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Ноябрь
2025

Julian Nagelsmann vor WM-Quali: Diese Sorgen plagen den DFB-Trainer

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Für die DFB-Elf geht es in die entscheidenden Spiele der WM-Qualifikation. Dabei muss sich der Bundestrainer auch mit Blick auf das Turnier im kommenden Jahr einige Gedanken machen. Jetzt geht es um alles: In den letzten Duellen der WM-Qualifikation möchte Deutschland gegen Luxemburg (Freitag, 20.45 Uhr) und die Slowakei (Montag, 20.45 Uhr, beide im Liveticker bei t-online) die WM-Qualifikation klarmachen. Aktuell stehen das DFB-Team und die Slowakei beide bei neun Punkten. Nur durch die um zwei Tore bessere Tordifferenz führt die Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann die Gruppe an. Allein Platz eins berechtigt zur direkten Teilnahme an der WM, bei Platz zwei müsste Deutschland den Umweg über die Play-offs nehmen. In den beiden letzten Quali-Duellen müssen also zwei Siege her, soll die WM-Teilnahme gesichert werden. Gleichzeitig hofft Nagelsmann noch, dass Italien parallel in seiner Gruppe nicht Platz eins holt, um bei der WM-Auslosung dann im Topf der Topteams zu sein und so einer besonders schweren Gruppe aus dem Weg zu gehen. Aktuell liegen die Italiener nur auf Platz zwei, haben drei Punkte Rückstand auf Norwegen und die deutlich schlechtere Tordifferenz. Trotz eines noch ausstehenden direkten Duells mit den Norwegern ist der Weg der "Squadra Azzurra" an die Tabellenspitze also lang. Doch auch wenn der Weg zur WM geebnet scheint, dürften Bundestrainer Nagelsmann einige Kopfschmerzen plagen. Denn auch mit Blick auf das Turnier im kommenden Sommer hat er einige Baustellen zu bearbeiten. t-online erklärt, welche das sind. Zweikampf der Woche: Hier könnte Niclas Füllkrug wieder glücklich werden WM-Qualifikation gegen Luxemburg: Hier läuft Deutschlands Spiel live im Free-TV Die Situation von Marc-André ter Stegen Keine Länderspielpause vergeht, ohne dass der Bundestrainer zur Torwartposition befragt wird. Schuld daran ist die Situation von Marc-André ter Stegen . Nagelsmann wird nicht müde zu betonen, dass ter Stegen seine Nummer eins ist, wenn er fit ist und im Verein regelmäßig spielt. Das Problem ist: Beides ist aktuell nicht der Fall. Nach einer Rückenverletzung arbeitet ter Stegen aktuell an seinem Comeback. Bei seinem Verein, dem FC Barcelona , setzt man mittlerweile aber mit Neuzugang Joan García auf eine andere Nummer eins. Ein Wechsel im Winter scheint also ter Stegens einzige Option, sich die Chancen auf den WM-Platz im deutschen Tor zu sichern, doch das dürfte nicht so einfach werden. Denn während der laufenden Saison einen Klub zu finden, der einen neuen Stammtorwart sucht, ist ohnehin schwierig genug. Dass dieser Klub dann auch noch auf einen 33-Jährigen setzt, der gerade eine lange Rückenverletzung überstanden hat, ist zusätzlich unwahrscheinlich. Nagelsmann weiß um die schwierige Situation und gab ter Stegen nun mehr Spielraum, was die Klubauswahl angeht. "Es ist wichtig, dass er spielt", sagte Nagelsmann im Quartier der Fußball-Nationalmannschaft in Wolfsburg, "ob das jetzt bei einem europäischen Topklub ist oder nicht, ist nicht das alles Entscheidende." Aber: "Natürlich wäre es gut, dass er auch noch einigermaßen gut spielt." Meistert ter Stegen die Doppelherausforderung aus Comeback und Vereinswechsel nicht, stünde in Oliver Baumann zwar eine erfahrene Alternative bereit. Dennoch dürfte die Diskussion um eine mögliche Rückkehr von Manuel Neuer ins Nationalteam dann ganz neu an Fahrt aufnehmen. Bereits seit ter Stegens Verletzung begleiten Nagelsmann die Fragen nach einem Comeback des nach der Heim-EM 2024 aus dem DFB-Team zurückgetretenen Bayern-Keepers. Diese dürften nur lauter werden, wenn ter Stegen endgültig als Nummer eins ausscheidet. Diskussionen um Nicht-Nominierungen Im Kader für die letzten WM-Qualifikationsspiele überraschte Nagelsmann auch mit der Nicht-Nominierung von Angelo Stiller . Der defensive Mittelfeldspieler zieht bei einer erfolgreichen Stuttgarter Mannschaft unter Trainer Sebastian Hoeneß die Fäden. Auch im DFB-Team zählte der 24-Jährige in der jüngeren Vergangenheit stets zum Aufgebot, auch als er zu Beginn der Saison noch mit Verletzungen und einer Formdelle zu kämpfen hatte. Ausgerechnet jetzt, wo Stiller vollständig fit ist und sich in aufsteigender Form präsentiert, streicht ihn Nagelsmann jedoch. Das führte vor allem in Stuttgart zu Unverständnis. Hoeneß betonte, Stillers Bedeutung für den VfB "könnte größer nicht sein" und betonte, mit der Ausbootung seines Spielers nicht gerechnet zu haben. Stiller selbst wollte keinen Kommentar abgeben. Nagelsmann zeigte Verständnis für die Reaktion vom Verein und gab sogar zu, dass Stillers Nominierung im Oktober deutlich unverdienter gewesen sei, als es eine Nominierung in diesem Monat gewesen wäre. Dennoch habe er im Kader auf mehr Balance zwischen den Positionen setzen wollen und auf der Sechs Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha vorn gesehen. Die Tür für Stiller sei aber nicht zu. Gegen seine Kritiker schoss Nagelsmann dabei aber deutlich zurück: Das Überangebot auf der Sechs habe bei der vergangenen Nominierung dazu geführt, dass unter anderem Stiller keine Einsatzminute bekommen habe. "Da habe ich ganz wenig Nachfragen dazu gekriegt. Da war ich ein bisschen irritiert", sagte er – und stellte so wohl sicher, dass seine Kritiker nun noch genauer hinschauen werden. Die Personalie Leroy Sané Anders als Stiller ist Leroy Sané im aktuellen Aufgebot des DFB-Teams wieder dabei. Mit dieser Entscheidung erhielt der Bundestrainer jedoch wiederum Kritik in die andere Richtung. Seit jeher kämpft Sané mit der Konstanz. Speziell im Nationaldress konnte der 29-Jährige bislang kaum überzeugen. Dann kam auch noch der Wechsel vom FC Bayern zu Galatasaray Istanbul . Angesichts des Transfers war es Nagelsmann selbst, der die Messlatte für eine erneute Sané-Nominierung hochgelegt hatte. Der Bundestrainer hatte erst im September betont, dass Sané in der schwächeren türkischen Liga noch mal mehr herausragen müsse, um eine Nominierung zu rechtfertigen. Bislang kam Sané im Galatasaray-Trikot in 18 Spielen auf drei Tore und drei Vorlagen – stach also nicht besonders hervor. Gleichzeitig wurden zuletzt die Stimmen lauter, die auf Sanés Position lieber eine Nominierung des formstarken Bayern-Jungstars Lennart Karl gesehen hätten. Der Bundestrainer sah sich deshalb zu einer Rechtfertigung gezwungen und zählte Sané dabei öffentlich an. "Noch nicht zu hundert Prozent", antwortete Nagelsmann auf die Frage, inwiefern Sané bereits die von ihm gesetzten Maßstäbe für eine DFB-Rückkehr erfüllt habe. Die Nominierung sei ähnlich wie die Nicht-Nominierung von Stiller dem Profil geschuldet. "Wenn wir sechs, sieben Spieler auf der Position zur Auswahl hätten, dann hätte er es deutlich schwerer", so Nagelsmann weiter. Sané wisse, "dass es nicht mehr unzählig viele Chancen gibt, sich auf Nationalmannschaftsebene, zumindest unter meiner Führung, zu beweisen." Matthias Sammer hätte sich eine andere Vorgehensweise des Bundestrainers gewünscht. Der Europameister sagte in der Sky-Sendung "Sammer & Basile – der Hagedorn-Talk": "Meine Erfahrungen sind, Individualisten brauchen Liebe, brauchen so viel Liebe, dass es knallt. Das ist einfach so." Diese Liebe habe Nagelsmann dem DFB-Rückkehrer Sané entzogen. "Das ist genau das, was ich ihm grundsätzlich nicht geraten hätte zu sagen", meinte Sammer: "Du brauchst nicht in der Öffentlichkeit die Beziehungsebene infrage zu stellen. Der Öffentlichkeit erklären zu wollen, dass es möglicherweise die letzte Chance ist." Als junger Trainer hätte er es womöglich genauso gemacht, aber "es wäre genauso vielleicht nicht richtig gewesen". Sollte Sané erneut keine Leistung bringen, könnte Nagelsmann die Nominierung also gleich doppelt auf die Füße fallen. Kritik wird von denen kommen, die Sané sowieso nicht in der Nationalmannschaft gesehen haben, aber auch von denen, die behaupten werden, Nagelsmann habe die schlechte Leistung durch seine öffentlichen Aussagen sogar mitverursacht. Verletzungsmisere bei Stammkräften Mit Blick auf die Weltmeisterschaft im kommenden Sommer bleibt Nagelsmann nicht viel Zeit, eine stabile Achse für das Turnier zu finden. Maximal sechs Spiele sind es inklusive der zwei Quali-Partien noch bis zum WM-Auftakt. Da fallen die zahlreichen Langzeitverletzten, die der DFB-Coach aktuell zu beklagen hat, umso schwerer ins Gewicht. Neben Torwart ter Stegen fehlen Nagelsmann mit Innenverteidiger Antonio Rüdiger und in der Offensive mit Jamal Musiala , Kai Havertz und Tim Kleindienst gleich mehrere Spieler, die in der jüngeren Vergangenheit stets in der Startelf standen. Mit dem angeschlagenen Nico Schlotterbeck droht der nominelle Ersatz für Rüdiger in der Innenverteidigung zumindest für die Quali-Spiele auszufallen. Mit Blick auf das Weltturnier im kommenden Jahr eine eingespielte Achse auf den Platz zu stellen, wird für den Bundestrainer so fast unmöglich.