Kältebusse: Eisige Nächte: Hilfe für Obdachlose jetzt besonders wichtig
In den kommenden Nächten soll es in Berlin extrem kalt werden. Für obdachlose Menschen ist das lebensbedrohlich. Die Teams der Kältebusse bitten alle um Mithilfe.
Angesichts der eisigen Temperaturen bitten das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Berliner Stadtmission alle Menschen in Berlin, derzeit ganz besonders auf Obdachlose achtzugeben. "Bitte schauen Sie nicht weg", sagte der Sprecher des DRK-Landesverbandes, Karsten Hintzmann.
Das Rote Kreuz ist mit zwei Wärmebussen im Einsatz, die Stadtmission mit drei Bussen. Wer Menschen sieht, die Hilfe brauchen, kann das DRK-Team unter der 030 600300 1010 erreichen, das Team der Stadtmission unter der 030 690 333 690. In den kommenden Nächten werden teils zweistellige Minusgrade erwartet.
Temperaturen sind lebensbedrohlich
"Das Leben auf der Straße bei solchen Temperaturen ist immer lebensbedrohlich", sagte Hintzmann der Deutschen Presse-Agentur. Auch Schlafsäcke hielten nur bis zu einem gewissen Grad warm, egal, wie dick sie seien. "Es ist eigentlich unzumutbar, draußen zu schlafen."
Die Wärmebusse der DRK sind täglich zwischen 18 und 24 Uhr unterwegs. Wenn der Bedarf besonders hoch sei, könne aufgestockt werden, sagte Hintzmann. Die Busse der Stadtmission sind zwischen 20 und 2 Uhr auf der Straße. In besonders kalten Nächten gingen in der Vergangenheit rund 120 Anrufe ein, sagte Sprecherin Barbara Breuer. Die Teams versorgen obdachlose Menschen mit warmen Getränken, Schlafsäcken und Isomatten. Sie fahren sie auch, wenn gewünscht, in eine Notunterkunft.
Bei den aktuellen Temperaturen versuchen die Mitarbeiter besonders eindringlich, die Menschen zum Mitkommen zu bewegen, meinte Hintzmann. Zwingen könne man aber niemanden. Einige entschieden sich, trotz der Kälte draußen zu bleiben.
Nicht genug Platz in den Notunterkünften
Und es gibt noch ein Problem: Erfahrungsgemäß sind ab 23 oder 24 Uhr alle Notunterkünfte voll, wie Breuer erklärte. "Wenn es so kalt ist, drängen viel mehr Leute in die Notübernachtungen." Von Dezember bis März gibt es in Berlin 1.144 Notübernachtungsplätze. Die Stadtmission schätzt die Zahl der Obdachlosen auf 6.000.
Was kann man tun, wenn man eine hilfsbedürftige Person auf der Straße entdeckt? "Auf jeden Fall die Leute ansprechen", empfiehlt Breuer. Es sei wichtig, sicherzugehen, dass die Person bei Bewusstsein sei und noch lebe. Wenn man unsicher sei, könne man die Person vorsichtig anfassen. "Wenn man sieht, dass jemand blau ist, nicht mehr atmet, nicht mehr reagiert, sofort den Notruf anrufen."
