Patrick-Henry-Village: Landesbischöfe besuchten das Ankunftszentrum zum Weltflüchtlingstag
Heidelberg (ste). "Ich war überrascht, wie groß das Areal ist und in welch gutem Zustand die Gebäude sind" – das sagte Bischof Gebhard Fürst nach einem Besuch des Ankunftszentrums in Patrick-Henry-Village (PHV). Gemeinsam mit Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh sprach er im Anschluss an den Gottesdienst zum Weltflüchtlingstag Geflüchteten, Mitarbeitenden der Einrichtung, ihrem Leiter Markus Rothfuß und Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder.
Was die beiden Bischöfe unisono loben: Im Ankunftszentrum werden die Menschen ernst genommen mit ihren Bedürfnissen und ihren individuellen Schicksalen. Und die Kooperation zwischen Land, Stadt und den sozialen Diensten funktioniert gut. "Es wird versucht, die Würde des Menschen in den Blick zu nehmen", bilanzierte Cornelius-Bundschuh. Die Kirche mit ihren sozialen Diensten Diakonie und Caritas sieht er in der Rolle als Anwalt der Geflüchteten, "auch wenn wir damit manchmal nerven".
Rothfuß hat damit kein Problem. Er ist froh über die gute Zusammenarbeit im Ankunftszentrum. "Wir sind 2015 alle zusammen in einer Krisensituation gestartet, das hat uns verbunden." Damals war die Einrichtung zunächst nur als Winternotquartier gedacht, zwischenzeitlich lebten dort über 6000 Menschen. Erst nach und nach wurde PHV zum Ankunftszentrum, derzeit sind dort rund 1000 Geflüchtete untergebracht. "Wir wollen hier sowohl ein geordnetes Asylverfahren als auch die menschenwürdige Unterbringung gewährleisten."
Wie schafft man es nun aber, dass die Menschen sich erst gar nicht auf den lebensgefährlichen Weg Richtung Europa machen? Bischof Fürst betonte, dass der Klimawandel als Ursache von Migrationsbewegungen zunehmend an Bedeutung gewinne. "Wir sollten die Globalisierung nicht zur Ausbeutung nutzen, sondern ärmere Länder befähigen, sich aus sich selbst heraus zu entwickeln", sagte der Bischof.
Für Cornelius-Bundschuh ist die Bekämpfung der Fluchtursachen ein langfristiges Projekt. "Inzwischen müssen wir bei der konkreten Hilfe für Geflüchtete kleine Schritte gehen. Wenn zum Beispiel Städte freiwillig mehr Menschen aufnehmen möchten, dann sollte das ermöglicht werden."
