Was zur Hölle war bitte dieses Saison-Finale? Der letzte Downhill World Cup 2025 in Mont-Sainte-Anne wird mit Sicherheit in die Geschichte eingehen – nicht nur, aber vor allem wegen des unfassbaren Endes, mit dem absolut niemand gerechnet hat. Denn statt im letzten Rennlauf der Saison um die Gesamtwertung zu kämpfen, war Loïc Bruni einfach nicht da.
Dass das Finale einer Serien-Staffel mit einem krassen Cliffhanger endet, ist nichts Ungewöhnliches. Doch was beim Downhill World Cup-Finale in Mont-Sainte-Anne passiert ist, wäre wohl selbst den kühnsten Drehbuch-Autoren nicht in den Sinn gekommen. Der etablierte Star, der mit allen Wassern gewaschen ist, muss im allerletzten Rennlauf der Saison den Titel über die Ziellinie retten, nachdem er von seinem deutlich jüngeren Widersacher gehörig unter Druck gesetzt worden ist. Und dann? Passiert einfach nichts – und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf.
#Auf dramatischste Art und Weise konnte sich Jackson Goldstone beim Saison-Finale in Mont-Sainte-Anne doch noch die Gesamtwertung im Downhill World Cup 2025 sichern – nach einem unfassbar guten Run profitierte er auch davon, dass sein großer Kontrahent Loïc Bruni im Finale überraschend nicht an den Start gehen konnte.
Es war ein äußerst ereignisreicher Tag in Mont-Sainte-Anne beim letzten Downhill World Cup-Rennen dieser so langen Saison, und es hätte keinen besseren Austragungsort geben können als den kleinen, traditionsreichen Ort in der Nähe von Quebec. Davon war beim Rennen der Juniorinnen, die den Auftakt gemacht haben, noch nicht allzu viel zu ahnen: Aletha Ostgaard konnte sich vor Ellie Hulsebosch durchsetzen, während Rosa Zierl auf Platz 3 ihre Führung in der Gesamtwertung souverän verteidigt hat. In Anbetracht der Tatsache, dass Aletha Ostgaard beide Nordamerika-World Cups für sich entscheiden konnte, während die österreichische Überfliegerin zum Ende der Saison ihre Probleme hatte, kann man durchaus die Frage stellen, ob die Saison wohl anders gelaufen wäre, wenn ein Großteil der Rennen nicht in Europa ausgetragen worden wäre. Womöglich war die Luft bei Rosa Zierl aber auch einfach ein wenig raus – was selbstverständlich nichts daran ändert, dass ein WM-Titel und ein Overall-Titel im ersten Juniorinnen-Jahr eine unglaubliche Leistung sind.
#Mit einem dritten Platz im Finale konnte sich Rosa Zierl ziemlich ungefährdet die Gesamtwertung bei den Juniorinnen sichern. Im ersten Jahr direkt den Overall und den WM-Titel zu holen, ist eine beeindruckende Leistung – und nebendran setzt Max Commencal schonmal den passenden Vertrag ab 2027 auf …
Beim Rennen der Junioren schien die Sache relativ klar: Max Alran musste lediglich in die Top 7 fahren, um sich auch den Overall zu sichern. Doch im letzten Training vorm Finale hat sich der Weltmeister dann ziemlich unsanft den Finger aus- und selbst direkt wieder eingekugelt, sodass er im Finale sichtlich lädiert unterwegs war. So blieb ihm in Mont-Sainte-Anne das Nachsehen gegen seine neuseeländischen Yeti-Konkurrenten und gegen Asa Vermette, der in einer eigenen Liga unterwegs war. Am Ende konnte der Frameworks-Fahrer nicht nur das Rennen mit 4,7 Sekunden Vorsprung für sich entscheiden, sondern auch die schnellste Zeit des Tages über alle Kategorien hinweg hinlegen. Allein schon, weil die beiden Alran-Zwillinge, Tyler Waite und eben Asa Vermette 2026 in die Elite-Kategorie wechseln, darf man sich hier schon jetzt auf einige Top-Platzierungen freuen.
#Wenn man sich den Run von Jackson Goldstone anschaut, dann denkt man, es sei absolut unmöglich, noch schneller unterwegs zu sein – Asa Vermette war es allerdings. Mit der schnellsten Tageszeit hat sich der US-Amerikaner natürlich auch den Sieg bei den Junioren geholt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir im kommenden Jahr den Frameworks-Fahrer oder einen der Alran-Brüder ganz oben auf dem Elite-Podest sehen werden.
Dass das Rennen der Frauen knapp werden würde, war bereits nach der Quali zu erahnen – die Top 5 lagen hier nur 0,4 Sekunden auseinander, während Vali Höll vergleichsweise entspannt unterwegs war. Entsprechend früh musste die Österreicherin auf die Strecke. Bei ihrem letzten Rennen auf einem YT war die Weltmeisterin bis zur vorletzten Split nicht nur auf Siegeskurs, sondern auch in Shorts unterwegs – ein Wettversprechen, das sie einlösen wollte, nachdem sie bereits vorzeitig die Gesamtwertung sicher hatte. Allerdings wurde ihr ein platter Vorderreifen in der berühmt-berüchtigten Les Dalles-Sektion zum Verhängnis. Die Stimmung bei Vali Höll war trotzdem prächtig: Von den zahlreichen Fans, die den ganzen Tag am Streckenrand waren, ließ sie sich während ihres Runs ausgiebig feiern.
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Direkt nach dem Run von Vali Höll sorgte Gracey Hemstreet für einen der vielen Schock-Momente in Mont-Sainte-Anne. Die Kanadierin lag bis wenige Meter vorm Ziel in Führung, doch beim Red Bull-Drop vorm letzten Sprung war die Norco-Fahrerin einfach ein bisschen zu schnell unterwegs. Was folgte, war einer der heftigsten Stürze, die man in den vergangenen Jahren gesehen hat – doch wie durch ein Wunder sind weder die vierfache World Cup-Siegerin noch die Zuschauer, in die sie gestürzt ist, zu schwerwiegendem Schaden gekommen. Durch diese beiden Ereignisse ging etwas unter, dass Marine Cabirou in der Zwischenzeit einen enorm starken Run hingelegt hatte, der am Ende zum Sieg knapp vor Nina Hoffmann und Myriam Nicole reichen sollte. Und dann gab es natürlich noch zwei Abschiede von Moni Hrastnik und Camille Balanche, die ihre Karriere nun offiziell beendet haben. Für Camille Balanche war es kein Ausstand nach Plan, denn die Schweizerin hatte in ihrem Rennlauf einen äußerst harten Crash – zum Glück ohne Verletzung.
#Erst im Juli hatte sich Marine Cabirou schwer an der Wirbelsäule verletzt, doch ihr Comeback ist mehr als beeindruckend – nach mehreren Podest-Platzierungen bei den vergangenen Rennen hat sie nun beim Saison-Finale den zweiten World Cup-Sieg des Jahres feiern können.
Wer nach dem packenden Frauen-Finale dachte, dass es das nun gewesen sei, wurde dann eines Besseren belehrt. Dabei sah es lange so aus, als würde niemand an die starke Zeit von Andi Kolb rankommen. Der „Big, Strong Austrian“ musste nach einem LCQ-Intermezzo früh auf die Rennstrecke und obwohl er einige Fehler in seinem Run hatte, biss sich Fahrer um Fahrer die Zähne an der Zeit des Noch-YT-Fahrers aus. Am aussichtsreichsten lag Ronan Dunne im Rennen, doch der schnelle Ire hatte mal wieder einen Laufrad-Defekt. Zur Verteidigung seines Felgen-Sponsors sei allerdings gesagt, dass es bei vielen Fahrern technische Probleme und teilweise auch harte Stürze im Rennlauf gab. Die lange, fordernde Strecke in Mont-Sainte-Anne in Kombination mit den absurden Geschwindigkeiten war definitiv kein Zuckerschlecken.
Dann war als drittletzter Fahrer Jackson Goldstone an der Reihe. Klar war, dass der Kanadier auf Sieg fahren muss, um noch Chancen auf den Overall-Titel zu haben – und wie er dann ab dem Stevie Smith-Drop unterwegs war, ist praktisch nicht in Worte zu fassen. So ungefähr muss sich eine Flipper-Kugel anfühlen. Allein im vierten Sektor hat der Weltmeister mehrere Sekunden auf Andi Kolb rausgefahren, sodass im Ziel ein Vorsprung von 2,245 Sekunden auf der Anzeigetafel erschien. Der Jubel bei den kanadischen Fans in MSA war ohrenbetäubend.
#Vor dem Finale hatte Jackson Goldstone noch realistische Chancen auf den Titel: Er muss möglichst den Sieg holen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Loïc Bruni Vierter oder schlechter wird – andererseits: Dass sich Superbruni noch die Butter vom Brot nehmen lässt, war nicht wirklich wahrscheinlich.
Für Luca Shaw war die Aufgabe, die nun vor ihm lag, eine Nummer zu groß – im Ziel war der US-Amerikaner genau eine Tausendstel vor Andi Kolb, der in dem Moment wohl damit gerechnet hat, undankbarer Vierter zu werden. Schließlich war oben im Starthäuschen noch Loïc Bruni – und der Franzose würde sich wohl kaum die Butter vom Brot nehmen lassen. Der Haken an der Sache: Loïc Bruni war nicht da. Im größten, alles entscheidenden und letzten Moment der Saison sind alle Blicke auf den Superstar gerichtet – und kein Mensch weiß, wo er ist.
Das klingt nach einer Scripted-Reality-Show oder Wrestling, doch statt plötzlich hinterm Hot Seat aufzutauchen, um Jackson Goldstone einen Klappstuhl über den Red Bull-Helm zu ziehen und auf einer Harley mit der Overall-Trophäe in den Sonnenuntergang abzuzischen, hat Loïc Bruni einen der schwersten Momente seiner Karriere erlebt. Nach einem Crash im Training hatte er so ein Hämatom im Bein, dass er unmöglich um den Sieg mitfahren konnte. Wann ihm das klar war, ist (noch) unbekannt, doch seine Taktik war, sich bis zum Schluss nichts anmerken zu lassen, um Jackson Goldstone maximal unter Druck zu setzen. Der Schachzug wäre auch fast aufgegangen, doch nach der Fabel-Zeit des Kanadiers wusste Superbruni, dass die Messe gelesen ist.
#Im Training und in der Quali war der Franzose extrem gut unterwegs und je mehr Druck auf dem Kessel ist, desto mehr ist der Bald-Papa in seinem Element – was jedoch fast niemand wusste, ist, dass Loïc Bruni im Training vorm Finale einen kleinen, aber ziemlich schwerwiegenden Sturz hatte. Infolgedessen hatte er so eine starke Schwellung im Bein, dass er letztlich nicht fahren konnte.
Statt sich also mit dem Wunderkind um den Overall-Titel zu batteln, saß der Franzose mit seiner engsten Support-Crew in der Gondel nach unten. Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass in dem Moment einige Tränen geflossen sind. So ein Ende haben sich alle Protagonisten dieser so ereignisreichen Saison sicherlich nicht gewünscht – vor allem nicht Loïc Bruni selbst, der mit Sicherheit tausendmal lieber seinen Rennlauf grandios in den Sand gesetzt hätte, als verletzt schlichtweg nicht fahren zu können.
Auch Jackson Goldstone hatte zunächst sichtlich Probleme damit, zu begreifen, was gerade passiert – gleichzeitig waren da schon tausende kanadische Fans auf dem Weg in den Zielbereich, um ihren Superstar zu feiern. Nach dem Weltmeister-Titel hat sich Jackson Goldstone also auf dramatische Art und Weise auch noch die Gesamtwertung gesichert. Überhaupt konnten sich in allen vier Kategorien die amtierenden Weltmeister auch im Overall durchsetzen – und ab jetzt beginnt die Vorfreude auf die 2026-Saison, die ja wohl unmöglich noch packender werden kann …
#Zum 30. und vorerst letzten Mal wurde ein Downhill World Cup in Mont-Sainte-Anne ausgetragen – wenn man sich anschaut, wie gut die Rennen waren, wie unfassbar viele Fans am Streckenrand standen und wie toll die Landschaft in Quebec ist, darf man durchaus traurig sein, dass der Klassiker ab dem nächsten Jahr nicht mehr Teil des World Cups ist.
#Ellie Hulsebosch war in diesem Jahr immer ganz knapp dran, aber trotz zahlreicher Podest-Platzierungen konnte sie keinen World Cup gewinnen – das wollte die Neuseeländerin beim Saison-Finale noch ändern.
#Rosa Zierl gelang ein guter Lauf, doch für den Sieg sollte es ausnahmsweise mal nicht reichen.
#Wie schon in Lake Placid war Aletha Ostgaard die überragende Fahrerin bei den Juniorinnen – mit zwei Siegen bei den letzten beiden World Cups sowie dem Gewinn der US Open ist der Canyon-Fahrerin ein sehr starker Saison-Abschluss gelungen.
#Ellie Hulsebosch ist als letzte Juniorin auf die Strecke gegangen, doch gegen die Zeit von Aletha Ostgaard konnte die Syndicate-Fahrerin nichts ausrichten.
#Mit dem Sieg in MSA hat Aletha Ostgaard ihren Teil dazu beigetragen, dass Canyon am Ende auch als bestes Team des Jahres ausgezeichnet worden ist.
#Das Podest der Frauen: Aletha Ostgaard (Mitte) gewinnt das Saison-Finale vor Ellie Hulsebosch (links) und Rosa Zierl (rechts).
#Die Besetzung ist gleich, die Reihenfolge jedoch anders: Den Overall entscheidet am Ende Rosa Zierl für sich.
#7 von 10 Rennen konnte Tyler Waite in dieser Saison auf dem Podest beenden – wie so oft musste sich der Yeti-Fahrer aber auch in Mont-Sainte-Anne mit Platz 2 begnügen.
#Schnellster Junioren-Fahrer des jüngeren Jahrgangs ist derzeit eindeutig Jonty Williamson – der Neuseeländer wurde beim Saison-Finale 3. und geht als großer Favorit bei den Junioren in die 2026-Saison.
#Max Alran war wie gewohnt mit sehr viel Speed und Style unterwegs, doch im letzten Training vorm Finale musste der kleine Finger dran glauben – mit frisch eingekugeltem Gelenk war der Franzose im Finale etwas zurückhaltender als sonst unterwegs, wurde aber 4. und sicherte sich so auch die Gesamtwertung.
#Asa Vermette ist in Mont-Sainte-Anne auf einem unfassbar hohen Niveau gefahren.
#Am Ende blieb die Uhr beim Run des US-Amerikaners bei 3:29.718 stehen – damit hatte er nicht nur fast 5 Sekunden Vorsprung auf den ärgsten Verfolger, sondern am Ende des Tages auch die schnellste Zeit über alle Kategorien hinweg hingelegt.
#Das Podest der Junioren: Asa Vermette gewinnt den letzten World Cup vorm Yeti-Duo aus Neuseeland.
#In der Gesamtwertung um den schönsten Junioren-Oberlippenbart konnte sich Max Alran vor Asa Vermette und Tyler Waite durchsetzen.
#Nach all den Querelen im Vorfeld wollte Vali Höll in MSA ein letztes Mal in dieser Saison zeigen, dass sie die beste Fahrerin ihrer Generation ist.
#Nina Hoffmann war in der Quali zwar nur auf Platz 5, hatte allerdings auch einen Rückstand von lediglich 0,4 Sekunden – die Syndicate-Fahrerin wollte sich zum Abschluss den Sieg holen.
#Für Moni Hrastnik war es der letzte World Cup ihrer tollen Karriere.
#Vali Höll war sehr gut unterwegs, hatte dann aber einen platten Vorderreifen. Das hat die Österreicherin aber nicht davon abgehalten, sich ausgiebig feiern zu lassen – so locker und gelöst wie in den letzten Wochen hat man die Weltmeisterin lange nicht erlebt. Bonuspunkte gibt's für das Tragen von Shorts!
#Dass der Wechsel in die Elite-Kategorie schwierig werden würde, war schon vor der Saison klar – doch mit gleich drei Top 5-Platzierungen in den vergangenen Rennen hat Sacha Earnest gezeigt, dass ihr Weg ganz klar in die Weltspitze führt.
#Für den Schreckmoment des Wochenendes hat Gracey Hemstreet gesorgt – wenige Meter vor dem Ziel ist die Kanadierin heftig gestürzt, dabei aber weitgehend unversehrt geblieben. Unbestätigten Berichten zufolge hat sich bei der Aktion allerdings ein Zuschauer das Bein gebrochen.
#Nach dem Drama um Gracey Hemstreet ging etwas unter, dass unmittelbar danach Marine Cabirou ein äußerst starker Run gelungen ist.
#Mit so einem guten Comeback nach ihrer Verletzungspause hat die Französin wohl kaum gerechnet – doch die letzten Rennen sind für die Canyon-Fahrerin äußerst gut gelaufen.
#Nina Hoffmann war sehr stark, aber phasenweise etwas zu unsauber unterwegs – es war ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen, doch am Ende hatte sie das Nachsehen.
#Im Ziel hatte die Syndicate-Fahrerin einen Rückstand von 0,7 Sekunden auf Marine Cabirou – sie wusste selbst, dass hier noch mehr dringewesen wäre.
#Lisa Baumann war konstant gut unterwegs, doch am Ende bleib ihr nur der undankbare 4. Platz – mit dem klassischen 5er-Podium wäre sie gefeiert worden, doch so wird man ihr tolles Ergebnis in wenigen Tagen vergessen haben. Was genau war noch gleich der Vorteil des neuen 3er-Podests?
#Camille Balanche hat sich ihr Karriere-Ende sicherlich anders vorgestellt, doch in der Les Dalles-Sektion ging die Schweizerin heftigst zu Boden. – Dabei blieb sie zum Glück jedoch unverletzt.
#Als letzte Fahrerin des Tages ging Myriam Nicole auf die Strecke – trotz gutem Run ist es der Französin jedoch nicht gelungen, den ersten Sieg ihrer Saison einzufahren.
#So konnte sich am Ende Marine Cabirou über den zweiten Sieg ihrer Saison freuen, während die Gesamtwertung an Vali Höll ging.
#Im Vorfeld war klar, dass Loïc Bruni in die Top 3 fahren muss, um den Titel in der Gesamtwertung sicher zu haben – nach der beeindruckenden Quali des Franzosen hat wohl niemand daran gezweifelt, dass er sich das noch nehmen lassen würde.
#Zum Saison-Abschluss wollte Andi Kolb nochmal so richtig einen raushauen – nach der Saison wechselt der Österreicher zu Specialized, nachdem ihm sein Mentor Gregor monatelang eingeredet hat, dass das alte Demo einfach das geilste Downhill-Bike ist.
#Vor dem Start hat Loïc Bruni versucht, sich nichts anmerken zu lassen.
#Henri Kiefer konnte den Sprung ins Finale leider nicht schaffen – bei einem üblen Crash im Training hat sich der Canyon-Fahrer am Knie verletzt und die Schwellung war zu ausgeprägt, als dass er hätte mitfahren können. Trotzdem: Was für eine Saison!
#In der Lenzerheide war Ryan Pinkerton noch der Oberdepp der Downhill-Welt, doch mit zwei sehr starken Ergebnissen zum Saison-Ende und Platz 11 in der Gesamtwertung hat der US-Amerikaner gezeigt, dass wir ihn in den kommenden Jahren ganz weit vorne sehen werden.
#In Mont-Sainte-Anne ist der Mondraker-Fahrer 5. geworden – und ja, er bremst noch immer mit dem Mittelfinger.
#Für Max Hartenstern war die Luft beim Saison-Finale leider etwas raus – auch er hat den Sprung ins Finale nicht geschafft, aber ungeachtet dessen eine sehr gute Saison hingelegt.
#Nach eigenen Angaben ging Andi Kolb im unteren Teil der Strecke etwas die Kraft aus, was ihn aber nicht daran geändert hat, die bis dato beste Zeit des Tages hinzulegen.
#Basierend darauf, wie elegant der Assacher seine Goggles ins Publikum geworfen hat, kann man davon ausgegangen, dass aus Andi Kolb wohl auch ein veritabler Ultimate Frisbee-Spieler geworden wäre.
#Dass man möglichst groß und schwer sein muss, um auf einer High Speed-Strecke wie Mont-Sainte-Anne die Speed Trap zu gewinnen, hat Troy Brosnan bewiesen – der Australier ist bekanntlich 2,51 Meter groß und wiegt knapp 300 Kilo.
#Bei den ersten drei Splits lag Ronan Dunne noch auf Platz 1 – wenn man sich davon was kaufen könnte, dann hätte er sich wohl ein anderes Hinterrad zugelegt.
#Amaury Pierron konnte in Mont-Sainte-Anne nicht ganz an die Intensität seines Rennlaufs in Lake Placid anknüpfen – am Ende wurde der Franzose mit einem Rückstand von 3 Sekunden 7.
#Luke Meier-Smith war nach seinem ersten World Cup-Sieg in Lake Placid auch beim Saison-Finale in Mont-Sainte-Anne stark unterwegs, und hätte er einen ähnlich starken letzten Sektor wie in den USA hingelegt, wäre er wohl auf dem Podest gelandet – so hat es nur für Platz 8 gereicht.
#Nach seiner schweren Verletzung in der Off Season war zeitweise unklar, ob Dakotah Norton überhaupt wieder auf World Cup-Niveau Downhill fahren kann – dass er beim Saison-Finale 4. geworden ist, ist ein toller Abschluss für den sympathischen Amerikaner, der Gerüchten zufolge wohl vor einem Wechsel zu einem anderen Team stehen könnte.
#Beim Run von Jackson Goldstone waren alle Blicke nach oben gerichtet: Ob die Zeit von Andi Kolb im Hot Seat enden wird?
#Lange Zeit sah es nach einer sehr knappen Entscheiden aus, bis der kleine Kanadier im Rock Garden den Hyper-Turbo gezündet hat – wie der Syndicate-Fahrer das letzte Drittel der Strecke gefahren ist, war schlichtweg unfassbar.
#Da kann man sich schon mal feiern lassen – mit seiner Zeit von 3:30 hat Jackson Goldstone auf jeden Fall ein Ausrufezeichen gesetzt, das auch Loïc Bruni nicht verborgen geblieben ist.
#Im Schatten des Duells zwischen Bruni und Goldstone ist etwas untergegangen, wie konstant gut Luca Shaw in dieser Saison unterwegs ist.
#Im Finale musste sich der US-Amerikaner zwar hinter Jackson Goldstone einreihen, konnte sich aber mit 1/1000 Sekunde Vorsprung vor Andi Kolb auf Platz 2 schieben – nun kam nur noch Loïc Bruni.
#Oder etwa nicht? Als der Franzose im Starthäuschen auftauchen sollte, stand stattdessen dort ein gestikulierender Marshall, während gleichzeitig die Nachricht die Runde machte, dass Superbruni mit der Gondel nach unten fährt.
#Und dann: Digitales Konfetti! – Dass sich die Saison so entscheiden würde, war unmöglich vorherzusagen.
#Damit war auch klar: Jackson Goldstone gewinnt nicht nur seinen Heim-World Cup in Mont-Sainte-Anne, sondern auf dramatische Art und Weise auch noch die Gesamtwertung 2025.
#Das Podest der Männer: Jackson Goldstone gewinnt vor Luca Shaw und Andi Kolb, der sich sehr für den Kanadier gefreut hat – ob der Assacher schon als kleines Kind in Goldstone-Bettwäsche geschlafen hat?
#Das war's aus Mont-Sainte-Anne und von der packenden World Cup-Saison 2025 – wir verabschieden uns in den Winterschlaf und machen uns dann im Firmen-Heißluftballon auf die Reise, um hoffentlich rechtzeitig zum Saison-Auftakt 2026 in Südkorea zu landen.
Was war dein persönliches Highlight von diesem unglaublichen Saison-Finale?