Kreditkarten mit Teilzahlung: Achtung vor hohen Zinsen
Schnäppchen im Onlinehandel sind in den Tagen rund um den Black Friday die Regel. Doch wer shoppt, sollte gut aufpassen: Denn manchmal wird es ungewollt teuer. So warnt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) speziell vor den finanziellen Risiken sogenannter echter Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion. Viele Karteninhaber nutzen diese laut Bafin unbewusst wie einen teuren Ratenkredit – mit Zinsen von bis zu 25 Prozent pro Jahr. Gerade an shoppingintensiven Tagen wie dem Black Friday kann das zur Kostenfalle werden. Wie die Teilzahlung funktioniert – und warum sie teuer ist Kreditkarten mit der sogenannten Teilzahlungsfunktion (auch "Revolving"-Kreditkarten genannt) ermöglichen es, Einkäufe nicht sofort, sondern in monatlichen Raten zu begleichen. Diese Raten bestehen aus einem Tilgungs- und einem Zinsanteil. Doch wer die voreingestellten Mindestraten beibehält, zahlt oft jahrelang ab – und summiert dabei Zinskosten, die die eigentliche Kreditsumme weit übersteigen. Die Bafin warnt, viele Verbraucher wüssten gar nicht, dass sie mit jeder Teilzahlung einen Kredit aufnehmen. Besonders problematisch ist laut der Aufsicht dass die voreingestellte Rückzahlungsrate häufig bei nur 2 bis 5 Prozent der offenen Summe liegt – oder bei einem Mindestbetrag zwischen 15 und 50 Euro, dass diese niedrigen Raten dazu führen, dass der Schuldenberg kaum kleiner wird und die Zinsschuld so nur sehr langsam sinkt, dass die Zinsen oft deutlich höher ausfallen als etwa Zinsen für klassische Ratenkredite – in einigen Fällen fast dreimal so hoch wie der durchschnittliche Zinssatz. Lesen Sie auch: Debit- versus Kreditkarte – Diese Unterschiede sollten Sie kennen Jetzt kaufen, später bezahlen: Schuldenfalle oder sinnvolle Option? Schnell tilgen spart Hunderte Euro Ein Rechenbeispiel der Bafin zeigt, wie die Zinskosten variieren, wenn Sie die Rückzahlung des Kredits länger strecken. Zahlen Sie etwa 1.500 Euro Kreditkartenschulden bei einem Zins von 20 Prozent pro Jahr in den oft voreingestellten monatlichen Mindestraten von 3 Prozent der Restschuld zurück – das entspricht 45 Euro im ersten Monat und dann monatlich etwas weniger –, ergeben sich Gesamtkosten für den Kredit von rund 2.600 Euro über etwa sechseinhalb Jahre. Die Zinslast beträgt damit rund 1.100 Euro oder 44 Prozent Ihrer Kreditschuld. Würden Sie monatlich dagegen eine feste Rate von etwa 139 Euro zahlen, wären Sie nach einem Jahr schuldenfrei und hätten insgesamt "nur" rund 170 Euro an Zinsen bezahlt. Insofern lautet der Rat der Aufsicht, feste Raten zu vereinbaren, statt sich auf prozentuale Mindestbeträge zu verlassen, und Kreditkartenzinsen gut zu vergleichen. Es könne sich auch lohnen, umzuschulden. Umschulden bedeutet, die Kreditkartenschulden auf einen Schlag abzulösen und sich das Geld dafür über einen regulären Ratenkredit zu leihen. Die Zinsen dafür fallen in der Regel deutlich geringer aus. Auch der Geldratgeber "Finanztip" empfiehlt, die Teilzahlungsfunktion der Kreditkarte abzuwählen – das geht meist im persönlichen Log-in-Bereich – und wenn möglich, die Schulden direkt zu begleichen. Verbraucherschutz-Chefin Pop: "Billigplattformen können besonders dreist sein" Zum Black Friday : Betrüger locken mit Fake Shops und vermeintlichen Angeboten Anbieter bewerben "bequemes Shopping" Banken und Kreditkartenanbieter werben für ihre Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion häufig mit dem Argument der Flexibilität: Einkäufe könnten bequem aufgeschoben und in kleinen Raten beglichen werden. Dabei sei kein separater Kreditantrag nötig. Zudem würden Kreditkarten in weltweiten Onlineshops akzeptiert. Selten jedoch legen die Anbieter transparent dar, was das an Zusatzkosten für Nutzer bedeutet. So sehen die Verbraucherzentralen die Gefahr einer schnellen Überschuldung durch "heute kaufen, später zahlen". Wer online shoppt, findet neben der Kreditkartenoption auch häufig sogenannte "Buy Now Pay Later"-Kredite von Anbietern wie PayPal oder Klarna. Kunden erhalten die Rechnung für eine Bestellung erst meist zwei Wochen später. Zahlen Sie dann nicht, laufe ein Kredit mit Zinsen bis zu 15 Prozent an. Zinsen weiter hoch – trotz Rückgang Laut Bundesbank lagen die effektiven Jahreszinsen für "echte Kreditkartenkredite" privater Haushalte im September 2025 bei rund 17 Prozent. Damit sind sie zwar seit Mitte 2024 um gut 1,5 Prozentpunkte gesunken. Die Belastung für Verbraucher bleibt aber hoch: Vor 2022 lagen diese Zinsen recht stabil bei um die 15 Prozent. Sinkende Effektivzinsen für Kreditkartenschulden seit 2024 bedeuten zudem nicht, dass Kreditkartenanbieter flächendeckend Zinsen senken. Die Bafin rät daher dazu, die Effektivzinsen von Kreditkarten genau zu prüfen und zu vergleichen. Geldratgeber wie "Finanztip" oder "Finanzfluss" stellen Zinskonditionen regelmäßig transparent gegenüber.
