Stralsund: 31 Becken - Neuer Aquarienrundgang im Meeresmuseum eröffnet
Karibik, Kalifornien oder Fidschi-Inseln: Der neue Aquarienrundgang des Meeresmuseums in Stralsund zeigt die Unterwasserwelten vor den tropischen Küsten. Die Sanierung war eine Millioneninvestition.
Der fast fünf Jahre lang neugestaltete Aquarienrundgang des Meeresmuseums in Stralsund ist eröffnet. Als erste Besucher beobachteten zwei Schulklassen zusammen mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) Blaupunktrochen, Meeresschildkröten und andere Tiere.
Im nun größten Becken "Karibisches Riff" schwammen zur feierlichen Eröffnung des erweiterten Teils der Ausstellung Taucher. Mit von Taschenlampen beleuchteten Schildern hießen sie Schwesig und die weiteren Gäste auf der anderen Seite der etwa 80 Quadratmeter großen Scheibe willkommen.
Größtes Becken hat acht Meter hohe Scheibe aus Japan
Das Großaquarium soll laut Museum ein karibisches Riff von der Wasseroberfläche bis zum Grund darstellen. Dafür wurde eine acht Meter hohe Scheibe eingesetzt, durch die künstliche Korallen von drei Galerie-Ebenen aus bestaunt werden können. Die Scheibe ist etwa einen halben Meter dick und hält die 800.000 Liter Wasser des Beckens. Die einzelnen Scheibenelemente kamen aus Japan - zusammen wiegen sie 60 Tonnen.
Insgesamt 30 neue und ein renoviertes Becken umfasst der Rundgang laut Meeresmuseum. Sie sollen demnach die Unterwasserwelten etwa vor den Küsten der Fidschi-Inseln, Australiens oder Kaliforniens zeigen. Durch den Algenwald Letzterer schwimmen bunte Anemonen und Kalifornische Stierkopfhaie. Während das Wasser dort - für den Teil des Pazifiks typisch - etwas kälter ist, schwimmen in den Hawaii-Becken Meeresbewohner bei 25 Grad.
Vor den "Fidschi-Inseln": Blaupunktrochen aus eigener Zucht
Ein Becken mit weißem Sand und hellem Gestein ist der Umwelt der Fidschi-Inseln nachempfunden. Hier schwimmen auch Blaupunktrochen, die laut Museum aus der eigenen Nachzucht stammen. Am Ende des Rundgangs erwarten die Besucher dann Alteingesessene: Die drei Meeresschildkröten Frieda, Käthe und Naila sind laut Sprecherin jeweils schon seit Jahrzehnten in Obhut des Museums.
Zusammen mit den anderen Bewohnern der Aquarien waren sie in den vergangenen Tagen zurück an ihren alten Standort gezogen. Die vergangenen Jahre hatten sie in Becken des Ozeaneums, einem weiteren Standort des Deutschen Meeresmuseums, verbracht.
Bund und Land fördern Sanierung in Millionenhöhe
Das Meeresmuseum in der Stralsunder Altstadt ist der älteste der drei Standorte des Deutschen Meeresmuseums und befasst sich besonders mit den tropischen Meeren. Einen Teil seiner Ausstellung hatte das Museum nach der Modernisierung bereits im Juli 2024 wieder eröffnet.
Nach der Befüllung der Becken fließen nun 1,4 Millionen Liter Wasser versetzt mit 45 Tonnen Meersalzmischung durch die Aquarien des Meeresmuseums. Die gesamte Sanierung wurde von Bund und Land hälftig mit insgesamt 51 Millionen Euro gefördert. Im September soll es eine abschließende Feier für das Gesamtprojekt geben. Das Meeresmuseum sei ein touristisches und kulturelles Highlight sowie ein Besuchermagnet, betonte Ministerpräsidentin Schwesig.
