Tagesgeld-Zinsen aktuell: Bis zu 3,2 Prozent – diese Bank zahlt am meisten
Im Durchschnitt dümpeln die Tagesgeldzinsen vor sich hin. Doch an der Spitze des Marktes ist davon wenig zu spüren: Mehrere Banken locken mit Aktionszinsen. Wer aktuell die Zinsen beim Tagesgeld vergleicht, könnte sich wundern: Rund um den Jahreswechsel überbieten sich einzelne Banken mit Spitzenangeboten. Bis zu 3,2 Prozent Zinsen sind derzeit möglich und damit teils mehr als bei Festgeld mit gleicher Laufzeit. Für Sparer kann sich das lohnen – vorausgesetzt, sie kennen die Bedingungen und Fallstricke. Nach einer aktuellen Auswertung des Vergleichsportals Verivox , die t-online vorliegt, werben derzeit 13 Kreditinstitute mit befristeten Tagesgeldzinsen von mindestens drei Prozent. Anfang Dezember waren es noch sieben. An der Spitze liegen aktuell die französische Distingo Bank und der deutsche Einlagenvermittler Raisin mit jeweils 3,2 Prozent. Damit rückt Tagesgeld für viele Sparer wieder stärker in den Fokus – zumindest auf den ersten Blick. Denn die attraktiven Zinssätze gelten fast ausschließlich für Neukunden und laufen nach wenigen Monaten wieder aus. Hohe Zinsen, aber nur auf Zeit In der Regel garantieren die Banken die hohen Zinssätze für drei oder vier Monate, teils auch für ein halbes Jahr. Danach greifen die meist deutlich ungünstigeren Konditionen für Bestandskunden. "Von Aktionsangeboten mit befristeten Sonderkonditionen profitieren vor allem Sparer, die bereit sind, ihr Geld erneut umzuschichten, sobald die Neukundenzinsen ausgelaufen sind", sagt Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Wer diesen Aufwand scheut, sollte beim Zinsvergleich weniger auf die beworbenen Spitzenwerte achten, sondern auf die dauerhaft geltenden Konditionen. Unter den deutschen Kreditinstituten bietet derzeit die Hamburger Varengold Bank mit 2,3 Prozent den höchsten Tagesgeldzins, der unbefristet gilt und für Neu- wie Bestandskunden gleichermaßen verfügbar ist. Tagesgeld vs. Girokonto: Hier bekommen Sie mehr als 3 Prozent Geldpolster ansparen: Lohnt sich ein Tagesgeldkonto für mich? Tagesgeld teilweise attraktiver als Festgeld Bemerkenswert ist, dass einige Tagesgeldangebote aktuell sogar besser verzinst sind als vergleichbare Festgelder. Bei fast allen Neukundenaktionen sichern die Banken den Zinssatz für den beworbenen Zeitraum fest zu. Ähnlich wie beim Festgeld besteht also kein Zinsänderungsrisiko. So bietet etwa die Volkswagen Bank Neukunden 2,9 Prozent mit einer Zinsgarantie von sechs Monaten. Zum Vergleich: Festgelder mit derselben Laufzeit bringen in der Spitze derzeit 2,8 Prozent. Bei Banken mit deutschem Einlagenschutz sind es sogar nur bis zu 2,4 Prozent. Tagesgeld hat aber noch einen weiteren Vorteil: Das Geld bleibt jederzeit verfügbar, während es beim Festgeld für die gesamte Laufzeit gebunden ist. Die folgende Tabelle zeigt, bei welchen Banken Sparer aktuell die höchsten Zinsen erhalten: Kreditinstitut Einlagensicherung Zinssatz für Neukunden Gültigkeit Zinssatz für Bestandskunden Hinweis Distingo Bank Frankreich 3,2 Prozent 3 Monate 1,95 Prozent Raisin Deutschland 3,2 Prozent 3 Monate --- Nach 3 Monaten läuft das Angebot aus und das Geld muss anderweitig angelegt werden. Consorsbank Frankreich/Deutschland 3,1 Prozent 3 Monate 0,8 Prozent Zusammen mit dem Tagesgeld wird ein kostenfreies Wertpapierdepot eröffnet. Advanzia Bank Luxemburg 3,05 Prozent 3 Monate 1,5 Prozent Bigbank Estland 3,01 Prozent 4 Monate 2,5 Prozent BBVA Spanien 3 Prozent 6 Monate 0,5 Prozent Bei diesem Angebot handelt es sich nicht um ein Tagesgeld, sondern um ein Girokonto. Suresse Direkt Bank Spanien 3 Prozent 4 Monate 1,9 Prozent Tomorrow Deutschland 3 Prozent 120 Tage 0,75 Prozent Kunden müssen auch ein Girokonto bei dem Anbieter eröffnen. Renault Direkt Bank Frankreich 3 Prozent 3 Monate 1,8 Prozent YapiKredi Nederland Niederlande 3 Prozent 90 Tage 1,8 Prozent Stellantis Direktbank Frankreich 3 Prozent 3 Monate 1,35 Prozent Umweltbank Deutschland 3 Prozent 3 Monate 0,6 Prozent Nach den ersten drei Monaten gilt für drei weitere Monate der jeweils aktuelle EZB-Einlagezins (aktuell: 2 Prozent). Norisbank Deutschland 3 Prozent bis 31.3.2026 0,75 Prozent Kunden müssen auch ein Girokonto bei dem Anbieter eröffnen. Nexent Bank Niederlande 2,95 Prozent 3 Monate 1,25 Prozent Ferratum (Multitude Bank) Malta 2,9 Prozent unbefristet 2,9 Prozent Volkswagen Bank Deutschland 2,9 Prozent 6 Monate 1 Prozent Opel Direktbank Frankreich 2,9 Prozent 3 Monate 1,35 Prozent TF Bank Schweden 2,8 Prozent 4 Monate 1,45 Prozent ING-DiBa Deutschland 2,75 Prozent 4 Monate 0,75 Prozent Santander Consumer Bank Deutschland 2,75 Prozent 4 Monate 0,3 Prozent Garanti Bank Niederlande 2,75 Prozent 3 Monate 1,25 Prozent Vorsicht vor diesen Angeboten Allerdings sind die attraktiven Zinsen nicht immer ohne Einschränkungen zu haben. Mitunter knüpfen Banken die guten Neukundenkonditionen an zusätzliche Bedingungen. Beim Angebot von Raisin etwa endet die Verzinsung nach drei Monaten vollständig. Das Geld muss anschließend anderweitig angelegt werden. Andere Institute verlangen die Eröffnung weiterer Konten. So zahlt die Deutsche Bank Neukunden derzeit 2,5 Prozent auf dem Tagesgeldkonto , setzt dafür aber ein kostenpflichtiges Girokonto voraus, über das zumindest ein Teil des Zahlungsverkehrs abgewickelt werden muss. "Vor allem bei Kombi-Angeboten mit Girokonto sollten Sparer genau hinschauen", rät Maier. Solche Angebote lohnten sich meist nur für Menschen, die ohnehin einen Kontowechsel planen und das Girokonto auch nach Ablauf der Neukundenkonditionen weiterführen wollen. Hinzu kommt: Die Eröffnung eines Girokontos wird in der Regel an die Schufa gemeldet. Häufige Kontoeröffnungen und -kündigungen können sich negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirken. "Für ein paar Zehntelprozentpunkte mehr Zinsen sollten Tagesgeldanleger das nicht in Kauf nehmen", so Maier. Alternativen ohne Girokontoabschluss gebe es ausreichend. Durchschnittszinsen bleiben niedrig Der intensive Wettbewerb um Neukunden steht in deutlichem Kontrast zur Lage im breiten Markt. Bundesweit verfügbare Tagesgeldkonten bringen im Durchschnitt derzeit lediglich 1,28 Prozent und damit genauso viel wie bereits Anfang Dezember. Noch niedriger fallen die Zinsen bei regionalen Instituten aus. Sparkassen zahlen im Schnitt 0,37 Prozent, Genossenschaftsbanken wie Volks- und Raiffeisenbanken 0,42 Prozent. Damit liegen sie deutlich unter dem Niveau überregionaler Banken.
