Iran: Trump droht Mullahs mit "drastischen Optionen"
Der US-Präsident droht den Mullahs in Teheran mit "drastischen Optionen". Auch mit Elon Musk wolle er über den Iran sprechen. Es geht darum, eine Blockade zu brechen. Nach sich häufenden Berichten über das brutale Vorgehen der Behörden im Iran gegen Demonstranten erwägt US-Präsident Donald Trump nach eigenen Worten mögliche militärische Schritte. "Wir nehmen das sehr ernst", sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. "Das Militär prüft die Lage, und wir erwägen einige sehr drastische Optionen. Wir werden eine Entscheidung treffen." Trump äußerte sich auf die Frage, ob die Führung in Teheran die von ihm zuvor genannte rote Linie – die Tötung von Demonstranten – überschritten habe. "Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen", sagte er. Zugleich berichtete der US-Präsident von diplomatischen Bemühungen Teherans. Am Samstag hätten "die Anführer des Iran angerufen". "Sie wollen verhandeln", sagte Trump. Einzelheiten nannte er zunächst nicht, sagte aber, ein Treffen werde derzeit arrangiert. Zugleich betonte er: "Wir müssen womöglich vor einem Treffen handeln." Trump spricht mit Musk über Internet Die Proteste im Iran hatten vor zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die wirtschaftliche Lage. Inzwischen weiteten sie sich zu Massendemonstrationen gegen die Führung in Teheran aus. Aktivisten zufolge wurden bis Sonntag mindestens 192 Menschen bei den Protesten getötet, sie sprachen von "Massakern" an den freidlichen Demonstranten. Unbestätigte Berichte deuteten aber auf eine deutlich höhere Opferzahl hin, einigen Quellen zufolge gibt es demnach bereits mehr als 2.000 Todesopfer. Angesichts der Kommunikationsblockade, die das Mullah-Regime in Teheran verhängt hat, erwägt Trump auch, die Demonstranten in dem Land mit Satelliteninternet zu unterstützen. Auf die Frage einer Journalistin, ob er Starlink im Iran zugänglich machen werde, sagte der Republikaner, man werde darüber sprechen und das Internet wieder zum Laufen bringen, wenn das möglich sei. T rump erklärte später, er werde noch am Sonntagabend (Ortszeit) Tech-Milliardär Elon Musk anrufen. Dessen Firma SpaceX ist mit dem Dienst Starlink der weltweit bedeutendste Provider von Satelliteninternet. Eine Verbindung zur Außenwelt wäre über das Starlink-Satellitensystem möglich, sofern die dafür notwendigen Terminals vorhanden sind. Iranerin: "Wie lange soll das noch so weitergehen?" Die iranische Führung blockiert seit Donnerstag das Internet im Land, teils auch Telefonverbindungen. Damit will sie in der Regel die Kommunikation zwischen den Demonstranten erschweren. Außerdem soll die Veröffentlichung von Berichten, Fotos und Videos über die Massenproteste unterdrückt werden. Die Maßnahme schürt zudem die Sorge, dass die Führung in Teheran wie schon bei vergangenen Protesten das Blackout nutzen könnte, um die Demonstrationen brutal niederzuschlagen. Eine Nutzerin schrieb auf X: "Wie lange soll das noch so weitergehen? Ich kann weder essen noch schlafen. Ich kann meine Familie und Freunde nicht erreichen. Ich breche langsam, aber sicher zusammen." Ein Nutzer kommentierte: "Millionen sind abgeschnitten. Familien sind unerreichbar. Eine Nation verschwindet in Echtzeit." Auch das Online-Banking funktioniere kaum, so eine andere iranische X-Nutzerin. SMS-Nachrichten könnten nicht gesendet oder empfangen werden, normale Telefonate funktionierten kaum. "Selbst die regierungseigenen Messaging-Apps wie Baleh und Eitaa haben das Versenden von Nachrichten deaktiviert." Pahlavi appelliert an Sicherheitskräfte Unterdessen rief der iranische Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi die Sicherheitskräfte und Beamten in seiner Heimat zu einem Schulterschluss mit den regierungskritischen Demonstranten auf. "Angestellte staatlicher Institutionen sowie Angehörige der Streit- und Sicherheitskräfte haben die Wahl, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und Verbündete der Nation zu werden, oder sich für die Komplizenschaft mit den Mördern des Volkes zu entscheiden", erklärte Pahlavi in Onlinediensten. Der in den USA lebende Sohn des im Zuge der islamischen Revolution 1979 gestürzten Schahs hatte die Demonstrierenden zuvor aufgerufen, ihre Proteste fortzusetzen. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News sagte Pahlavi, er sei bereit, "bei der ersten Gelegenheit" in den Iran zurückzukehren, um dort den "Übergang" anzuführen. Auch UN-Generalsekretär António Guterres appellierte an die iranischen Behörden, keine Gewalt gegen Demonstranten anzuwenden. Das Recht auf freie Meinungsäußerung müsse uneingeschränkt geachtet werden, schrieb Guterres auf der Plattform X. Er sei "schockiert" angesichts der Berichte über Gewalt gegen Demonstranten, die in den vergangenen Tagen zu Todesfällen geführt hätte. Er forderte "maximale Zurückhaltung" der Sicherheitskräfte.
