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Декабрь
2025

Vogelgrippe: Experten warnen vor neuer Pandemie nach Corona – Gefahr?

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Guten Morgen, liebe Leserin, lieber Leser, erinnern Sie sich noch an den Dezember vor fünf Jahren? Ich gebe Ihnen ein paar Stichworte, um Ihre Erinnerungen aufzufrischen: 7-Tage-Inzidenz, Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen. Vor fünf Jahren legte die Corona-Pandemie das öffentliche Leben in Deutschland – und in weiten Teilen der Welt – lahm. Erst als die Impfkampagne Mitte 2021 anlief, waren endlich Lockerungen möglich. Doch warum, werden Sie sich fragen, erzähle ich Ihnen etwas, das Sie bereits wissen? Das längst vergangen ist? Das Sie womöglich gerne vergessen haben? Weil die Reaktionen der Politik und Behörden auf die Corona-Pandemie bis heute Gegenstand politischer Diskussionen sind. Bislang hat sich Deutschland mit den Fehlern von damals kaum auseinandergesetzt – dabei wäre genau das dringend notwendig. Immerhin befasst sich seit September im Bundestag eine Enquete-Kommission damit. Am heutigen Montag wird dort erstmals der Virologe Christian Drosten befragt. Es ist zu erwarten, dass die AfD ihn öffentlich attackiert – was der Aufarbeitung sicher nicht zuträglich ist. Bis Ende Juni 2027 soll die Kommission einen Abschlussbericht vorlegen. Dabei warnen Experten schon jetzt vor einer möglichen Pandemie, die schlimmer ausfallen könnte als Covid-19: der Vogelgrippe. Zur Erinnerung: Anfang November 2020 hatten sich Bund und Länder auf einen "Lockdown Light" geeinigt, bei dem Gaststätten, Bars und Kneipen schließen mussten. Dieser wurde Ende November verlängert. Doch weil die Infektionszahlen weiter rapide stiegen, musste Mitte Dezember erneut ein harter Lockdown her, nachdem das öffentliche Leben bereits im Frühjahr des Jahres heruntergefahren worden war. Es folgten: ein Weihnachtsfest und ein Jahreswechsel im Zeichen des Virus. Hunderttausende Betriebe mussten um ihre Existenz bangen. Und eine Bundesregierung, die um weitere Maßnahmen rang – die teils skurril, teils unnütz oder gar gefährlich waren. So einigten sich die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder Anfang Januar darauf, dass in Corona-Hotspots die Bewegungsfreiheit auf einen Radius von 15 Kilometern um den Wohnort begrenzt werden sollte. Die Maßnahme erschien vielen willkürlich, kurze Zeit später wurde das Vorhaben wieder zurückgenommen. Der harte Lockdown wurde im Frühjahr dann Schritt für Schritt gelockert, die Normalität kehrte zurück. Heute erinnern nur noch vergilbte Hinweisschilder an die damalige Maskenpflicht oder leer stehende Corona-Testzentren an die Krisenzeit. Selbst die QR-Codes in Restaurants, über die man die Speisekarte aufrufen soll, sind ein Covid-Relikt. Doch tatsächlich bewegt die Corona-Krisenzeit auch heute noch Millionen Menschen. Viele Deutsche sind in dieser Phase vereinsamt, haben sich zurückgezogen – und sind nie wieder ganz im alten Leben angekommen. Besonders umstritten waren die Schulschließungen in der Corona-Krise. Millionen Kinder und Jugendliche mussten über Wochen zu Hause bleiben, improvisierten Unterricht per Bildschirm, kämpften mit fehlenden Endgeräten. Viele fühlten sich zusätzlich stigmatisiert, weil sie als "Gefährder" älterer Angehöriger galten. Bis heute zeigen Studien Lernrückstände, insbesondere bei ohnehin benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Eltern wurden zu Hilfslehrkräften, Schulen zu digitalen Baustellen. War das notwendig? Hinzu kam der Maskenskandal um den damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn. Überteuerte Maskendeals, Provisionszahlungen, zweifelhafte Absprachen – all das hat das Vertrauen in staatliche Entscheidungen zusätzlich erodieren lassen. Sicherlich: Es gab auch Positives. Das Homeoffice hat in vielen Branchen den Sprung ins 21. Jahrhundert beschleunigt. Impfstoffe wurden in Rekordzeit entwickelt. Seit Corona ist vielen Deutschen präsenter, wie wichtig die Arbeit von Pflegepersonal, Ärztinnen und Ärzten ist. Insgesamt aber ist in der Pandemie enorm viel Vertrauen verloren gegangen. Nicht wenige Bürgerinnen und Bürger fragten sich, wer in dieser Ausnahmesituation eigentlich wofür verantwortlich war. Die Folge: Misstrauen, Frust, Radikalisierungstendenzen. Zahlreiche Menschen wandten sich von der Politik ab, fühlten sich von Beschlüssen überrollt, schlecht informiert oder bevormundet. Manche erlebten die Maßnahmen als notwendig, andere als willkürlich – und wieder andere sahen vor allem widersprüchliche Kommunikation, die innerhalb weniger Wochen oder gar Tage kippte. Dieser Vertrauensbruch wirkt bis heute nach, besonders die AfD profitiert von der Debatte um eine Impfpflicht. Zumal die kritischen Fragen bleiben: Mussten die Schulen wirklich so lange schließen? Hätten einige Maßnahmen womöglich zielgenauer sein können? Warum wurde vieles zentral beschlossen, aber in den Ländern oder Kommunen schlecht umgesetzt? War das Entscheidungsgremium aus Ministerpräsidentenkonferenz und Kanzlerin wirklich das Richtige? Oder war es vielleicht doch etwas undemokratisch? Richtig ist: Die Politik musste 2020 auf eine völlig neue Lage reagieren. Viele Entscheidungen wurden unter enormem Zeitdruck getroffen, manches konnte man damals schlicht nicht wissen. Aber fünf Jahre später müsste klar sein, welche Fehler man benennen und welche Strukturen man verbessern will. Seit September tagt nun eine Enquete-Kommission, besetzt mit 14 Abgeordneten und 14 externen Expertinnen und Experten. Ihr Mandat ist breit: von Früherkennung und Krisenmanagement über Schulschließungen und Impfpolitik bis zu den sozialen, wirtschaftlichen und demokratischen Folgen der Pandemie. Die Vorsitzende Franziska Hoppermann (CDU) betont, man wolle "verstehen, nicht verurteilen". Anders als ein Untersuchungsausschuss hat eine Enquete-Kommission deutlich weniger Kompetenzen. Bis sich der Bund überhaupt auf ein Verfahren geeinigt hatte, verging viel Zeit; die AfD drängte auf einen U-Ausschuss, die anderen Parteien lehnten ab. Sie wollten ein Instrument, das mehr ist als nur ein Schuldzuweisungsgremium. Denn die Enquete-Kommission soll nicht nur die Vergangenheit aufarbeiten, sondern Deutschland auf die nächste Pandemie vorbereiten. Dass Handlungsbedarf besteht, verdeutlicht die derzeit grassierende Vogelgrippe. Überträger sind vor allem Zugvögel wie Kraniche. Millionen Hühner und Gänse mussten bereits gekeult werden, weil sich einzelne Tiere infiziert hatten. Das französische Pasteur-Institut warnt im Fall einer Mutation des Vogelgrippe-Virus: "Eine Vogelgrippe-Pandemie wäre wahrscheinlich sehr schwerwiegend, möglicherweise sogar schlimmer als die Pandemie, die wir erlebt haben." Das sagte die Leiterin des Zentrums für Atemwegsinfektionen, Marie-Anne Rameix-Welti , der Nachrichtenagentur Reuters. Man befürchtet, dass sich das Virus an Säugetiere und insbesondere an den Menschen anpasst und von Mensch zu Mensch übertragbar wird. Das Pasteur-Institut gehörte bereits zu den ersten Laboren Europas, die Tests zum Nachweis von Covid-19 entwickelten. Dass eine neue Pandemie daraus erwächst, ist nicht ausgemacht. Laut Gregorio Torres , dem Leiter der Wissenschaftsabteilung der Weltorganisation für Tiergesundheit, ist das Risiko einer Pandemie unter Menschen gering. Auch Rameix-Welti sagte, dass es bereits Impfstoffkandidaten und Vorräte an antiviralen Medikamenten gebe. Doch unabhängig von der Vogelgrippe warnen Experten schon seit Jahren vor globalen Pandemien. Die deutsche Pandemie-Politik bleibt indes im Wartemodus: kein einheitliches Lagebild, unklare Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern, veraltete Meldesysteme. Selbst einfache Fragen – Wer entscheidet wann? Welche Maßnahmen greifen zuerst? – sind bis heute nicht sauber geklärt. Und das fünf Jahre nach Corona. Was es nun braucht: eine nüchterne Analyse und einen ehrlichen Blick nach vorn. Deutschland muss aus den Fehlern der Covid-Jahre lernen. Die Bevölkerung muss darauf vertrauen können, dass mögliche künftige Maßnahmen verhältnismäßig, begründet und überprüfbar sind. Dabei geht es nicht nur um Wirksamkeit, sondern auch um Moral: Wann ist etwa eine Impfpflicht gerechtfertigt? Welche Rechte stehen dem Einzelnen gegenüber dem Schutz der Allgemeinheit zu? Ein möglicher Weg: neben der Enquete-Kommission ein dauerhaftes Gremium, in dem Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen, Sorgen und Erfahrungen einbringen können. Wichtig ist, dass auch diejenigen Gehör finden, die Impfungen ablehnen oder skeptisch sind, ohne dass dies das Prinzip wissenschaftlicher Evidenz untergräbt. Nur so lässt sich eine neue Pandemie verhindern. Und ein Auseinanderbrechen der Gesellschaft. Bibi will Begnadigung Der wegen Korruption angeklagte israelische Ministerpräsident Benjamin "Bibi" Netanjahu hat den Staatspräsidenten seines Landes, Izchak Herzog, offiziell um Begnadigung gebeten. Gegen Netanjahu läuft seit mehr als fünf Jahren ein Korruptionsprozess. Der Regierungschef ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Netanjahu beteuert seine Unschuld und hat wiederholt von einer "Hexenjagd" gesprochen. US-Präsident Donald Trump hatte Herzog bereits mehrfach aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen. In einem von Trump unterschriebenen Brief erklärte er, er respektiere zwar die Unabhängigkeit der israelischen Justiz, glaube aber, dass die Anklage gegen Netanjahu politisch motiviert und nicht gerechtfertigt sei. In Israel hatte es vor dem Hintergrund der schweren politischen Verwerfungen im Land mehrfach Debatten über eine Begnadigung Netanjahus gegeben. Herzog indes hatte in der Vergangenheit gesagt, kein Mensch stehe über dem Gesetz, er behalte sich aber vor, in der Frage nach seinem Gewissen zu handeln. Eine mögliche Begnadigung birgt nicht zuletzt deshalb Sprengkraft, da im kommenden Jahr Wahlen anstehen. Sollte Netanjahu die Wahl verlieren, könnte er im Falle einer Verurteilung seine Amtsimmunität verlieren – es sei denn, er wird begnadigt. Schon jetzt bringen sich die Parteien in Stellung, besonders der bekannte Oppositionspolitiker und Netanjahu-Gegner Jair Lapid . Der Ausgang der Wahl ist komplett offen, die israelische Gesellschaft gespalten – insbesondere zur Frage nach einer Zweistaatenlösung. Thomas Gottschalk hat Krebs Moderator Thomas Gottschalk hat am Sonntag eine Tumorerkrankung öffentlich gemacht. "Ich habe Krebs", sagte er der "Bild"-Zeitung. Es handele sich um ein sogenanntes epitheloides Angiosarkom – einen seltenen, bösartigen Tumor an den Blutgefäßen. Nach eigenen Angaben wurde Gottschalk zweimal operiert und muss starke Medikamente einnehmen. Die Diagnose hatte Gottschalk bereits vor knapp vier Monaten erhalten. Die Erkrankung verschwiegen zu haben, "war rückblickend wohl mein größter Fehler", sagte der Entertainer. Dennoch trat er in dieser Zeit weiter auf – wohl aus Gewohnheit, aus Pflichtgefühl, vielleicht auch, um das eigene Leben nicht stillstehen zu lassen. Die vergangenen Wochen machten deutlich, wie stark die Behandlung ihn fordert. Auftritte, die sonst von Spontaneität und Schlagfertigkeit geprägt waren, wirkten gebremst. Bei der Bambi-Verleihung verwechselte er Cher mit einem Double und kommentierte, die Popsängerin sei die einzige Frau in seinem Leben gewesen, die er je ernst genommen habe: Äußerungen, die scharf kritisiert wurden. Erst in dieser Phase wurde dem Umfeld – und womöglich auch ihm selbst – klar, wie sehr die Krebserkrankung und die starken Schmerzmittel seine geistige Verfassung beeinflusst hatten. Der Schritt, den er jetzt gegangen ist, verlangt daher Respekt ab. Indem er offen über seine Situation spricht, setzt er damit ein öffentliches Zeichen, dass man über Krankheit reden darf – und auch muss. Was steht heute an? Wichtige Frist endet: Im Jahr 2022 befand sich der Galeria-Konzern, Teil des kriselnden Signa-Imperiums um René Benko , zum zweiten Mal in der Insolvenz. Doch im Herbst keimte kurzzeitig Hoffnung für Tausende Mitarbeiter auf: Markus Schön , Vorstandsvorsitzender des Händlers buero.de, überraschte mit einem öffentlichen Angebot für 47 Kaufhäuser. Wochenlang rätselte die Öffentlichkeit, ob das ernst gemeint oder nur ein Marketing-Gag war, bis Schön kurz vor Weihnachten die Reißleine zog. Heute, nach drei Jahren, endet die einseitig von ihm unterschriebene Verschwiegenheitsfrist. t-online liegen exklusive Unterlagen vor, die das Drama der Galeria-Standorte erzählen – und einen seltenen Einblick in die Machtspiele hinter den Kulissen des Kaufhausriesen geben. Der ÖRR wird reformiert: Nach zähen Verhandlungen und mehreren politischen Anläufen tritt heute der Reformstaatsvertrag in Kraft. Die Folge: Zahlreiche Spartenprogramme und Radiosender werden zusammengelegt oder eingestellt. Beim Rundfunkbeitrag bleibt indes vorerst alles beim Alten. Über eine mögliche Beitragserhöhung wird erst nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts entschieden. Das wird für 2026 erwartet. Der "Papa" kommt zurück auf die Leinwand: Am heutigen Montagabend ist die Premiere des Films "Stromberg – Wieder alles wie immer". Christoph Maria Herbst schlüpft dafür noch einmal in seine Paraderolle als unsympathischer Chef Bernd Stromberg. Historisches Bild Hugh Hefner ging für die Erstausgabe seines "Playboy" voll ins Risiko. Mehr lesen Sie hier. Was lesen? Der Einzelhandel klagt über ein schleppendes Weihnachtsgeschäft. Kai-Ulrich Deissner , Chef der Elektronikmärkte Mediamarkt und Saturn, ist hingegen optimistisch, sagte er meinen Kollegen Jakob Hartung und David Schafbuch. Ab heute müssen sich Rentner auf Änderungen beim Rentenzuschlag einstellen. Auch ein Auszahlungsweg verschwindet. Und für gesetzlich Versicherte wird der Monat spannend. Unsere Finanzexpertin Christine Holthoff hat alle Infos für Sie zusammengestellt. Die AfD hat am Wochenende eine neue Jugendorganisation gegründet. Sie atmet den Geist von Scharfmachern wie Björn Höcke – und dürfte nicht nur die Partei, sondern auch das Land verändern, kommentiert unsere Hauptstadtreporterin Annika Leister. Putin und Co. schalten und walten in Russland nach Belieben. Fast zumindest. Denn irgendeine "Legitimation" muss selbst der Kreml abliefern. Was nichts Gutes ahnen lässt, befürchtet unser Kolumnist Wladimir Kaminer. Zum Schluss ... Mario Lars hat einen eigenen Blick auf die neue Jugendorganisation der AfD. Morgen schreibt wieder Florian Harms für Sie. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche. Ihr Mauritius Kloft Ressortleiter Politik und Wirtschaft X: @Inselkloft Gefällt Ihnen der Tagesanbruch? Dann leiten Sie diesen Newsletter an Ihre Freunde weiter. Haben Sie diesen Newsletter von einem Freund erhalten? Hier können Sie ihn kostenlos abonnieren. Was denken Sie über die wichtigsten Themen des Tages? Schreiben Sie es uns per E-Mail an t-online-newsletter@stroeer.de . Mit Material von dpa. Den täglichen Tagesanbruch-Newsletter können Sie hier kostenlos abonnieren . Alle Tagesanbruch-Ausgaben finden Sie hier . Alle Nachrichten lesen Sie hier .