Gaza-Krieg: Israel stoppt Aktivistenschiff mit Greta Thunberg an Bord
Ein Schiff mit Hilfsgütern für Gaza wurde von Israel gestoppt. An Bord war auch die bekannte Aktivistin Greta Thunberg. Nach tagelanger Fahrt auf einem Segelschiff mit Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen sind die Aktivisten kurz vor ihrem Ziel von den israelischen Behörden gestoppt worden. An Bord des Schiffes, das in Italien startete, waren unter anderem die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und die Deutsche Yasemin Acar. Das Schiff werde zur israelischen Küste gebracht, die Passagiere sollten in ihre Heimatländer zurückkehren, teilte das israelische Außenministerium am frühen Morgen auf der Plattform X mit. Das Ministerium bezeichnete das Schiff in einem Beitrag auf X als "Selfie-Jacht". Die für die Fahrt der "Madleen" verantwortliche Organisation Freedom Flotilla Coalition hatte zuvor erklärt, die israelische Armee habe das Segelschiff gestoppt und seine Besatzung "entführt". Die Verbindung zum Schiff sei abgebrochen, schrieb FFC auf Telegram. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte die Armee angewiesen, die Ankunft des Schiffs zu verhindern und dabei "jedes notwendige Mittel zu ergreifen". In einer scharf formulierten Mitteilung von Katz hieß es zudem: "Der antisemitischen Greta und ihren Freunden, den Hamas-Propagandisten, sage ich ganz klar: Ihr solltet umkehren – denn ihr werdet Gaza nicht erreichen." Israel hatte auch in früheren Fällen Aktivisten keine Genehmigung erteilt, mit ihren Schiffen im Gazastreifen anzulegen. Das Marine-Kommando Schajetet 13 habe für eine gewaltlose Übernahme des Schiffs trainiert. Harte Kritik Thunbergs an Israel Thunberg und elf weitere Aktivistinnen und Aktivisten waren am Sonntag vor einer Woche auf Sizilien in See gestochen, um mit dem Schiff "Madleen" des Bündnisses Freedom Flotilla Coalition dringend benötigte Hilfsgüter wie Babynahrung und medizinische Güter nach Gaza zu bringen. Zugleich wollten sie mit der Aktion internationale Aufmerksamkeit auf die humanitäre Lage vor Ort richten. Nach ihrer tagelangen Fahrt durch das östliche Mittelmeer wollten sie planmäßig eigentlich am Montagmorgen an der Küste Gazas eintreffen. Thunberg ist mit ihrem rigorosen Kampf für mehr Klimaschutz weltbekannt geworden. Die mittlerweile 22-jährige Schwedin setzt sich seit längerem aber vor allem für die Belange der palästinensischen Bevölkerung ein. Ohne soziale Gerechtigkeit könne es auch keine Klimagerechtigkeit geben, monierte sie. Thunberg wirft Israel dabei immer wieder vor, einen Völkermord an den Palästinensern zu begehen. Kritiker halten ihr dagegen vor, bei ihren Anschuldigungen gegenüber Israel das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 außer Acht zu lassen, das den Gaza-Krieg ausgelöst hat. Dabei waren rund 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. Gut ein Fünftel von ihnen ist bis jetzt nicht freigekommen. Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor 20 Monaten wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 54.800 Palästinenser im Gazastreifen getötet und verheerende Schäden angerichtet. Israel hat die Lieferung von Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern in den Gazastreifen im Zuge ihres Krieges gegen die islamistische Hamas fast drei Monate lang blockiert, diese Blockade zuletzt aber etwas gelockert. Die israelische Regierung will die Hamas nach eigenen Angaben unter Druck setzen, damit sie die von ihr festgehaltenen Geiseln freilässt. Immer wieder Versuche, die Gaza-Blockade zu durchbrechen Nach der gewaltsamen Übernahme der Kontrolle im Gazastreifen durch die Terrororganisation Hamas im Jahre 2007 hatte Israel eine Blockade des Küstenstreifens verschärft. Die von Ägypten mitgetragene Maßnahme wird mit Sicherheitserwägungen begründet. Die Hamas hat sich Israels Zerstörung auf die Fahne geschrieben. Wiederholt haben Aktivisten seitdem versucht, die Blockade auf See zu durchbrechen. Bei einer solchen Aktion im Jahre 2010 hatten israelische Soldaten das türkische Schiff "Mavi Marmara" gestürmt, wobei zehn türkische Staatsbürger ums Leben kamen.
