Rheinbahn Düsseldorf: Unfallserie dezimiert Flotte – Ersatzteile fehlen
Eine Serie von Kollisionen zwischen Bahnen und Pkw hat die Flotte der Düsseldorfer Rheinbahn stark dezimiert. Ersatzteilmangel und lange Lieferzeiten verschärfen die Situation. In den vergangenen Wochen kollidierten in Düsseldorf 55 Mal Bahnen mit Autos, wobei Rheinbahn-Fahrzeuge teils erheblich beschädigt worden sind. Das hat weitreichende Folgen für den Bahnverkehr in der Landeshauptstadt. Denn: Durch eine Häufung teils schwerer Verkehrsunfälle in den vergangenen Wochen ist die Zahl der einsatzfähigen Niederflur-Bahnen deutlich gesunken. Wie die Rheinbahn in einer Pressemitteilung von Mittwoch erklärt, verfüge das Unternehmen dadurch aktuell über zehn Prozent weniger einsatzfähige Niederflur-Bahnen. Laut Rheinbahn beeinträchtigt dieser Rückgang das Platzangebot unmittelbar. Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb bei der Rheinbahn, ordnet die Situation ein: "In den letzten Wochen hatten wir eine ungewöhnlich hohe Zahl von Unfällen, bei denen unsere Fahrzeuge zum Teil erheblich beschädigt wurden. Solche Ausfälle sind für uns mehr als ärgerlich – sie treffen uns mitten im laufenden Betrieb." Lange Lieferzeiten verzögern Reparaturen Nach Angaben der Rheinbahn fehlen europaweit Ersatzteile und Komponenten für Schienenfahrzeuge. Die Lieferzeiten für Ersatzteile dauern teils mehrere Monate. Zwar würden die Mitarbeitenden mit Hochdruck daran arbeiten, die Fahrzeuge so schnell wie möglich wieder einsatzbereit zu machen. Doch bei der Aufarbeitung wichtiger Komponenten müsse teilweise lange gewartet werden, was die Rückkehr der Fahrzeuge erheblich verzögere. Auf Linien mit Überschneidungen setzt die Rheinbahn daher momentan kürzere Züge ein. So will sie die Auswirkungen für die Fahrgäste minimieren. Finke erklärt: "Wir müssen laufend neu abwägen, wo eine Angebotsminderung die geringsten Folgen hat. Unser Ziel ist immer: fahren statt ausfallen lassen. Wir streichen keine einzige Fahrt, wenn es sich vermeiden lässt." Rheinbahn setzt auf: "Fahren statt ausfallen lassen" Europaweit außerdem werde derzeit nach zusätzlichen Partnern für die Aufarbeitung von Komponenten gesucht. Das Nahverkehrsunternehmen erarbeite zudem gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der Polizei Düsseldorf Maßnahmen zur Unfallreduzierung. Finke abschließend: "Unsere Fahrgäste haben Anspruch auf Verlässlichkeit – und daran arbeiten wir fortlaufend. Wir wissen, dass die Situation derzeit Geduld verlangt, und wir sind den betroffenen Fahrgästen sehr dankbar für ihr Verständnis. Wir tun alles dafür, um schnell wieder das volle Angebot bereitzustellen."
