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Июнь
2021

Kraichtal: Durchatmen am geheimnisvollen Pfannwaldsee

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Von Hans-Joachim Of

Kraichtal. "Eine kleine Reise ist genug, um uns und damit vielleicht auch die Welt zu erneuern", meinte einst der französische Schriftsteller und Sozialkritiker Marcel Proust (1871–1922). Wie recht er hat, und gerade jetzt ist eine kleine Rad- oder Wandertour die beste Möglichkeit, dem Corona-Blues zu entfliehen. Dabei ist der K1-Familienwanderweg, den man natürlich auch mit dem Drahtesel befahren kann, eine schöne, kurzweilige Alternative im Land der 1000 Hügel.

Mit dem idyllisch gelegenen Pfannwaldsee, der urigen Galgenhohle und der Kraichtal-Sternwarte mit ihrem großen Astronomiepark liegen drei kleine, regionale Glanzlichter auf dem Weg nahe beieinander. "In unserer sanften Hügellandschaft warten spannende Entdeckungen. Schlösser und Burgen möchten erforscht werden, und in unseren Museen gibt es nicht nur etwas für die Augen", heißt es seitens des Tourismusverbands Kraichgau-Stromberg. Inzwischen kann auch dem Bäckerei- oder Bügeleisen-Museum in Gochsheim oder den Besenwirtschaften im Kraichgau wieder ein Besuch abgestattet werden. Dort warten neben geselliger Stimmung heimische Spezialitäten auf hungrige Besucher. All das regt dazu an, die Seele baumeln zu lassen, um in der "Toskana Deutschlands" dem beruhigenden Klang der Seen, Wäldern und Wiesen zu lauschen.

Der leicht zu begehende oder zu befahrende K1-Familienwanderweg und die, je nach Abstechern, rund fünf bis sechs Kilometer lange Tour startet im Kraichtaler Stadtteil Oberöwisheim (Stadtbahn-Haltestelle S 32), von wo aus man über die alte Landstraße in Richtung Odenheim recht schnell zum idyllischen Pfannwaldsee gelangt. Wem dieser Weg zu weit ist, oder wer kleine Kinder dabei hat, kann natürlich mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad direkt zum ausgeschilderten Parkplatz fahren.

Der Pfannwaldsee ist ein kleines Naturparadies mit gewissem Abenteuer-Faktor und der Möglichkeit, die vielfältige, abwechslungsreiche Flora und Fauna zu beobachten. Über eine Kneipp-Anlage, vorbei an Grill- und Waldspielplatz, gelangt man auf eine schöne Wiesenlandschaft im Naturschutzgebiet "Kleiner Kraichbach" und zur Galgenhohle. Die steilen Löss-Wände ragen dort rechts und links bis zu 13 Meter in die Höhe. An den Wänden kann man unter anderem Dachsbauten entdecken. Am Ende des Hohlwegs hat der Wanderer bei klarem Wetter einen herrlichen Blick in das Katzbach- und Kraichbachtal.

Weiter geht es zur Sternwarte Kraichtal, die man bei einem kurzen Abstecher vom eigentlichen Rundweg aus erreicht. Inmitten der Weinberge liegt am Waldrand der beeindruckende Astronomiepark. Planeten-Modelle und Hinweistafeln erklären den Besuchern unser Sonnensystem und weit entfernte Galaxien. Hobby-Astronom Roland Zimmermann hat hier mit viel Herzblut und Leidenschaft in jahrelanger Arbeit eine Sternwarte erbaut und ausgeschmückt. In der Ferne sieht man den nördlichen Schwarzwald, und aufgebaute Teleskope geben abends oder in der Nacht den Blick frei in den unendlichen Sternenhimmel. Zimmermann bietet zu bestimmten Terminen auf Anmeldung Gruppenführungen an. Infos unter Telefon 07251 / 69608 oder www.sternwarte-kraichtal.de

Zurück auf der Rundtour gelangt man über einen schönen Waldweg bergab zum Ausgangspunkt Pfannwaldsee zurück. Die höchsten Erhebungen sind unterwegs der Hohberg, der Geißberg und der Mausberg sowie der namensgebende Galgenberg, die allesamt zwischen 150 und maximal 250 Meter hoch sind. Fazit: Der geheimnisvolle Pfannwaldsee mit der Galgenhohle sowie die einmalige Sternwarte sind zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter einen Besuch wert, wobei Naturerlebnis und viel "Landschaft zum Durchatmen" willkommene Abwechslung bieten.