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Folgen für Patienten: Hunderte Beschäftigte legen an Unikliniken Arbeit nieder

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Wer für eine lange geplante Operation ins Krankenhaus muss, der musste an einigen Unikliniken womöglich umplanen: Die Gewerkschaft Verdi trommelte für Warnstreiks, Hunderte Beschäftigte folgten.

In Nordrhein-Westfalen haben an vier Unikliniken Warnstreiks begonnen, die den normalen Krankenhausbetrieb deutlich einschränken dürften. Ein Verdi-Sprecher sagte, an der Düsseldorfer Uniklinik hätten am Vormittag 350 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Sie schlossen sich einem Demonstrationszug an, der über das Klinikgelände ging. "Wir wollen die Kolleginnen und Kollegen an allen Klinikgebäuden mobilisieren und uns lautstark Gehör verschaffen", so der Verdi-Sprecher. An den Unikliniken Essen, Bonn und Köln begannen ebenfalls Warnstreiks. 

Nach Schätzung von Verdi mussten viele geplante Operationen abgesagt werden. Die Streikbereitschaft sei groß, hieß es von der Gewerkschaft. Im Frühdienst der Kölner Klinik legten zunächst circa 200 Mitarbeitende die Arbeit nieder. Sie wollten ihrem Unmut bei einer Kundgebung Luft machen. 

In Bonn waren es zunächst 35, im Laufe des Tages sollte diese Zahl inklusive Spätdienst und Nachtdienst auf bis zu 150 steigen. Für Essen vermeldete Verdi 190 Warnstreikende im Frühdienst. "Die Stimmung ist gut und die Kolleginnen und Kollegen sind kämpferisch", sagte eine Verdi-Sprecherin.

Es geht um Pflegerinnen und Pfleger, Labormitarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter, Serviceassistenten und andere Beschäftigte. Um Ärzte geht es nicht, da deren Bezahlung über einen Tarifvertrag der Ärztegewerkschaft Marburger Bund geregelt ist. 

Notdienstvereinbarung steht

Dringliche Fälle werden trotz des Warnstreiks versorgt, dies regelt eine Notdienstvereinbarung. Daher konnten auch nicht alle streikbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Arbeitsausstand treten. Das merkte man besonders bei den Pflegerinnen und Pflegern: Dort sei die Personalnot generell so groß, dass viele Pflegekräfte auch beim Warnstreik hätten arbeiten müssen, um den Notdienst aufrechterhalten zu können, hieß es von Verdi. Das sei eigentlich eine Einschränkung des Streikrechts. 

Die konkreten Folgen des Warnstreiks für den Uniklinik-Betrieb waren zunächst unklar. In Köln waren laut Verdi nur ein Drittel der OP-Säle besetzt. Theoretisch könnte die Zahl der Operationen also um zwei Drittel sinken. Tatsächlich werde die Zahl aber wohl nur etwa um die Hälfte sinken, schätzte der Kölner Verdi-Sprecher.

Verhandlungsrunde in Potsdam

Mit den Warnstreiks möchte Verdi in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder den Druck erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde ist am 15. und 16. Januar in Potsdam angesetzt. Für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder fordert Verdi sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zur Stärkung der unteren Lohngruppen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte dies bisher als unbezahlbar ab. 

Der Bonner Verdi-Sprecher äußerte Kritik Haltung der Arbeitgeber. "Die Beschäftigten haben kein Verständnis, dass arbeitgeberseitig noch kein Tarifangebot vorgelegt wurde - daher stehen sie auch bei schlechtem Wetter frühmorgens hier und bekunden ihren Unmut."