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Октябрь
2025

Constantin Schreiber: Ex-Sprecher über Gründe für "Tagesschau"-Ausstieg

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Nach Jahren bei der "Tagesschau" zieht Constantin Schreiber ein persönliches Fazit – und spricht über die Grenzen seines Jobs. Mehrere Jahre war Constantin Schreiber als Sprecher der "Tagesschau" im Einsatz, ehe er die Moderation in der ARD hinter sich ließ. Am 25. Mai dieses Jahres war er zum letzten Mal in der 20-Uhr-Ausgabe der Nachrichtensendung zu sehen. Dass dieser Schritt auf eigenen Wunsch erfolgte, hatte die ARD bereits damals bestätigt. Nun äußert sich der Journalist selbst ausführlich zu seinem Abschied – und erklärt, was ihn zu diesem Wandel bewogen hat. Schreiber ist seit kurzem Global Reporter bei Axel Springer, hat zudem bei dem Verlag nun einen eigenen Podcast, der seinen Namen trägt. In der Auftaktfolge vom 22. Oktober beschreibt er im Gespräch mit Kollegin Josefin Herrmann, wie es zu seinem ARD-Ausstieg kam. Die Jahre beim Ersten seien prägend für Schreiber gewesen. Es sei "eine tolle Zeit [gewesen], die mich sehr viel weiter gebracht hat", betont er. Gleichzeitig habe sich mit der Zeit ein Gefühl der Begrenzung eingestellt. Der Wunsch, "wieder mehr eigene Geschichten zu machen und rauszugehen", sei immer stärker geworden – doch das sei bei der "Tagesschau" nur schwer möglich gewesen. Sie wechselt die Branche: Neuer Job für Ex-"Tagesthemen"-Moderatorin Aline Abboud Nach 16 Jahren: Schauspieler Erich Altenkopf verlässt "Sturm der Liebe" "Um 19.45 Uhr bekam ich Zettel" Die Rolle als Sprecher habe wenig Raum für persönliche Akzente gelassen, wie Schreiber deutlich macht: "Nun ist es ja so, dass man bei der 'Tagesschau' Sprecher ist" – also weder Redakteur noch Moderator. Die Arbeitsabläufe seien klar definiert gewesen: "Um 19.45 Uhr bekam ich Zettel, auf denen die Texte draufstanden, die ich vorlesen sollte, und von denen ich keinen einzigen Satz selber geschrieben habe." Dass dies den Rahmen des Formats ausmacht, habe er akzeptiert. Doch irgendwann sei der Wunsch nach mehr Gestaltungsspielraum übermächtig geworden. Mit einem Hauch Selbstironie beschreibt Schreiber eine der wenigen Entscheidungen, die er in dieser Zeit selbst treffen konnte: "Welche Krawattenfarbe soll es denn heute sein – Rot oder Blau?" In seinem neuen Arbeitsumfeld möchte er sich verstärkt mit Themen auseinandersetzen, die ihn seit Jahren beschäftigen: "Islam, Islamismus und Integration" nennt Schreiber als inhaltliche Schwerpunkte, zu denen er künftig "mehr persönliche Einschätzungen" beisteuern möchte. Sein Weg in der ARD Der Journalist war 2017 zu "ARD-aktuell" gestoßen und wurde ab 2021 regelmäßig in der Hauptausgabe der "Tagesschau" eingesetzt. Zuvor hatte er im Ausland, beim Auswärtigen Amt und als Reporter bei n-tv gearbeitet. 2016 wurde er für die Sendereihe "Marhaba – Ankommen in Deutschland" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Von den Zuschauern verabschiedete sich Schreiber Ende Mai mit diesen Worten: "Ich habe zum letzten Mal die 'Tagesschau' präsentiert. Danke für Ihr Vertrauen in meine und unsere Arbeit. Ich wünsche Ihnen, uns allen, viele positive Nachrichten und Glauben an das Gute."