand, und so drang tagelang kaum etwas nach außen. Angehörige und Journalisten konnten keinen Kontakt mehr im Iran aufnehmen, nicht erfahren, wie es um die Protestierenden steht. Auch Gaa war von dem digitalen Shutdown betroffen, der zudem Anrufe ins Ausland unmöglich machte. Dem Deutschlandfunk berichtete die Journalistin, sie rufe aus dem ZDF-Studio in Teheran an, sei froh, überhaupt mal telefonieren zu können. "Wir wiederum können hier aus dem Ausland nicht angerufen werden." Sie beschreibt die Sorge der Menschen im Iran vor weiteren Eskalationen des Mullah-Regimes und Militärschlägen, die US-Präsident Donald Trump angedroht hat. Da es auch innerhalb des Landes schwer sei, gesicherte Informationen zu bekommen, würden sich Gerüchte schnell verbreiten. In dieser Situation ihrer Arbeit nachzugehen und mit Menschen zu sprechen, sei nicht leicht. Teheran: "Es ist eine große Angst" Sie müsse dabei sehr aufpassen, welche Fragen sie stelle, "in welche Situationen ich Menschen bringe", so Gaa. "Ich bin dann auch ganz offen und sage, dass ich für einen westlichen Fernsehsender arbeite, damit die Menschen auch auf eine Art selbst entscheiden können, wie viel sie mir erzählen wollen." Ihre Arbeit sei deutlich schwieriger geworden. "Das Vertrauen der Leute zu bekommen, dann Leute zu finden, die den Mut haben zu sprechen, und natürlich, die Leute zu kontaktieren. Wir können im Moment von iranischen Telefonnummern innerhalb des Landes telefonieren, aber dabei muss man immer davon ausgehen, dass diese Telefone abgehört werden können." Allgemein nimmt Gaa die Stimmung in Teheran als sehr angespannt und gedrückt wahr. Es sei ihr in den vergangenen Tagen mehrmals passiert, dass sie mit Leuten gesprochen habe und diese in Tränen ausgebrochen seien. "Es ist eine große Angst davor, was als Nächstes kommt." Die gebürtige Heidelbergerin hat fast ihre gesamte journalistische Laufbahn beim ZDF absolviert. Seit 2011 ist sie für den Sender im Ausland unterwegs, war unter anderem in Marokko , Brasilien und Russland . Seit 2024 leitet sie das ZDF-Büro in Istanbul.