Tarifstreit beendet: 2,2 Prozent mehr Geld im Kfz-Gewerbe
Stuttgart/Heidelberg. (tv/dpa) Die Arbeitnehmer im Kfz-Gewerbe haben beim Tarifabschluss am späten Freitagabend ihre wichtigste Forderung durchgesetzt: Der zuvor von Arbeitgeberseite teilgekündigte Manteltarifvertrag ist unverändert wieder in Kraft. Die von den Arbeitgebern erhobenen Forderungen, vor allem nach Kürzungen bei den Wochenend- und Feiertagszuschlägen sind damit ebenso vom Tisch wie die Absicht, den Samstag zum zusätzlichen Regelarbeitstag zu machen. Die Arbeitgeberseite wollte außerdem eine Nullrunde für eineinhalb Jahre und Mehrarbeitszuschläge erst ab der 41. Wochenstunde durchsetzen. Lediglich die Forderung der IG Metall nach vier Prozent Lohnerhöhung wurde nicht ganz erfüllt.
Die rund 52.000 Beschäftigten im baden-württembergischen Kraftfahrzeug-Handwerk erhalten ab nächstem Februar 2,2 Prozent mehr Geld. Darauf haben sich nach dem Pilotabschluss in Bayern Arbeitgeber und IG Metall in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen am späten Freitagabend in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart geeinigt.
"Alle gewerblichen Arbeitnehmer und Angestellten erhalten eine Corona-Prämie von insgesamt 500 Euro für die Monate Juni 2021 bis Januar 2022", teilte die Tarifgemeinschaft für Betriebe des Kraftfahrzeug- und Tankstellengewerbes mit. Der Tarifvertrag habe eine Laufzeit von 22 Monaten. "Das Tarifergebnis bewegt sich angesichts der Herausforderungen der Branche am Rande des Vertretbaren", erklärte der Tarifverhandlungsführer der Tarifgemeinschaft, Andreas Göritz. Die Gewerkschaft hatte vier Prozent mehr Geld gefordert, zeigte sich aber trotzdem zufrieden: "Das Tarifergebnis ist ein guter Kompromiss", sagte der Verhandlungsführer der IG Metall Baden-Württemberg, Ivan Curkovic. "Die geforderten Verschlechterungen sind komplett vom Tisch".
Am Freitag hatten die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe ihren Forderungen durch Warnstreiks noch einmal Nachdruck verliehen. Auch Mitarbeiter der Mercedes-Benz-Niederlassung Heidelberg waren am Freitag zum zweiten Mal im Juni auf die Straße gegangen.
