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Böllerverbot: So setzen die Niederlande das Aus für Feuerwerk um

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Deutschland debattiert auch nach dem Jahreswechsel über ein Feuerwerksverbot. Die Niederlande machen mit der Böllerei an Silvester 2026 Schluss. Das sind die Regeln. Die Neujahrsnacht war heftig. Auch in den Niederlanden. Von "Gewalt gegen Polizei und Einsatzkräfte in ungeahntem Ausmaß", sprach die Polizeigewerkschaft NPB. Demnach kam es nach ersten Angaben zu 295 Übergriffen gegen Polizisten und 44 Angriffen auf Rettungskräfte. Im Zusammenhang mit Feuerwerk zum Jahreswechsel kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, darunter ein minderjähriger Junge. In Amsterdam brannte die Vondelkerk nieder , ein ehemaliges Gotteshaus, das bis 1977 als katholische Kirche genutzt wurde. Umliegende Häuser mussten geräumt werden. Deutschland: Polizeigewerkschaft fordert Böllerverbot Alle Entwicklungen: Silvester in Deutschland – der Newsblog So viel zur diesjährigen Bilanz. An Silvester 2026 ist mit dem privaten Abfackeln von Raketen und Krachern erst einmal Schluss. Die Niederlande haben zum nächsten Jahreswechsel ein Böllerverbot besiegelt. "Ziel ist es, Silvester so sicher wie möglich zu gestalten, Zwischenfälle zu minimieren und Verstöße gegen das Gesetz für einen sicheren Silvesterabend wirksam und verhältnismäßig zu ahnden", heißt es in einer Stellungnahme der Regierung. Doch es gibt Ausnahmen von dem Verbot. t-online gibt einen Überblick über die Regelung in den Niederlanden – und wie sie umgesetzt werden soll. Der Vorstoß für ein Böllerverbot Vor allem das rot-grüne Listenbündnis aus Sozialdemokraten und Grünen sowie die Partei für die Tiere machten sich für ein Verbot von privatem Feuerwerk in den Niederlanden stark. Der rot-grüne Fraktionschef Jesse Klaver verbrachte einst selbst eine Silvesternacht an der Seite der Polizei. Sein Fazit nach zahllosen Angriffen auf Polizei, Feuerwehr und Sanitäter: "Wir können die Rettungskräfte nicht einfach mit unserer Empörung abspeisen." Lange schien eine Mehrheit für ein Verbot unwahrscheinlich. Im Frühjahr schlossen sich auch die Christdemokraten dem Vorschlag an. "Wir können nicht sagen, dass wir fest an der Seite unserer Sicherheitskräfte stehen und dann einmal im Jahr einfach wegschauen", sagte der neue christdemokratische Parteichef Henri Bontenbal. So kam das Aus für privates Feuerwerk in den Niederlanden. Insgesamt stimmten zehn Parteien im Parlament in Den Haag dem Verbot zu. Erlaubt ist demnach nur noch Feuerwerk der Klasse F1 wie Knallerbsen und Wunderkerzen. Die Regelung und ihre Lücken Vom Jahreswechsel 2026/2027 an greift in den Niederlanden das Verbot für privates Feuerwerk. Das gilt sowohl für den Verkauf als auch das private Abfeuern von Raketen und Böllern. Doch die Regelung hat Lücken. So kaufen Niederländer kräftig Feuerwerk nicht nur in Deutschland, sondern auch in Belgien . Dort ist der Verkauf von Raketen und Böllern sogar das ganze Jahr über erlaubt. In einer 56 Seiten starken Umsetzungsrichtlinie der Regierung wird auch die Zusammenarbeit mit den Grenzregionen beschrieben. Doch bleiben die Bestimmungen vage. Vorgegangen werden soll vor allem gegen kommerzielle Importeure von Böllern. So hat die niederländische Polizei bereits angekündigt, die Einfuhr von Feuerwerk strikt zu kontrollieren. "Es ist inakzeptabel, dass der Silvesterabend in unserem Land von so vielen, teils sehr schwerwiegenden Zwischenfällen begleitet wird", kündigte Landes-Polizeichefin Janny Knol an. Die legalen Ausnahmen vom Böllerverbot Das Gesetz zum Böllerverbot sieht vor, dass Vereine wie etwa Fußball- oder Schwimmklubs auf Antrag auch künftig auf ihren Silvesterfeiern Raketen und Kracher abfeuern können. Die Ausnahmegenehmigung erteilt die Gemeinde. Doch gibt es harte Voraussetzungen: Maximal dürfen 200 Kilo Feuerwerk der Klasse F2 – also Raketen, Böller und Batterien – gezündet werden. Für die Böllerei müssen ein Supervisor (volljährig) und maximal acht Zündmeister (mindestens 16 Jahre alt) bestimmt werden. Für beide Gruppen gilt während der gesamten Feier ein Alkohol- und Drogenverbot. Ein letzter Ausweg Das Böllerverbot in den Niederlanden sieht auch einen Ausgleich für die Feuerwerksbranche vor. Von einem "netten Nachteilsausgleich" sprach der zuständige Staatssekretär Thierry Aartsen. Die Regierung hat 50 Millionen Euro angeboten, das ist weniger als die Hälfte des diesjährigen Umsatzes von geschätzt rund 129 Millionen Euro. Die Branche fordert mit Verweis auf Investitionen, etwa in sicherere Lagerhallen für die Explosivstoffe, eine Entschädigung von 895 Millionen Euro. So werden die Verhandlungen für die angestrebte neue Regierung um den linksliberalen Rob Jetten schwierig. Kommt die Entschädigung nicht, greift das komplette Gesetz nicht. Es bleibt also noch ein letztes Fünkchen Hoffnung für jene, die die Böllerei in den Niederlanden gutheißen.