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Nachruf: Volksschauspieler Walter Schultheiß stirbt 101-jährig

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Er war König und Pfarrer, grantiger Vermieter und Straßenkehrer. Nun ist der Vorzeigeschwabe Walter Schultheiß kurz vor Weihnachten gestorben.

Der schwäbische Volksschauspieler, Autor und Maler Walter Schultheiß ist im Alter von 101 Jahren gestorben. Nach dem Tod am 22. Dezember in Wildberg im baden-württembergischen Landkreis Calw sei er im kleinen Kreis beerdigt worden, teilte der Südwestrundfunk (SWR) unter Berufung auf Schultheiß' Familie mit. Bundesweit wurde der Darsteller als der Vermieter Rominger des "Tatort"-Kommissars Bienzle bekannt. 

Karriere Ende des Zweiten Weltkriegs

Schultheiß wurde am 25. Mai 1924 in Tübingen geboren. Zum ersten Mal auf der Bühne stand er den Angaben nach gegen Ende des Zweiten Weltkriegs und spielte 1945 "Die kluge Närrin" von Lope de Vega. Nach dem Schauspielunterricht in Stuttgart habe er dort sein erstes festes Engagement am Stuttgarter Volkstheater in der Operette "Maske in Blau" bekommen.

Eine Radio- und Fernsehkarriere schlossen sich an. Mit Werner Veidt bildete er im damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) mehr als zwei Jahrzehnte lang das Straßenkehrer-Duo Karle und Gottlob ("Ich bin der Straßenkehrer Gottlob Friederich; ich kehr' für Arm und Reich, für Groß und Niederich"). Die Serie wurde schließlich zum Markenzeichen der samstäglichen SDR-Hörfunkreihe "Gäste im Großen Sendesaal". 

Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben 

"Wir trauern um einen großartigen Schauspieler, Künstler und ein Urgestein des Mundart Schauspiels", sagte SWR-Intendant Kai Gniffke laut Mitteilung. "Kann man sich Baden-Württemberg ohne Maultaschen, ohne Kehrwoche, ohne Walter Schultheiß vorstellen?" Im Bienzle-"Tatort" habe Schultheiß "den Idealtyp des sympathisch-bruddeligen Schwaben weit über den Südwesten hinaus bekannt und beliebt gemacht". 

Bis ins hohe Alter habe er noch auf der Bühne und vor der Kamera gestanden, sagte Gniffke - für den SWR zuletzt mit seiner Frau Trudel Wulle in dem Kinofilm "Laible und Frisch – Do goht dr Doig". Bis zu seinem Tod habe er zu Hause in Wildberg mit seinem Sohn Götz, dessen Ehefrau und seinen beiden sieben Jahre alten Enkelinnen gelebt, hieß es.