ru24.pro
World News
Июнь
2021

Haßmersheim: Salomo wird OB in Heidenheim (Update)

0

Von Ursula Brinkmann

Haßmersheim. Zwischen "H" und "heim" müssen nur ein paar Buchstaben ausgewechselt werden: für Michael Salomo bedeutet der Dienstwechsel von Haßmersheim nach Heidenheim aber noch mehr, nämlich ein "Ober" vor dem "Bürgermeister". Im ersten Wahlgang und mit knapp 61 Prozent wurde der einst jüngste Bürgermeister Deutschlands zum Stadtoberhaupt der Großen Kreisstadt an der Brenz gewählt.

2014 hatte Salomo für Schlagzeilen gesorgt, als er mit 25 Jahren zum Bürgermeister der 5000-Einwohner-Gemeinde Haßmersheim gewählt worden war. Den Superlativ von einst kann er zwar nicht wiederholen, in Göppingen regiert ein etwas jüngerer OB, doch dass er den Heidenheimer Rathaus-Chefsessel auf Anhieb mit absoluter Mehrheit erobern konnte, das erfüllt den heute 32-Jährigen mit Freude und Stolz. "Noch habe ich das Wahlergebnis nicht ganz verarbeitet", sagte der Gewinner am Tag danach. Es sei eine neue Herausforderung, "das, was ich bis jetzt getan und erreicht habe, für mehr Menschen umzusetzen". Heidenheim hat etwa zehnmal so viele Einwohnerinnen und Einwohner wie Haßmersheim.

So wie 2014 dürfte Salomo eine gewisse Unerschrockenheit und Zielstrebigkeit geleitet haben. Für den Wahlkampf an der Brenz hat der Bürgermeister seinen Jahresurlaub verwendet, sich in den Wochen vor dem Wahltag tief in die Themen der 48.000- Einwohner-Stadt eingearbeitet, sich Behörden, Vereinen, Bildungseinrichtungen, Arbeitgebern und Menschen vorgestellt und dabei auf seine "bisherigen Erfahrungen als Bürgermeister" verwiesen. Was die drei Mitbewerber nicht konnten. Dabei wundert sich Michael Salomo, dass für den OB-Posten nicht mehr Bürgermeister kandidiert hatten. "In Baden-Württemberg gibt es schließlich 1101 Kommunen", sinniert der Sprecher des "Netzwerks Junge Bürgermeister*innen", aber Bürgermeister sei ja kein Ausbildungsberuf. Dass er selbst jung ist, treibt ihn an, sich am künftigen Wirkungsort für die jungen Heidenheimerinnen und Heidenheimer einzusetzen, so zumindest sein Wahlkampf-Credo. Am Tag nach dem Wahlerfolg hat Salomo bereits ein Gespräch mit Amtsinhaber Bernhard Ilg in Heidenheim geführt, sich dann auf den Weg nach Haßmersheim gemacht, um dort am Abend die Gemeinderatssitzung zu leiten.

Das Dienstverhältnis in Haßmersheim endet am 31. Juli; bis dahin bleibt Salomo amtierender Bürgermeister, will den größten Teil seiner Arbeitszeit für die Schiffergemeinde aufwenden. Den Bürgerinnen und Bürgern wünscht der gebürtige Allgäuer, "dass sie die von ihm und dem Gemeinderat angestoßenen und teils umgesetzten Infrastrukturmaßnahmen in ihrer ganzen Vielfalt positiv zu spüren bekommen". Eine andere Auswirkung hat der Weggang Salomos voraussichtlich auf die Bürgermeisterwahl in Haßmersheim. Terminiert ist sie für den 24. Oktober dieses Jahres. Sinnvoll wäre, dass sie aus organisatorischen Gründen mit der Bundestagswahl am 26. September zusammengelegt wird. Eine Vakanz, in der Bürgermeisterstellvertreter Christian Dorn die Amtsgeschäfte ehrenamtlich weiterführen wird, entsteht aber so oder so.

Am Neckar hat Salomo in seiner knapp achtjährigen Amtszeit die Gemeindeentwicklung ein ordentliches Stück voran gebracht: neue Gewerbeflächen und Wohnraum (für Familien), eine Senioreneinrichtung und einen Vollsortimenter, die Überführung eines Großteils der Kindergärten von kirchlicher in kommunale Trägerschaft, eine Ortsrandentlastungsstraße. Bis auf die Straße, die auch den Ortskern vom vielen Durchgangsverkehr entlasten soll, seien alle Themen abgearbeitet, jedenfalls was den Part des Bürgermeisters betreffe, blickt Michael Salomo auf das Erreichte zurück. In seiner diesjährigen Haushaltsrede hatte er addiert, was in Haßmersheim, Hochhausen und Neckarmühlbach innerhalb von zehn Jahren – nicht nur von kommunaler Seite – investiert worden war: 100 Mio. Euro, diverse Zuschüsse in Höhe von mehr als zehn Millionen inklusive.

Auf die Frage: "Was haben Sie in Haßmersheim gelernt, das Ihnen nun im Rathaus in Heidenheim besonders wertvoll erscheint?" antwortete der künftige OB, dem schon einige Kollegen aus dem Neckar-Odenwald-Kreis und der Landrat gratuliert haben: "Mit den Gremien zusammenzuarbeiten und eine Behörde zu leiten." Da unterscheiden sich die H’heims" nicht...

Update: Montag, 21. Juni 2021, 18.23 Uhr


Heidenheim/Haßmersheim. (schat) Die Wahl des neuen Oberbürgermeisters der Stadt Heidenheim – am Sonntag erfolgt – wirkt bis in die Region. Grund ist die (erfolgreiche) Kandidatur des amtierenden Bürgermeisters der Schiffergemeinde Haßmersheim, Michael Salomo.

Der 32-Jährige sicherte sich einen eindeutigen Wahlsieg in der 48.000-Einwohner-Stadt in Ostwürttemberg: Mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten (dem vorläufigen Ergebnis zufolge 60,89 Prozent) stimmten für Salomo als neuen Oberbürgermeister. Eine ganz klare Mehrheit, Mitbewerber Dr. Klaus Nopper konnte lediglich 27,53 Prozent der Wähler für sich gewinnen. Die beiden weiteren Kandidaten Matthias Förster und Matthias Ludewig kamen auf 7 bzw. 4,49 Prozent.

"Ich habe gestern Nacht von 64 Prozent geträumt", erklärte Salomo der RNZ am Sonntagabend, das deutliche Ergebnis mache ihn glücklich und stolz zugleich, so der strahlende Wahlsieger. Mit dem Erfolg Salomos in Heidenheim steht indes auch fest: Haßmersheim braucht einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin.