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EZB-Spitze: Klingbeil für Kandidat aus Deutschland

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EZB-Chefin Christine Lagarde scheidet aus dem Amt. Das Rennen um die Nachfolge ist eröffnet. Finanzminister Klingbeil will einen Deutschen an der Spitze. Seit Tagen wird über einen vorzeitigen Rückzug von Christine Lagarde von der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) spekuliert. Nun macht Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) in der Nachfolgedebatte schon mal eine Ansage: "Klar ist allerdings auch, wenn es dann um die Nachfolge geht, dann werden wir uns in der Bundesregierung sehr schnell auch mit dieser Frage beschäftigen, werden eine gemeinsame Position haben und natürlich werden wir dann auch kraftvoll mitreden", sagte Klingbeil in Frankfurt am Main . Lagardes Amtszeit als EZB-Präsidentin läuft spätestens im nächsten Jahr aus. Zuletzt war aber über einen vorzeitigen Rückzug spekuliert worden . Das Motiv: Vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im Mai 2027 und einem möglichen Wahlsieg der Rechtsaußenpartei RN von Marine Le Pen soll noch rechtzeitig eine wichtige Personalie auf EU-Ebene geregelt werden. Personalie: Spekulation um Rückzug von Lagarde Rüge: Wadephul legt sich mit Macron an Er wolle sich zwar nicht an Spekulationen über ein vorzeitiges Ausscheiden von EZB-Präsidentin Christine Lagarde beteiligen, sagte Klingbeil weiter. Doch ist klar, für wen er sich ausspricht: Bundesbankpräsident Joachim Nagel, 59, Volkswirt aus dem beschaulichen Karlsruhe, SPD-Mitglied und seit vier Jahren Chef der deutschen Zentralbank. Bundesbankchef macht strategische Ansage zu Eurobonds Nagel ließ sich zuletzt nicht in die Karten schauen, ob er mittelfristig Ambitionen auf den Chefposten hegt. "Grundsätzlich dürfte jeder Notenbanker im EZB-Rat die Kompetenz zur Nachfolge für das Spitzenamt im Eurosystem haben. Und auch externe Kandidaturen mit anderen Profilen haben Chancen", sagte er im November dem "Spiegel". Das Ringen um die EZB-Spitze ist schwierig. Streng beobachten sich nordeuropäische und südeuropäische Eurostaaten, es geht um die Haltung zur Finanzdisziplin. Symbolisch verläuft die Debatte derzeit entlang der Diskussion um Eurobonds. Das sind gemeinschaftliche Staatsanleihen, für die alle EU-Staaten haften. Damit auch Deutschland. Vor allem CDU und CSU lehnen solche Gemeinschaftsschulden ab. Nagel aber sprach sich zuletzt für Eurobonds aus. Das wurde allgemein auch als Signal gewertet, sich mögliche Stimmen aus Südeuropa im Wettbewerb um die EZB-Spitze zu sichern. Derzeit hat nur Hernandez de Cos seine Bereitschaft bekundet , Top-Ökonom aus Spanien und Favorit der südeuropäischen Eurostaaten. Als Favorit unter Buchmachern gilt Klaas Knot, langjähriger Chef der niederländischen Nationalbank DNB. Als Vertreter der nördlichen Eurostaaten gilt er als ernsthaftester Rivale des deutschen Bewerbers Nagel. Konkurrenten aus Spanien und den Niederlanden Doch hat Knot einen Nachteil, mit Wim Duisenberg gab es bereits einen Niederländer als EZB-Präsident. Deutschland war noch nie an der Spitze der EZB vertreten. Auch das deutsche EZB-Ratsmitglied Isabel Schnabel, signalisierte Interesse . Die Nachfolgefrage ist heikel und beschäftigt viele Aktivisten. ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski ist aufgewachsen in Berlin , nach einer Station in den USA arbeitete er zeitweise im niederländischen Finanzministerium in Den Haag, danach tauschte er sich bei seiner Zwischenstation mit namhaften Journalisten über EU-Themen aus. Seitdem analysiert der renommierte Ökonom die Lage für die Großbank ING in Frankfurt am Main. Brezski geht davon aus, dass bei der Nachfolge Lagardes auch Länderproporz eine Rolle spielen wird: "Da Frankreich jetzt schon zwei Mal den Präsidenten gestellt hat, läuft es auf ein Rennen zwischen Spanien und Deutschland hinaus." Spanien stellt derzeit mit Pablo Hernandez de Cos den Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. De Cos war als früherer spanischer Zentralbankchef von 2018 bis 2024 auch Mitglied des EZB-Rats. Klingbeil prescht nun vor und macht sich für seinen Mann aus Frankfurt stark: Nagel.